5 Gründe, warum Autoren einen Hund haben „sollten“

„Jede Autorin, jeder Autor sollte einen Hund haben.“

Als ich mir in dieser Woche darüber Gedanken machte, was den Schreibprozess auflockert, kam mir dieser Satz in den Sinn. In meinen Artikeln auf Schreibretreat ebenso wie in meinen E-Books möchte ich euch Strategien und Möglichkeiten aufzeigen, wie man auf einfachstem und effektivstem Weg Ideen generiert, sich zum Schreiben motiviert und sich das Schreiben so angenehm und leicht wie möglich macht.

Für mich persönlich ist ein Hund tatsächlich sehr hilfreich im Schreibprozess. Ich möchte euch heute zeigen, warum:

1. Hunde sorgen für Pausen im Schreiballtag

Hunde haben eine innere Uhr. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber meine innere Uhr funktioniert nicht mehr. Das habe ich wieder in aller Deutlichkeit gemerkt, als ich nach dem Tod unserer Hündin zehn Monate hundelos war. Wenn ich im Schreibflow bin, schreibe ich. Wenn ich arbeite, arbeite ich, bis ich irgendwann auf die Uhr schaue und sehe, dass ich meine Tochter vom Kindergarten abholen muss. Aber auch anderen, die allein arbeiten, ohne Kollegen, die einen zwischendurch mal ablenken oder auffordern, mit in die Kantine zu gehen, kennen es garantiert, dass man am liebsten durcharbeitet, um möglichst viel zu schaffen.

Diese Vorgehensweise ist ungesund und stresst den Körper und den Geist. Wir brauchen die Pausen zwischendurch, um unser Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen, unseren Körper zu lockern, um wieder aufzutanken. Auch unsere Kreativität wird ohne Pausen strapaziert.

Seit August letzten Jahres haben wir wieder eine Hündin – und ich damit auch wieder einen gesunden Arbeitsrhythmus. Gut, in den ersten Monaten mussten wir uns erst einmal auf einander einstellen, ihre Schlafphasen waren tagsüber sehr kurz und sie wollte am liebsten den ganzen Tag spielen. Doch mittlerweile ist es so, dass wir uns arrangiert haben: sie erinnert mich um 10.30 Uhr daran, dass wir unseren Spaziergang machen müssen. Gegen. 12.30 Uhr sorgt sie dafür, dass ich an unser Mittagessen denke. Und um 14 Uhr, dass ich meine Tochter abholen muss. Es ist wirklich faszinierend. Klar, wenn ich gerade mitten im Flow bin und sie mit ihren Pfoten auf und ab tapst, nervt es schon ein wenig. Aber ohne sie würde ich die Pausen zwischendurch einfach ignorieren. Und dabei das Essen vergessen. Gesund ist etwas anderes, oder?

Durch ihre innere Uhr und ihrem natürlichen Bedürfnis, sich draußen an der frischen Luft zu bewegen, sorgen Hunde dafür, dass wir unseren Arbeitsprozess unterbrechen und die notwendigen Pausen machen.

2. Spaziergänge mit dem Hund machen uns fit

Wer täglich stundenlang am Schreibtisch sitzt und sich kaum bewegt, schadet seiner Gesundheit. Der starre Blick auf den Monitor und das Verharren in derselben Sitzposition können Auslöser für Nackenprobleme, Rückenschmerzen und Bandscheibenprobleme sein. Mit seinem Hund muss man bei Wind und Wetter raus. Das härtet nicht nur das Immunsystem ab, sondern stärken auch den Körper. Dadurch werden haltungsbedingte Rückenschmerzen gelindert oder verschwinden sogar vollständig, die Gelenke werden ebenso wie der Kreislauf gestärkt.

Natürlich kann man auch ohne Hund spazieren gehen. Aber dazu braucht man wirklich mehr Disziplin als mit einem Hund. Schlechtes Wetter, zu viel Arbeit etc. sind keine Ausreden, die Hunde gelten lassen! Hunde drängen auf ihren Spaziergang. Sie müssen raus, damit sie nicht unleidlich werden. Lexie wird beispielsweise sehr penetrant, wenn sie nicht ausgelastet ist. Sie kratzt gegen die Terrassentür in meinem Büro, geht laut auf und ab (dieses Klackern auf dem Laminat ist dermaßen ätzend …) oder sucht sich schon mal ein Buch, das sie annagen kann. Dieser Druck auf mich wirkt 😉

Auf der Webseite des Zentrums für Gesundheit findet ihr noch mehr Gründe, weshalb  Spaziergänge gut tun.

3. Hunde helfen uns, Stress und Müdigkeit abzubauen

Die täglichen Spaziergänge mit einem Hund halten unser Stresslevel niedrig. Der Blutdruck bleibt in einem gesunden Rahmen, der Kopf wird wieder frei. Ich merke es, sobald ich nach zehn Minuten den Wald erreiche. Bis dahin schwirren mir oft noch zahlreiche Gedanken durch den Kopf oder mein Puls rast, weil ich darüber nachdenke, dass der Text X bis morgen eigentlich fertig werden sollte. Doch die frische Luft und die Natur entstressen mich. Auch die Müdigkeit, die während des Schreibens immer wieder durchblitzt, ist nach einem ausgedehnten Spaziergang wie weggeblasen, genauso wie schlechte Laune. 😉 Denn während des Laufens werden Hormone ausgeschüttet, die sich positiv auf unsere Stimmung auslegen.

Dabei ist ein Spaziergang in der Natur wesentlich effektiver als in der Stadt. Der Lärm und die Hektik in der Stadt sind nicht gerade förderlich. Im Wald oder auf dem Feld dagegen herrschen Ruhe, man kann abschalten und sich ganz ausgelassen mit seinem Hund beschäftigen.

4. Kreative Ideen generieren mit Hunden

Die Spaziergänge mit meinem Hund, aber auch das tägliche Kämmen ihrer langen Haare ordnen meine Gedanken und lassen neue Ideen durch. Viele meiner Schreibimpulse aus meinem aktuellen E-Book (immerhin sind es 365) habe ich mir auf meinen Spaziergängen ausgedacht. Dies Idee zu diesem Artikel entstand wie gesagt ebenfalls auf einem Spaziergang.

5. Mein Hund, mein Kollege

Schreiben im stillen Kämmerlein kann manchmal ganz schön einsam sein (oh, ein Reim ;-)). Da ist es einfach schön, wenn man weiß, dass neben den Füßen ein Hund schlummert, der bei Bedarf auch mal als Gesprächspartner herhalten kann und muss. Auch wenn Lexie mir nicht sprechend antwortet, schätze ich ihre Anwesenheit sehr. In den zehn Monaten ohne Hund war ich rund sechs Stunden am Tag allein. Auf Dauer wirkt sich das sicher auch auf die Psyche aus, oder? Man schreibt vor sich hin, man denkt und denkt, ohne Ablenkung und ohne Gespräch. Das ist und war nicht meins. Sicher ist man kurzfristig effektiver, wenn man sechs Stunden durcharbeitet. Aber wenn man ehrlich ist, sind Auflockerungen im Alltag nicht nur gesünder, sondern machen einfach zufriedener und auf lange Sicht effektiver. Und wenn diese Auflockerungen durch einen Vierbeiner erfolgen, ist es umso schöner.

Habt ihr auch Hunde? Oder andere Haustiere?

 

 

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5 Gedanken zu “5 Gründe, warum Autoren einen Hund haben „sollten“

  1. karengraceholmsgaard schreibt:

    Guten Morgen, liebe Denise! 🙂
    Also, ich habe nun keinen Hund, finde Deine Ansätze aber sehr gut.
    Wir haben Wellensittiche!
    Ab und zu besuchen wir auch ein Tierheim und kümmern uns dort um Wauzis. 😉
    Habe auch einen schönen Tag. ❤
    Gruß Karen

    • Schreibretreat schreibt:

      Ja, das stimmt, es geht auch alles ohne Hund (und nebenbei sind Hunde ja auch noch „Zeitfresserchen“ ;-)) Ich konnte auch in den zehn Monaten ohne Hund schreiben. 🙂 Aber wenn man einmal einen Hund hatte, ist man es gewohnt, mit Begleitung spazieren oder überhaupt rauszugehen. Und es macht unglaublich viel Spaß! Liebe Grüße, Denise

  2. Hilary K. schreibt:

    Oh ja, ich lebe mit Suka. der super Hundine zusammen. Ihre Hobbys sind fressen, spazierengehen, auf dem Sofa liegen, spazierengehen und Hörbuch hören. Sie ist halt Literaturliebhaberin. Und ohne sie, würde ich sehr viel weniger vor die Tür gehen. Daher unerlässlich. Alles Liebe Hilary

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