Täglich schreiben … geht nicht immer

Wie ihr wisst, bin ich wirklich ein absoluter Befürworter davon, täglich zu schreiben. Regelmäßiges Schreiben hat so viele Vorteile! Wohl auch deshalb ist „Schreib täglich“ das erste E-Book meiner Reihe „Selbstcoaching für Autoren“ geworden. Aber … Ja, jetzt kommt das große Aber: Manchmal funktioniert es einfach nicht, das tägliche Schreiben. Und das muss ok sein. Man muss aussetzen dürfen! Man muss es sich erlauben 🙂 Das Leben ist halt nicht immer planbar.

Situationen, die tägliches Schreiben erschweren

Wenn ich davon spreche, dass es manchmal einfach nicht geht, dann meine ich beispielsweise folgende Situationen:

  • Man ist selbst krank: Seit meine Kleine in den Kindergarten geht, habe ich mit Viren Bekanntschaft gemacht, die ich vorher nur vom Hörensagen kannte. Mit einem Magendarmvirus kann man definitiv nicht schreiben. Ich habe es ausprobiert. Funktioniert nicht. Mit einer Nasennebenhöhlenentzündung oder einer Erkältung könnte es funktionieren, aber so richtig produktiv kann man auch damit nicht sein.
  • Das Kleinkind ist krank: Ist das Kind krank, ist es eigentlich so, als ob man selbst krank ist. Theoretisch könnte man die Zeit zum Schreiben nutzen, wenn das Kind schläft. Meiner Erfahrung nach ist man aber nur froh, endlich Ruhe zu haben, dass man sich auch in solchen Momenten gegen das Schreiben entscheiden darf. Wie es mit größeren Kindern ist, kann ich noch nicht beurteilen, aber ich denke, ganz so viel Aufmerksamkeit brauchen sie nicht mehr – oder?
  • Umzug: Wenn ein Umzug ansteht, herrscht in der Regel Chaos und Unordnung. Zwischen ungepackten Kisten und Kartons, zwischen Farbpinsel und Malerkrepp auch noch zu schreiben ist wirklich eine Leistung. Kann nicht jeder. Lieber 100 % beim Umzug geben, als noch weitere zwei Wochen im Chaos unproduktiv zu schreiben. So ist meine Devise.
  • Feiertage: Spätestens wenn ein Kind Teil der Familie wird, werden Feiertage wieder zu einem Ereignis, das außeralltägliches Engagement erfordert. Ob Weihnachten oder Geburtstage: Feiertage sind stressig, aber gleichzeitig schön und oft einfach lohnenswert für das Miteinander. Da darf das Schreiben auch mal zu kurz kommen.

Es gibt sicher noch mehr Situationen, aber ich denke, es ist klar geworden, dass es manchmal wirklich nicht mit dem täglichen Schreiben funktioniert. Dieses Wissen, dass es solche Situationen einfach gibt, muss man sich immer vergegenwärtigen. Denn nichts ist schlimmer, als sich damit zu stressen, das Schreibpensum nicht geschafft zu haben!

Die Perfektionistin in mir hält gar nichts davon, von der täglichen Routine abzukommen. Diese Perfektionistin stresst, indem sie sich stets dem verwirrenden Gedankenkarussel hingibt, was sie alles nicht schafft und welche Konsequenzen das Aussetzen hat, während sie mit dem ollen Virus im Bett liegt. Insbesondere Schreibende, die auch noch Abgabetermine zu berücksichtigen haben, können durch Situationen, die sie nicht ändern können, regelrecht Ängste entwickeln. Die Folge einer solchen Haltung ist, dass Körper und Geist vollkommen verkrampfen. Diese Anspannung macht aber alles noch viel schlimmer und trägt nicht dazu bei, dass man schneller wieder einsatzbereit ist. Das habe ich lernen dürfen.

Annehmen lautet die Devise!

Die Mutter, die ich mittlerweile seit fast drei Jahren bin, lernt jeden Tag aufs Neue, dass es besser ist, wenn man Situationen, die man nicht ändern kann, annimmt. Annehmen und sich selbst eine Auszeit erlauben ist so wirksam! Anstatt zusätzliche Magenschmerzen zu bekommen, weil die To-do-Liste nicht mehr abgearbeitet werden kann und immer länger wird, oder weil man sein tägliches Schreibpensum nicht erreicht, sollte man tief durchatmen und sich auf das Jetzt besinnen. Jetzt ist es wichtig, gesund zu werden. Jetzt ist es wichtig, bei meinem Kind zu bleiben und es ein wenig zu verwöhnen. Jetzt ist es wichtig, den Umzug zu meistern und wieder Ordnung zu bekommen.

Zeitpuffer vereinfachen das Loslassen

Die Anspannung verlässt den Körper und den Geist, wenn wir bereit sind, die tägliche Routine wie das Schreiben für eine Zeit lang loszulassen. Ich gebe zu, dass es nicht leicht ist, sich einfach Treiben zu lassen. Deshalb gehe ich mittlerweile viel bewusster mit Zeitpuffern um und plane im Vorfeld ein, dass etwas dazwischen kommen kann. Hinzu kommt, dass man so diszipliniert sein muss, mit der täglichen Routine sofort wieder zu beginnen, wenn es die Umstände zulassen.

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Täglich schreiben … geht nicht immer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s