Interview mit der Autorin Katharina V. Haderer, Teil 1

Katharina V. Haderer: Göttertod © privat

Katharina V. Haderer: Göttertod © privat

Katharina V. Haderer hat Germanistik studiert und lebt ohne Katze in Bad Vöslau bei Wien. Sie schreibt Fantasy-Bücher in allen Epochen und wird nicht so schnell damit aufhören. 2012 hat sie „Göttertod“ (momentan vergriffen) veröffentlicht.

Katharina, worum geht es in deinem aktuellen Roman „Göttertod“?

„Göttertod“ ist eigentlich ein Doppelband und besteht aus zwei Einzelbüchern, das erste heißt „Die versunkene Stadt“ und das zweite „Der ertrunkene Gott“. Hier eine kurze Zusammenfassung:
Als plötzlich zwei Halbgötter die Polizeiorganisation Avis Nivea stürmen und das gesamte Sekretariat entführen, wird schnell klar – eine  gefallene Gottheit ist zurückgekehrt. Auf den Ruinen der Stadt, über der einst ein Götterkrieg getobt hat, will der Gefallene zurück in den Götterhimmel steigen. Nur was hat das alles mit der obersten Chefsekretärin Alexandra Manzini zu tun, nach der die Fremden suchen? Und woher soll Alexandra die göttliche Unterstützung bekommen, die es benötigt, um diesen rachsüchtigen Gott aufzuhalten?

Wie kam dir die Idee dazu? Was hat dich inspiriert?
Ich habe nicht wirklich „die Inspiration“, sondern mehrere. Eine Szene hier, eine Szene da, die ich dann zu einem größeren Ganzen zusammenstückele.

Ein Beispiel: Eine meiner Freundinnen ist ein wahnsinniger Vampire-Diaries-Fan und erzählte mir, dass die beiden Haupthelden Damon und Stefan die Hauptheldin Elena bereits in ihren vorigen Leben gekannt und geliebt hatten. Oberflächlich mag das ziemlich romantisch erscheinen, folgt dir jemand doch in dein neues Leben um mit dir zusammen zu sein, aber unwillkürlich drängt sich doch die Frage auf –  wie viel Freiraum für eigene – neue – Entscheidungen besitzt der Verfolgte dadurch? Inwieweit ist es dann noch möglich, selbst zu wählen? Wird man nicht wiederholte Male in dieselbe Rolle gedrängt? Was, wenn der Unsterbliche nicht verrät, dass er dich bereits unzählige Male zuvor kennengelernt hat? Dass er dich kennt, all deine Tugenden und Macken, während für dich jeder erste Kuss ein wirklich erster ist?
Ich fand diese Konstellation problematisch, vor allem, weil sie im Fantasy-Genre wiederholt und überaus romantifiziert angewendet wird. Ich habe diese Situation für einen Charakter übernommen (welchen, verrate ich natürlich nicht) und ihn diese Fragen stellen lassen. Es ist wichtig, dass solche Fragen gestellt werden, auch oder gerade in Fantast-Büchern.

Deine bisherigen 4 Bücher spielen alle in der selben Fantasy-Welt. Wie gelingt es dir, den Überblick zu behalten?

Mein erstes Buch, dass ich tatsächlich als „Buch“ beschreiben würde hat bereits in der Welt gespielt, in der ich noch immer schreibe, egal in welcher Zeit ich mich gerade bewege. Meine Welt ist nicht statisch. Mit jedem Buch, das ich schreibe wächst sie weiter. Mittlerweile könnte ich mir nicht mehr vorstellen, außerhalb dieser Welt zu schreiben – sie ist in den letzten sechs Jahren doch stark gewachsen. Das ganze Rundherum von vorne aufzubauen hält einen ziemlich auf beim Schreiben.
Außerdem habe ich auch das Feedback von meinen LeserInnen, dass sie sich freuen, Parallelen zu entdecken, selbst wenn es nur ein Familienname ist, der die Jahrtausende überdauert hat.

Wie lange arbeitest du durchschnittlich an einem Roman – von der Idee bis zum Druck?

In den letzten Jahren bin ich schneller geworden. An dem Roman, den ich momentan beendet habe („Das Herz im Glas“), habe ich aktiv ein halbes Jahr geschrieben, mit den Korrekturen 10 Monate.

Wie viele Stunden schreibst du täglich bzw. in der Woche?

Das ist schwer zu sagen. Momentan habe ich einen neuen Job angenommen, da ist es wieder weniger. Ich habe überhaupt eher „Schreibphasen“, wo ich wie wild in die Tasten hacke und 10-20 Seiten schreibe, dann wieder ein paar Tage nichts, weil einfach keine Zeit dafür ist.

Wie vereinbarst du das Schreiben mit deinem Beruf?

Ich arbeite momentan 23h/Woche und hoffe, dass mir das genügend Zeit gibt, um weiter zu schreiben.

Planst du deinen Roman oder schreibst du einfach drauflos?

Ich plane meinen Roman. Mittlerweile beginne ich ein Buch nicht mehr, ohne zu wissen, worauf es hinausläuft. Ein Buch zu beginnen, ohne dessen Ende zu wissen, ist ein wenig wie kochen, ohne zu wissen, was man nachher essen möchte. Manchen Leuten mag das gelingen –  Thomas Raab, bei dessen Lesung ich letzte Woche war, macht das zum Beispiel so – ich kann ihnen für dieses Talent nur gratulieren.
Ich habe aber bereits einmal ein Buch nicht beenden können, weil ich mich in eine Sackgasse geschrieben hatte. Das Ende ist „nicht einfach gekommen“, wie ich mir das erhofft hatte. Das ist schade.
Ich konzipiere daher die Handlung, schreibe mir eine Zusammenfassung, klebe das in mein Notizbuch, notiere mir die Charaktere, suche Namen dafür und erweitere dieses Notizbuch während der Arbeiten an dem Roman.

Hier geht es weiter zu Teil 2 des Interviews, in dem Katharina V. Haderer noch mehr aus ihrer eigenen Schreibpraxis erzählt.

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