Interview mit der Autorin Hilke-Gesa Bußmann, Teil 1

Der Aufbruch © Hilke-Gesa Bußmann

Der Aufbruch © Hilke-Gesa Bußmann

Hilke-Gesa Bußmann lebt in Offenbach am Main. Seit 2009 studiert sie an der Goethe-Universität in Frankfurt Germanistik und Theater-, Film- und Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Digitalisierung von Literatur. Ihr Debütroman „Lieb mich!“ erschien 2011 im AAVAA-Verlag. An dem multimedialen Großprojekt „Die Legenden der Weltentaucher“ sowie „Weltentaucher-Literaturfreunde“ arbeitet sie seit Februar 2012.

Hilke, erzähl uns, worum es in deinem aktuellen Roman Die Legenden der Weltentaucher – Der Aufbruch geht?

„Die Legenden der Weltentaucher – Der Aufbruch“ ist der Auftakt einer Fantasy-Serie, die ich im Self-Publishing herausbringe. Im ersten Teil begleiten wir Acadius, einen jungen Alchemisten aus Atlantis, bei seinen Versuchen, den Trank der Weltentaucher zu brauen, um auf die „alte“ Welt zurückzukehren. Leider ist das Brauen des Tranks nicht allzu einfach, Acadius braucht eine Alternative für eine Pflanze, die nicht mehr auf ihrer Welt wächst und muss zudem eine weitere Pflanze aus einem Sicherheitstrakt seiner Universität stehlen. Zudem findet sein Professor Phobos heraus, was er versucht und ist alles andere als erfreut darüber. Acadius muss also eine Menge Schwierigkeiten lösen und Herausforderung überstehen. Und ob er am Ende überhaupt den Trank brauen kann?

Wie kam dir die Idee dazu? Was hat dich inspiriert?

Ich arbeite seit einer Weile an einem Fantasyroman mit dem Arbeitstitel „Dämonentraum“. Dort kommen einige Figuren vor, die in gewisser Weise nur eine Nebenrolle spielen, mir aber so sehr gefallen haben, dass ich „mehr“ aus ihnen machen wollte. Begonnen hat alles bei Acadius. Im „Dämonentraum“ (Der spätere Titel wird auch irgendwas mit „Weltentaucher…“ lauten ;-)) gibt es eine Figur namens Ben, die ich seit den ersten Worten liebe. Irgendwann habe ich mich gefragt, was Ben in seiner Vergangenheit gemacht hat. Und in diesem Moment wurde die Ideen zum Weltentaucher-Universum geboren. Generell werden in der Serie „Die Legenden der Weltentaucher“ Geschichten von den Figuren erzählt, die im späteren Roman vorkommen. Mittlerweile ist die Serie so breit ausgelegt, dass nicht mehr alle Figuren auch im Roman vorkommen können, aber: Der Roman löst einige der Probleme, die in der Serie dargestellt werden! Das Weltentauchen an sich wird im Roman thematisiert und die Frage, ob es gut oder schlecht ist, wenn Wesen von Welt zu Welt reisen können. Und warum ist es eigentlich möglich?

Kannst du kurz skizzieren, wie du deinen Protagonisten Acadius entwickelt hast?

Acadius existierte erst als „Ben Jäger“ und existiert immer noch unter diesem Namen. Nur heißt Ben eben in seiner „Vergangenheit“ Acadius. Nachdem feststand, dass Acadius nicht von dieser Welt stammte, benötigte sich eine Welt, von der er stammt. Da ich Mythologien und Antike generell liebe, bot sich Atlantis an. Die Geschichte einer versunkenen Stadt – einfach perfekt für meine Zwecke. Ich erfand eine historische Version auf Platons Grundlage, wieso Atlantis versunken ist und charakterisierte Acadius als jungen Alchemisten, der unbedingt in die „alte“ Welt, aus der sie verschwunden sind, zurückkehren möchte. Im ersten Teil ist er sehr strebsam, oft unsympathisch. Er denkt nur an sich, möchte sein Ziel unbedingt erreichen. Man könnte meinen, er geht dafür über Leichen. Im zweiten Teil „Die Suche“ wird er allerdings schon wesentlich umgänglicher, weil er merkt, dass sein Egoismus ihn nicht weiterbringt. In der Romanreihe „Dämonentraum“ zeigt er sich uns dann als umgänglicher Mensch, der gelernt hat, zu verzichten. Aber seinen Träumen geht er immer noch nach.

Ehrlich gesagt: Acadius ist kein typischer Charakter. Er hat sich mehr beim Schreiben entwickelt als geplant, was bei mir sehr sehr selten der Fall ist, da ich zu den strengen Plot-Autoren gehöre. Aber vielleicht macht Acadius das am Ende doch wieder sympathisch. Ich bin gespannt, wohin er mich noch begleitet.

Wie lange arbeitest du durchschnittlich an einem Roman – von der Idee bis zum Druck?

Für den ersten Teil der Weltentaucher-Legende habe ich gut ein Dreivierteljahr gebraucht, wobei ein Vierteil davon Lektorat, Konzeption und Korrektorat war. Bei Teil zwei der Weltentaucher-Legenden sah das ganz anders aus: Über ein neun Monate habe ich jetzt an dem Text geschrieben und befinde mich momentan in der Abschlussphase des Korrektorats. In zwei Wochen soll die Publikation stattfinden. Da ich neben dem Schreiben momentan noch studiere und viele wissenschaftliche Texte schreiben musste, hat sich alles etwas gezogen. Aber es zeigt eins: Auch Autoren sind nur menschlich. Und da ich meinen Lesern nur beste Qualität liefern möchte, habe ich lieber zwei Monate länger gebraucht!

Wie gehst du beim Schreiben eines neuen Romans vor?

Ich finde, die ersten Worte sind immer die schwierigsten. Ich brauche eine Weile, bis ich mich bereit für einen neuen Roman fühle und zermürbe dann oft in Selbstzweifeln, ob die ersten Worte gut oder nicht gut sind. Ich bin ein Autor, der vorher sehr viel über den Text nachdenkt, manchmal tatsächlich zu Lasten der Spontanität. Ich warte oft auf dem Moment, in dem ich mich bereit fühle, anzufangen, doch leider verfliegt der, bevor ich das Dokument öffnen konnte. Irgendwann nehme ich mir vor, einfach loszuschreiben. Und dann klappt es auch.

Planst du deinen Roman oder schreibst du einfach drauflos?

Meine Autorenkollegen nennen mich die „Alles-Planerin“. Zum Weltentaucher-Universum führe ich nicht wie jeder normale Autor mehrere Notizbücher sondern ein ganzes Wikipedia. Ich liebe Plots, das Schreiben und Ausarbeiten der Plots macht mir fast mehr Spaß als das Schreiben selbst. Von daher sind meine Romane vorher schon sehr ausgearbeitet. Aber: Ich versuche momentan mir abzugewöhnen, so viel zu plotten, um ein bisschen mehr Kreativität reinzubringen. Ich hoffe, das gelingt mir!

Wie viele Stunden schreibst du täglich bzw. in der Woche?

Ich versuche täglich 1500 Worte zu schreiben. In den letzten Wochen ist mir das nicht gelungen, weil die Universität viel Zeit von mir verlangt hat. Aber durchschnittlich versuche ich mich tatsächlich, daran zu halten. Da ich meist an mehreren Projekten arbeite, ist der Fortschritt je nach Text aber dann nur gering.

Hier geht es weiter zu Teil 2 des Interviews, in dem Hilke-Gesa Bußmann noch mehr aus ihrer eigenen Schreibpraxis erzählt.

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