10 Schreibtipps, um klarer und verständlicher zu schreiben

Hallo ihr Lieben,

in der letzten Woche kam die dritte Ausgabe der QWERTZ mit der Post! Ich freue mich immer sehr auf das Mitgliedermagazin des BVjA, nicht nur, weil ich darin meinen Artikel finde ;-), sondern weil die QWERTZ gespickt ist mit tollen Tipps und Informationen rund um das Thema Schreiben und Bücherveröffentlichten. Die QWERTZ ist das Mitgliedermagazin des  Bundesverbands junger Autoren und Autorinnen und nur ein Vorteil der Mitgliedschaft in diesem engagierten Verband. Ich habe ja bereits vor einigen Monaten erzählt, warum es sich lohnt, Mitglied im BVjA zu werden. Hier könnt ihr den Artikel noch einmal nachlesen.

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Die aktuelle QWERTZ 03/2016

In der aktuellen Ausgabe (QWERTZ 03/2016) könnt ihr neben meinem Artikel, den ihr weiter unten noch einmal nachlesen könnt, beispielsweise ein spannendes Interview mit Sylvia Englert lesen. Sie ist die Autorin des populären Autoren-Handbuchs, das sicherlich jeder von euch kennt, oder? Brina Stein erzählt in ihrem Erfahrungsbericht, warum die Zusammenarbeit mit einem James Bond der Bücherwelt, einem Literaturagenten, für Autoren so wertvoll sein kann („Keine Angst vor 007 oder von der Zusammenarbeit mit einem Literaturagenten). Für alle Selfpublisher unter euch ist sicher das Interview mit Bianca Bolduan interessant, die sich als Buchhändlerin auf Bücher aus Klein- und Selbstverlagen spezialisiert hat. Ihre etwas andere Buchhandlung „Wortwerke“, in der regelmäßig Lesungen und Ausstellungen auch unbekannter Autoren und Künstler stattfinden, hat Standorte in Bad Segeberg, Husum, Bremerhaven und Westerburg.

Wenn ihr noch kein BVjA-Mitglied seid, überlegt es euch doch einmal, ob der Autorenverband nicht auch etwas für euch ist. 🙂 Nun folgt aber erst einmal mein Artikel!

Viel Spaß beim Lesen!

Denise

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10 Tipps, wie Sie klarer und verständlicher schreiben

Gibt es etwas, das einen Leser mehr verschreckt als Texte mit unzähligen überflüssigen Wörtern und konstruierte Formulierungen? Ein Blick in die Bestsellerlisten genügt, um zu sehen, dass die Leser Bücher bevorzugen, die klar und einfach formuliert sind. Oder nehmen wir Agathe Christie: ihre Kriminalromane sind auch nach Jahrzehnten erfolgreich. Warum? Britische Sprachwissenschaftler nehmen an, dass Christies einfacher Schreibstil die Leser in den Bann zieht, heute wie vor vierzig Jahren. Die Leser belletristischer Literatur möchten sich vergnügen und der Handlung zügig folgen können, ohne erst ein Fremdwörterbuch hinzuzuziehen oder einen verwirrenden Absatz mehrmals lesen zu müssen.

Ihre Texte werden lesefreundlicher, wenn Sie die folgenden Tipps während des Überarbeitens beherzigen. Sie können bereits während des Schreibens darauf achten, Ihre Geschichte verständlich zu schreiben. Seien Sie jedoch nicht zu verbissen, diese Punkte schon während des Schreibens zu beachten. Andernfalls könnten Sie Ihren Schreibfluss stören. In der Überarbeitungsphase bleibt noch genügend Zeit.

Tipps für eine klare, verständliche Sprache

  1. Nutzen Sie einfache, kurze Wörter, die in ihrer Bedeutung klar und verständlich sind: machen statt durchführen, sehen statt erblicken, stehlen statt entwenden. Fremdwörter oder zu lange Wörter halten den Leser in seinem Lesefluss auf. Fühlt er sich durch eine Vielzahl an übertrieben langen Wörtern zu sehr in seinem Lesefluss gehindert, wird der Ihren Text weglegen.
  2. Für eine lebendigere Sprache schreiben Sie im Aktiv und vermeiden möglichst das Passiv.
  3. In unserer täglichen Sprache nutzen wir sie häufig: Füllwörter wie doch, ziemlich, halt, ja, also … Überlegen Sie genau, ob diese Füllwörter beispielsweise in einem Dialog wirklich notwendig sind und eine Aussage unterstreichen. Ansonsten: rauswerfen! Auf schreiblabor.com finden Sie einen Füllwörter-Test, mit dem Sie Ihre Texte auf Füllwörter überprüfen können: http://www.schreiblabor.com/fuellwoerter-test/.
  4. Vermeiden Sie Bandwurm– und Schachtelsätze mit unzähligen Nebensätzen und Wörtern. Hier tummeln sich zu viele Gedanken und Ideen zu einem Satzungetüm, das von keinem Leser im normalen Lesefluss erfasst werden kann. Kürzen Sie die Sätze, ihrem Leser zuliebe!
  5. Monoton gleichlange Sätze wirken ermüdend, wenn sie sich häufen. Variieren Sie die Satzlänge, vermeiden Sie aber Bandwurm- und Schachtelsätze! Karl-Heinz Best (2002) hat die durchschnittliche Satzlänge in deutschen Texten des 20. Jahrhunderts untersucht und dabei folgendes herausgefunden: Sätze in literarischer Prosa sind in der Regel zwischen 7.08 und 19.62 Wörter und in Prosa für Kinder und Jugendliche zwischen 6.21 und 12.66 Wörter lang.
  6. Neigen Sie zu Wortwiederholungen? Überprüfen Sie Ihren Texten und ersetzen Sie die Wiederholungen. Ein Synonymwörterbuch kann dabei sehr hilfreich sein: http://synonyme.woxikon.de 
  7. Floskeln und abgegriffene Bilder langweilen den Leser. Suchen Sie nach neuen Bildern und Vergleichen, um lebendige Geschichten zu schreiben. Beobachten Sie das Alltagsgeschehen, um originelle Bilder zu erzeugen.
  8. Streichen Sie pleonastische Wortkombinationen, die dem Leser keine zusätzlichen Informationen bieten. Ein Pleonasmus (griech.) ist eine rhetorische Figur, die besagt, dass bedeutungsgleiche Ausdrücke innerhalb einer Wortkombination oder eines Satzes verwendet werden: weißer Schimmel, runde Kugel sind klassische Beispiele für Pleonasmen, die völlig unnötig sind. Schimmel sind immer weiß, Kugeln immer rund.
  9. Erweitern Sie Ihren Wortschatz: lesen Sie viel und notieren Sie sich Wörter, die Ihnen gefallen. Mit einem größeren Wortschatz können Sie Ihre Gedanken, Ideen und Gefühle besser ausdrücken.
  10. Lesen Sie sich Ihre Texte selbst laut vor. Während des Vorlesens erkennen Sie schwierige Textstellen und Wortkonstruktionen, wenn Sie stocken oder Sie Luft holen müssen. Auch wenn Sie abschweifen, ist es ein Zeichen, dass die Textstelle unbedingt überarbeitet werden muss. Trauen Sie sich, ganze Absätze zu streichen oder zu ersetzen. Ich weiß, dass es vielen schwer fällt, sich von einmal Geschriebenem zu trennen.

Literaturangabe:

Karl-Heinz Best: Satzlängen im Deutschen: Verteilungen, Mittelwerte, Sprachwandel. In: Göttinger Beiträge zur Sprachwissenschaft 7, 2002, S. 7–3. (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Satzlänge)

 

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"Version 4
Ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast, meinen Artikel zu lesen! Hat er dir gefallen? Dann freue ich mich darüber, wenn du ihn kommentierst oder teilst, damit auch andere ihn lesen und von den Infos profitieren können! 🙂

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Liebe Grüße, Denise

 

 

 

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4 Gedanken zu “10 Schreibtipps, um klarer und verständlicher zu schreiben

  1. Nebu schreibt:

    Liebe Denise,

    ich finde Deinen Artikel gelungen und habe durch die Links gleich zwei neue Tabs in meinen Schreib-Favoriten-Ordner im Browser gespeichert. Den Bundesverband junger Autoren und Autorinnen bzw. dessen Internetseite habe ich mir zwar angesehen, aber er scheint dermaßen veraltet und nicht up to date zu sein, dass zumindest die Seite selbst keine Empfehlung für den Verein sein kann.

    Deinen Rat, täglich zu schreiben (ja, ich habe das Buch bei mir), konnte ich bislang leider immer noch nicht umsetzen. Hobbies sind was fürchterliches – sie tauchen meist in Rudeln auf und ich mag keines von ihnen vernachlässigen 😉
    Aber selbst wenn ich nur dreimal wöchentlich einen Text schreibe, ist das ein Gewinn – im Vergleich dazu, sonst nur im April zum NaNoCamp und dann natürlich im November beim NaNoWriMo die Schreibprojekt-Dateien zu öffnen.

    Ich bin jedenfalls gespannt, ob ich mich irgendwann wirklich zu einer täglichen Arbeit steigern und aufraffen kann.

    Ich schicke Dir liebe Grüße – Katharina

  2. Schreibretreat schreibt:

    Liebe Katharina,
    vielen Dank für deinen Kommentar!
    Du hast recht, die Webseite ist momentan wohl nicht auf dem neuesten Stand. Aber sie sagt nichts über die Qualität der Arbeit aus, die der BVjA leistet 🙂
    Dreimal in der Woche ist doch super! Weiterhin viel Spaß beim Schreiben!
    Liebe Grüße,
    Denise

  3. rufinella schreibt:

    Liebe Denise, danke von Herz und Schweinehund für deinen Artikel. Das war ein Tritt auf den richtigen Weg für mich, mit dem Schreiben meines Buches über all meine Tiergespräche richtig in die Puschen zu kommen. Z.B. mit einer Wortsammlung. Und jeden Tag ein Viertelstündchen schreiben, das ist immer drin.

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