Tag 14: Was motiviert dich? –Autorenwahnsinn Sommer-Edition

Heute wird beim Autorenwahnsinn eine Frage gestellt, die ich gern mag. Warum? Weil solche Fragen inspirierende Antworten liefern. Gleich werde ich mich bei den anderen Autoren und Autorinnen umsehen und schauen, was sie motiviert. Dieser Input ist spannend; wahrscheinlich gibt es die eine oder andere Motivationsformel, die sich zu übernehmen lohnt 🙂

Nun möchte ich aber erst einmal die Frage beantworten: Was motiviert mich?

IMG_4196 1. An erster Stelle steht das Feedback meiner Leser und Kunden. Ich freue mich immer, wenn ich eine neue Rezension oder eine Mail erhalte, in der steht, dass er oder sie durch
meine Bücher, Seminare oder Mails wieder schreibt. Das ist Motivation pur, denn es zeigt mir, dass das, was ich tue, anderen etwas bringt und nicht sinnlose Zeitverschwendung ist.

 

 

 

IMG_39052. Motivationszitate – Ja, ich liebe sie tatsächlich. Nicht ohne Grund bekommen die Teilnehmer meiner Challenge jeden Tag ein neues Zitat untergejubelt 😉 Eigennutz, Eigenmotivation 😉

3. Ein neues, fertiges Buch in meinen Händen. Dieser Moment ist unbezahlbar und motiviert für Folgebücher.

4. Diverse Songs, Bücher und Filme. Für einen Motivationskick klick ich mich zu youtube und wähle meine Moti-Songs aus. Sie geben mir sofort neue Energie. Ich werde euch jetzt aber nicht sagen, welche es sind … wahrscheinlich etwas peinlich 😉

5. Mein Kontostand (sowohl bei Ebbe als auch bei Flut) – Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich aus reiner Spaß am Schreiben schreibe. Ich liebe es, wenn ich dafür entlohnt werde. Und wenn mal wenig reinkommt, zeigt es mir, dass ich mich mal wieder etwas mehr anstrengen sollte. Da mein Monatsgehalt als Freiberuflerin nicht konstant ist, ist der Kontostand doch ein sehr hoher Motivationsfaktor, mehr zu tun 🙂

AUTORENWAHNSINN – SOMMERLOCH EDITION – TAG 2

Hallo ihr Lieben,

heute geht es beim Autorenwahnsinn um die Frage nach den Schreibzielen für August. Hier sind meine:

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  • 4 Kapitel für mein Romanprojekt schreiben
  • Meinen Schreibratgeber beenden
  • Kursvorbereitung für meinen neuen Kurs Magisches Schreiben

Ich werde jetzt mal schauen, welche Ziele die anderen Autorinnen und Autoren haben.

Liebe Grüße,

Denise

 

Gegen Selbstzweifel: Mein „Du kannst es doch!“-Glas

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Jeder von uns zweifelt hin und wieder an sich und seinen Fähigkeiten. Wenn es mit der Szene nicht so klappt, wie man es sich wünscht. Wenn der Testleser zu viele Kritikpunkte aufgelistet hat. Wenn die Worte stocken statt zu fließen. Dann will man alles hinschmeißen und nochmal von vorn anfangen … Solche Momente kennt sicher jeder, nicht wahr?

Das ist nichts Ungewöhnliches. Sogar große, erfolgreiche Schriftstellerinnen und Schriftsteller (z. B. Astrid Lindgren) leiden unter Selbstzweifeln. Sie können uns auch zugute kommen, nämlich dann, wenn wir bereit sind, weiterzumachen, mehr zu lernen und zu üben. (Erst wenn die Selbstzweifel dazu führen, dass man nicht mehr schreibt, sollte man sich sorgen machen.)

Für die Tage, an denen die Selbstzweifel wieder einmal an mir nagen, habe ich mir nun ein „Du kannst das doch!“-Glas gebastelt. Darin sammle ich nun alle positiven Feedbacks, Rezensionen und lieben Worte, die ich in der Vergangenheit bekommen habe.
Inspiriert hat mich bereits am Wochenende ein „Happiness Jar“, das ich beim Stöbern im Internet gefunden habe. Man schreibt täglich auf, was einen glücklich macht und legt es in das Glas. So füllt sich das Glücksglas allmählich mit positiven Glücksgefühlen.

Da ich vorgestern ein ganz motivierendes, liebes Feedback zu meinem E-Book „Schreib täglich“ bekommen habe, habe ich meine Inspiration direkt mal in das „Du kannst das doch!“-Glas umgesetzt. Schaden kann es sicher nicht, wenn man mal alle Erfolge in einem Glas hat und bei Bedarf eine Anti-Selbstzweifel-Dosis entnehmen kann 🙂

Was brauchst du?

  • Ein schönes, großes Einmach- oder Marmeladenglas
  • Verzierungsmaterialien wie Bänder, Eddings, Sticker
  • ggf. Sprühlack und Unterlage
  • positives Feedback und persönliche Erfolge, erreichte Ziele etc.

Dann geht es schon los!

  1. Ich habe mit fachhundlicher Unterstützung (keine Sorge, beim Sprayen war Lexie nicht in der Nähe ;-), mein simples Einmachglas vom Flohmarkt mit Edding angesprüht. Das dauerte nicht einmal drei Minuten und hat das Glas blickdicht gemacht.
  2. Ich mag es schlicht. Eigentlich wollte ich mein Glas noch etwas verzieren, doch dieses Babyblau gefällt mir momentan ganz gut. Wenn man will, kann man aber nun seiner Fantasie freien Lauf lassen. Hier könnt ihr euch selbst mal ein paar Happiness Gläser anschauen und euch inspirieren lassen.
  3. Ich habe anschließend noch das Mantra „Du kannst es!“ und eine Lemiskate auf mein Glas geschrieben bzw. gemalt.
  4. Dann beginnt die Auswahl der positiven, motivierenden Worte und Sätze. Ich habe mein E-Mailfach durchforstest, bin meine Amazon-Rezensionen durchgegangen und habe die letzten Ziele, die ich erreicht habe, aufgeschrieben. Dann habe ich sie in ein Dokument kopiert, verkleinert und dann ausgedruckt und ausgeschnitten.
  5. Ich habe die Zitate dann auf kleine Kärtchen geklebt, die irgendwann einmal eine Beilage der Zeitschrift Flow waren. Das diente allerdings nur der spontanen Aufhübschung 🙂
  6. Das Glas kann nun fortlaufend immer erweitert werden.
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(c) Denise Fritsch, Schreibretreat

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(c) Denise Fritsch, Schreibretreat

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(c) Denise Fritsch, Schreibretreat

 

Und wenn die Selbstzweifel dann auftreten …

… schnappt man sich sein „Du kannst es!“-Glas und überzeugt den inneren Kritiker, dass er Unfug redet 🙂

Viel Spaß bei der Umsetzung! 😀

Eine Frage noch an euch :-): Wie meistert ihr Phasen, in denen ihr Selbstzweifel habt?

Denise

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„Ich habe zwei Wochen Tagebuch geschrieben – aus der Sicht des Mörders.“ – Interview mit der Autorin Barbara Steuten

_dsc8367Hallo ihr Lieben,

heute darf ich euch in einem Interview Barbara Steuten vorstellen, deren Krimi-Debüt „Kati Küppers und der gefallene Kaplan“ in am 17. November im edition Oberkassel Verlag in Düsseldorf erscheint!

Wie ihr wisst, geht es in meinen Interviews mit Autorinnen und Autoren (Kategorie: Wie schreiben andere?) immer um die Frage, wie der Schreibprozess gestaltet wurde. Ebenso interessiert es mich, wie sie das Schreiben in den Alltag integrieren. Ich finde es furchtbar spannend, wie andere arbeiten, wie sie es schaffen, den normalen Familienalltag mit dem Schreiballtag zu vereinbaren. Denn daraus kann man selbst so viel mitnehmen! Und wie unterschiedlich die Ideen und Herangehensweisen sind! Das ist doch toll, oder?

Auch Barbara Steuten hat mir in dem folgenden Interview davon erzählt, wie sie bei ihrem Krimi vorgegangen ist, wie sie recherchiert hat und wie die Verlagssuche lief. Außerdem gibt sie Einblicke, wie sie ihre Protagonistin Kati Küppers entwickelt hat. Und natürlich fehlen auch keine Schreibtipps! Ich bin mir sicher, dass ihr nach dem Lesen des Interviews wie ich auch Lust habt, ihren Krimi „Kati Küppers und der gefallene Kaplan“ zu lesen. 🙂

Hier findet ihr Barbara Steuten übrigens im Internet: www.barbara-steuten.de. Schaut doch mal bei ihr rein – aber lest erst das Interview, in Ordnung? Danke! 🙂

Liebe Grüße,

Denise

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(c) Barbara Steuten

„Ich habe zwei Wochen Tagebuch geschrieben – aus der Sicht des Mörders.“ – Interview mit der Autorin Barbara Steuten

Barbara, seit wann schreibst du?

Ich habe schon als Kind gerne Geschichten und Berichte geschrieben. Als Jugendliche habe ich die Geduld meiner Freunde mit Gedichten strapaziert. Aber als freie Autorin schreibe ich seit 2010.

Du hast drei Kinder, wie alt sind sie? Ab wann war etwa der Zeitpunkt, als du als Mutter wieder mehr Zeit zum Schreiben hattest?

Die Älteste wird 20, studiert bereits und wohnt daher in Düsseldorf. Der Mittlere wird dieses Jahr 18 und der Jüngste ist 11 Jahre alt.
Den Zeitpunkt suche ich immer noch. Nein, im Ernst. Dass ich Schriftstellerin werden wollte, habe ich erst realisiert, als unser Jüngster bereits in den Kindergarten ging. Da hatte ich übrigens mehr und verlässlicher Zeit zum Schreiben, als später in der Schulzeit. Und Mutter bleibe ich mein Leben lang. Auch wenn ich jetzt keine Windeln mehr wechseln muss, ist es mir wichtig, bei Problemen in der Schule, an der Uni, mit den Freunden, im Sport … ansprechbar zu sein. Krank sind Kinder auch, wenn sie fast volljährig sind.

Am 17. November erscheint unter dem Titel „Kati Küppers und der gefallene Kaplan“ im edition oberkassel Verlag, Düsseldorf, dein Debüt-Roman. Worum geht es?

Im idyllischen Niederbroich, einem typischen (aber fiktiven) Dorf im Rheinland, düst die Küsterin Kati Küppers mit ihrem apfelsinenfarbenen Hollandrad zwischen Kirche und Kapelle hin und her und verwandelt das Pfarrzentrum auch schon mal in eine Disco für die Jugend. Hier ist die Welt noch in Ordnung, bis eines Tages der Kaplan die Kirchenkellertreppe hinunterstürzt und Kati Küppers plötzlich unter Mordverdacht steht. Mit der Unterstützung ihres Enkels und diverser Heiliger macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Mörder.

Wie ist die Idee zu deiner letzten Geschichte entstanden?

Elke Pistor (schreibt vor allem Eifel-Krimis) stellte uns im Seminar „Von Anfangen bis Zuspitzen – wie man plottet“ die Aufgabe, eine Figur zu beschreiben, die lange vor ihrem Wecker aufwacht … und so wurde Kati Küppers „geboren“.

Erzähl mir ein wenig von deiner Protagonistin Kathi Küppers. Wer ist sie und wie bist du vorgegangen, um sie zu entwickeln?

Kati Küppers hat den Spürsinn einer Miss Marple, den Humor eines Don Camillos und die Neugier einer Pippi Langstrumpf. Ursprünglich hieß sie Katharina, wurde schnell zu Käthe, was sie aber zu alt machte. Mittlerweile schreibt sie sich sogar ohne H. Ich habe sie, ihr Äußeres und ihr Handeln in verschiedenen Szenen beschrieben und diese Szenen drei Freundinnen vorgestellt. Die deckten schonungslos Widersprüche und Ungereimtheiten auf. Gemeinsam legten wir Verhaltensweisen fest, bis Kati Küppers die Ermittlerin war, die ich haben wollte. Als ich mir die Haare abschneiden ließ, musste sich Kati noch ein bisschen mehr verändern, damit keiner auf die Idee kommt, Figur und Autorin zu verwechseln oder irgendwelche autobiografischen Vermutungen anzustellen.

Kannst du beschreiben, wie du beim Planen deines letzten Romans vorgegangen bist? Planst du oder schreibst du deine Romane einfach drauflos?

Vom Kurzgeschichten- zum Roman-Schreiben war für mich ein großer Schritt. Denn die Kurzgeschichten schreibe ich aus dem Bauch heraus, aus einem Gefühl. Das funktioniert beim Roman nicht gut und beim Krimi kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen.

Ich habe mir einen groben Plan gemacht: Wer ist der Mörder? Was ist sein Motiv? Am Ende muss Kati den Mörder überführen. Wie macht sie das? Dann habe ich zwei Wochen Tagebuch geschrieben aus der Sicht des Mörders – und mehr erfahren, als mir lieb war. Doch wusste ich jetzt, wie der Mörder tickt. Als nächstes hab ich mir das Opfer vorgeknöpft, allerdings nicht ganz so ausführlich wie den Mörder. Jetzt brauchte ich noch ein ganzes Dorf voller Verdächtiger und eine Polizei, die aber nicht tumb daher kommen sollte. Dabei entstanden automatisch Szenen in meinem Kopf, die ich unbedingt zu Papier bringen wollte. Das war der Moment, in dem ich vom Planen zum Schreiben wechselte. Den groben Plan im Kopf bzw. im Ordner, durfte ich meine Fantasien davon galoppieren lassen. Bis sie sich lahm gelaufen hatten. Dann kehrte ich zum Planen zurück.

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Dazu hängt in meinem Arbeitszimmer ein Whiteboard, auf dem ich beispielsweise Szene für Szene in Stichpunkten notiert habe. Ich habe geschoben und neu gegliedert und hatte doch den ganzen Roman im Blick.

Schließlich wanderte der Szenenplan in einen Ordner, in dem ich immer wieder nachschlagen konnte, wie es weitergehen sollte, wenn die Fantasie erlahmte. Ich hatte also eine Reiseroute für meinen Krimi.

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(c) Barbara Steuten

Welche Vorteile hat das Planen für dich?

Das Planen hilft mir, mich nicht zu verrennen und nach 80 Seiten das Manuskript in die Ecke zu pfeffern, weil ich in einer Sackgasse stecke.

Und das Nicht-Planen?

Das Drauf-los-schreiben entfesselt die Kreativität in mir und wenn es läuft, schwebe ich in anderen Sphären. Aus Spaß an der Freud verlasse ich dann schon mal die geplante Reiseroute und klettere den Berg hoch, um die Aussicht zu genießen, oder raste im Schatten eines Baumes und schaue den Bienen bei der Arbeit zu. Dabei muss die Szene jedoch einen Sinn haben: sie zeigt die Figur bei einer Tätigkeit, lässt den Leser tiefer in die Atmosphäre eintauchen oder führt direkt zum nächsten Konflikt.

Kannst du den Lesern einen Einblick in deinen Rechercheprozess geben? Recherchierst du vor oder während des Schreibens?

Der Rechercheprozess ist bei mir nie abgeschlossen. Da stehe ich mir mit meinem Perfektionismus leider manchmal selber im Wege. Ich hatte bei meinem Krimi von Anfang an die Idee, dass der Messwein vergiftet sein sollte. Doch womit? Darüber habe ich mich mit der Apothekerin aus meiner Gemeinde beraten – bei der Organisation des Weihnachtsbasars. Allerdings führte das dazu, dass der ein oder andere Bedenken hatte, an meinem Stand Plätzchen zu kaufen.

Außerdem findet sich in meinem Bücherregal neben Schreibratgebern auch Bücher über Polizeiarbeit, Verhörtechniken und Psychologische Abhandlungen. Wenn mir beim Schreiben nicht klar ist, wie etwas funktioniert, schlage ich dort nach. Bringt mich das nicht weiter, suche ich mir einen Experten.

Manche Rechercheergebnisse muss man aber auch wieder streichen. Ich weiß zwar, dass Kriminaltechniker die Spuren am Tatort sichern, aber ich nenne sie weiterhin „Spurensicherung“ oder „Spusi“. Das ist dem Krimileser vertraut.

Wann schreibst du? Zu welchen Tageszeiten? Täglich? Wöchentlich? Wie viele Stunden?

Während des Roman-Projektes habe ich täglich geschrieben. Vorzugsweise morgens, wenn alle aus dem Haus waren. Das Schreibprogramm Papyrus Autor, mit dem ich gearbeitet habe, zeigte mir jeden Tag an, ob ich mein bewusst niedrig gehaltenes Soll erfüllt hatte und wie viel Zeit mir bis zur Fertigstellung blieb.

Hast du mentale Unterstützung während des Schreibens? Von wem?

Ich habe einigen guten Freundinnen und Kollegen von meinem Roman-Projekt erzählt und sie sogar gebeten, mich ab und zu nach den Fortschritten zu fragen. Das hat mir geholfen, selber das Projekt ernst zu nehmen und dran zu bleiben. Die Gefahr ist groß, dass Wäscheberge, dreckiges Geschirr und dringende Termine die Zeit zum Schreiben auffressen. Aber wenn ab und zu mal jemand anruft und nachhakt, muss ich mich rechtfertigen, warum ich lieber Wäsche falte als schreibe.

Kennst du von dir Schreibblockaden? Wie gehst du vor, wenn du eine Blockade hast? Hast du Strategien entwickelt?

Ich nenne es nicht gerne Blockade, vielleicht, weil sie mir dann zu mächtig erscheint. Aber es gibt durchaus Zeiten, in denen ich nicht schreiben kann. Anfangs lag es daran, dass ich mich selbst unter Druck gesetzt und von meinen Rohtexten bereits literarische Brillanz erwartet habe. Mittlerweile bin ich gelassener und weiß, wie man überarbeitet bis es glänzt.

Aber es gibt auch Momente im Leben, in denen ich mir zugestehe, nicht zu schreiben. Seit November habe ich bewusst so viel Zeit wie möglich mit der weltallerbesten Schwiegermutter verbracht, weil sich der Krebs mehr Raum verschaffte, als ihm zustand. Als sie im Frühjahr starb, brauchte ich Zeit zum Trauern und Kraft, die Familie zusammenzuhalten. Ich habe in dieser Zeit viel gelesen und bin ganz bewusst zur Leipziger Buchmesse oder zum Nürnberger Autorentreffen gefahren, um mich mit KollegInnen und Verlegern auszutauschen, in der Hoffnung, die Freude am Schreiben wiederzufinden. Es hat funktioniert. Auch wenn ich noch nicht, wie ursprünglich geplant, mitten im nächsten Roman-Projekt stecke.

Wie lief die Verlagssuche? Wie viele Verlage hast du angeschrieben?

Ich habe mir im Vorfeld lange Gedanken gemacht, ob ich mein Manuskript in einem großen Verlag unterbringen will. Doch als unbekannte Autorin habe ich mich schließlich für einen kleinen Verlag aus Düsseldorf entschieden. Zum einen passt mein Krimi gut in sein Programm und spielt in der Region. Zum anderen habe ich nach vielen Gesprächen mit KollegInnen auf mein Bauchgefühl gehört. Ich kenne den Verleger persönlich, stehe mit meinen Kurzgeschichten bereits in mehreren Anthologien, die die edition oberkassel herausgebracht hat und saß auch schon für Anthologie-Ausschreibungen des Verlages in der Jury. Ich habe ihn also gefragt, ob er an meinem Manuskript interessiert ist, es ihm geschickt und hatte keine vier Wochen später den Vertrag im Briefkasten.

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(C) Barbara Steuten

Wie ich weiß, besuchst du Schreibworkshops, um dich stetig zu verbessern. Welcher Schreibkurs hat dich besonders beeindruckt und warum?

Es sind sehr viele Kurse und Seminare, die alle ein Stück mein Schreiben beeinflusst haben. Ein ganz besonderer Kurs war das „Figurenensemble stellen“ mit Bestseller-Autorin Nina George. Diese tolle Schriftstellerin hautnah zu erleben war spannend. Die Arbeit mit ihr und den teilnehmenden Profi-Autoren (u. a. Jutta Profijt, Sabine Klewe und Martin Conrath) war für mich ein Glücksfall, der schließlich dazu führte, dass ich jetzt Krimis schreibe. Obwohl ich das nie wollte, weil es schon so viele tolle Krimi-AutorInnen gibt.

Bist du in Schriftstellerverbänden? Was bringt dir die Mitgliedschaft persönlich?

Ich bin im Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. – kurz BVjA und habe darüber u.a. meinen Verleger kennengelernt. Ich schätze am BVjA vor allem die hervorragende Lobbyarbeit, die der Vorstand mit viel Engagement leistet. Der Fairlag-Vertrag trägt seine Handschrift. Er bietet tolle Seminare zu bezahlbaren Konditionen und trumpft mit Ideen wie dem Speed-Dating zwischen Autor und Verlag auf der Leipziger Buchmesse. Mit anderen Mitgliedern kommt man schnell in Kontakt, lernt sich kennen und schätzen. Denn wer heute nicht netzwerkt, hängt durch.

Hast du immer daran geglaubt, dass du es schaffen wirst, deine Bücher zu veröffentlichen?

Als ich 2010 mit dem Schreiben von Kurzgeschichten angefangen habe, habe ich nicht einmal geglaubt, dass ich überhaupt ein ganzes Buch selbst schreiben könnte. Deshalb habe ich mir 2012 einen Coach gesucht, der mich bei der Konzept-Erstellung meines ersten Roman-Projekts unterstützte. Rainer Wekwerth hat dies mit viel Lob, Wohlwollen und Charme getan. Dabei hat er mir das nötige Rüstzeug an die Hand gegeben, mit dem nach zwölf Schreibaufgaben ein Romankonzept stand, bei dem ich wusste, was in jedem Kapitel vorkommen soll und mich so von einem Kapitel zum anderen hangeln konnte. Dieses Gerüst lässt sich auf jedes neue Projekt anwenden.

Doch mit der Veröffentlichung ist die Arbeit eines Schriftstellers noch lange nicht getan. Heute muss man sich selbst um Lesungen kümmern und Ideen entwickeln, wie man auf angenehme Weise auf sein Buch aufmerksam machen kann.

Welche Tipps kannst du Schreibenden, die einen Vollzeitjob und/oder Kinder haben, mit auf den Weg geben kannst?

  • Nimm dir Zeit für eine Kosten-Nutzen-Aufstellung. Was bist du bereit zu investieren (Zeit, Nerven und Geld), um Autor zu werden? Worauf wirst du unter keinen Umständen verzichten?
  • Wenn du erst Schreiben kannst, wenn das Haus perfekt aufgeräumt ist, wenn die Kinder mit selbstgemachter Vollwertkost versorgt und bei den Hausaufgaben unterstützt worden sind, wenn das Abendbüffet für die Doppelkopfrunde hausgemacht ist … dann schreibe lieber Postkarten an deine Freunde aus dem Urlaub.
  • Wenn du weißt, dass du das Schreiben brauchst, um deinen Alltag zu meistern oder deine Gedanken zu sortieren, wirst du größere Anstrengungen auf dich nehmen, um Zeit dafür zu finden. Schicke das schlechte Gewissen in die Wüste, dass deine Kinder Fast-Food essen und ein paar Tage auf ihr Lieblings-T-Shirt warten müssen, weil du schreibst. Mache dir bewusst, dass das dein (zweiter) Beruf ist. Nimm ihn ernst. Dann schaffst du es auch, dich an Tagen zum Schreiben zu motivieren, an denen du nichts Brauchbares aufs Papier zu bekommen scheinst.
  • Ich habe bereits viele getroffen, die vom eigenen Buch träumen, aber nicht die Disziplin aufbringen, ihr Projekt konsequent durchzuziehen. Als Autor musst du dich immer wieder selbst motivieren und antreiben. Dennoch bleibt es ein Spagat zwischen leben und arbeiten.

Barbara, ich danke dir für dieses ausführliche, wunderbare Interview!

coverkatik01Wollt ihr noch mehr von Barbara Steuten wissen? Besucht sie auf ihrer Homepage: www.barbara-steuten.de oder besorgt euch den Krimi „Kati Küppers und der gefallene Kaplan“, der am 17. November im Handel erscheint.