Exkurs: Interview mit der frisch gebackenen Verlegerin Petra Winkler, Teil 2

Angenommen, du entscheidest dich für ein Manuskript. Wie geht es dann weiter?

Das ginge dann den klassischen Weg mit Lektorat, Layout und Satz, letzte Korrekturen, parallel dazu die Titelseite entwickeln und dann das Ganze fertigmachen für den Druck. Plus natürlich die Vermarktungsmaschinerie ankurbeln.

Was unternimmt der Verlag tausend&eins für die Vermarktung eines Buches?

Derzeit gibt es hier noch nicht so viel zu tun. Es gibt eine Website mit Blog, wo aktuelle Meldungen eingestellt werden. Aber ohne richtiges Verlagsprogramm gibt es auch nicht viel zu melden. Daher muss zunächst das Verlagsprogramm noch etwas stärker wachsen. Mit einem breiteren Verlagsprogramm wird auch mehr Werbung gemacht. Und da ich seit vielen Jahren als Texterin für Marketing und PR arbeite, dürfte es mir wohl nicht schwer fallen, gehörig die Werbetrommel zu schlagen.

Anfang des Jahres hast du das Buch „Sprachbilder-Wörterbuch – die Ideenkiste für kreatives und bildhaftes Schreiben“ herausgegeben – Wie bist du auf die Idee gekommen? An wen richtet sich das Buch?

Sprachbilderwörterbuch, © Verlag tausend&eins

Sprachbilderwörterbuch, © Verlag tausend&eins

Das ist eine richtig lange Geschichte. Vor vielen Jahren habe ich als Texterin eine Reihe von Einladungen geschrieben. Bei dem Kunden waren diese Einladungen immer mit einer Bildwelt gekoppelt wie zum Beispiel Segeln oder Bergsteigen oder anlässlich einer Meisterschaft auch mal der Fußball. Die Einladungskarten waren gedruckt und vorne war nur ein superschönes Foto und der Veranstaltungstitel, der Text innen bzw. im persönlichen Anschreiben musste also genau die Bildwelt des Fotos im Kopf des Lesers aufrufen.
Für die Textarbeit brauchte ich also immer wieder die Begriffe und Redewendungen zu der jeweiligen Bildwelt. Nun hatte ich als Jugendliche zwar einen Segelschein gemacht, aber von Bergsteigen hatte ich offen gestanden keine Ahnung, beim Fußball kannte ich mich nur oberflächlich aus und in anderen Bildbereichen wie Motorsport musste ich mich auch erst einmal einlesen oder eindenken. Also habe ich damals vor rund zehn Jahren geschaut, ob es ein Sprachbilder-Wörterbuch gäbe. Ein solches war damals aber nicht zu finden. Also habe ich angefangen, alle möglichen Begriffe und Redewendungen für meine Bildwelten zu sammeln. Im Lauf der Zeit ist die Sammlung immer umfangreicher geworden und so habe ich beschlossen, für den Verlag die Sammlung noch ein wenig auszubauen und dieses Wörterbuch quasi als Erstlingswerk des Verlags herauszugeben. Das ist jetzt vor wenigen Wochen gut über die Bühne gegangen.

An wen richtet sich dein Buch?

Das Buch richtet sich in erster Linie an Berufstexter, die schnell ein paar Begriffe zu einer Bildwelt nachschlagen wollen. Das Buch könnte aber auch hilfreich sein für kleine Unternehmen oder Solo-Selbständige, die für ihre Mailings oder Flyer oder Webtexte auf kreative Bildwelten zurückgreifen möchten. Und vielleicht ist es ja auch für den einen oder anderen Autoren interessant, der es nutzen möchte, um mit bildhafter Sprache zu experimentieren.

Wo siehst du den Verlag tausend&eins in fünf Jahren?

Ganz sicher nicht unter den Top Ten, mit solchen Ambitionen bin ich gewiss nicht angetreten. Nein, mir reicht es, wenn ich es gemeinsam mit anderen Autoren schaffe, in fünf Jahren ein vielseitiges Verlagsprogramm auf die Beine zu stellen, das ordentliche Verkaufszahlen erreicht, damit es sich für alle Beteiligten auch auszahlt.

Welche drei Tipps möchtest du Autoren mit auf den Weg geben, die sich eine Veröffentlichung im Verlag tausend&eins vorstellen können?

Gleich drei Tipps? Eigentlich sollte einer reichen: bei Interesse bitte melden.

Zum Schluss noch etwas zur Person Petra Winkler?

Nun ja, über meine berufliche Seite ist hier ja schon viel gesprochen worden, angefangen vom Philologie-Studium über die selbständige Tätigkeit als Texterin bis jetzt zum eigenen Verlag. Damit bin ich zeitlich schon ziemlich ausgelastet, mein Privatleben kommt dabei eher zu kurz. Früher blieb mehr Zeit für Hobbys, momentan ist das Gassigehen mit dem Hund der wichtigste Ausgleich. Ohne diese Kurz-Spaziergänge käme ich vermutlich gar nicht mehr vom Schreibtisch weg. Ansonsten lebe ich gern auf im ländlicheren Teil der Pfalz, aber mit erreichbarer Stadtnähe. Ich mag den freien Blick auf Weinberge oder auch Wiesen und Wald, das ist nun einmal in der Stadt nicht zu finden.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews.

Hier geht es zum Verlag tausend&eins.

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