Organisiert, reflektiert und motiviert mit einem Schreibjournal

Artikel aus der aktuellen QWERTZ 1/2017

Organisiert, reflektiert und motiviert mit einem Schreibjournal

Zu Beginn meiner Ausbildung zur Schreibberaterin hat uns der Professor aufgefordert, ein Lernjournal zu führen. Darin sollten wir unsere Erkenntnisse, Erfahrungen, Beobachtungen hinsichtlich der Ausbildung notieren sowie Ideen und Texte sammeln. Es war das erste Mal, dass ich davon hörte. Seitdem nutze ich das Journal bei jedem neuen Schreibprojekt. Ein Journal ist eine Art Tagebuch, in dem Gedanken zu einem bestimmten Projekt festgehalten werden.

Es ist ein großartiger Ort, um zu experimentieren und zu reflektieren. Viele berühmte Autoren haben Journale geführt, unter anderem Franz Kafka, Hermann Hesse, Virginia Woolf oder Hanns-Josef Ortheil.

Der Nutzen eines Schreibjournals

Das Schreiben eines Romans oder eines Ratgebers ist ein langwieriger Schreibprozess, bei dem der Schreibende immer wieder Rückschläge einstecken muss. Mit dem regelmäßigen Schreiben eines Journals lassen sich diese besser verkraften. Man ist organisierter, reflektiert seine Arbeitsschritte, seine Gedanken und Ideen. Erfolge werden ebenso notiert wie Schreibvorhaben. Durch diese Praxis schafft man sich selbst eine Motivationsgrundlage.

Viele Schriftsteller nutzen das Journalschreiben außerdem als Möglichkeit, um ihre Schreibstimme zu entwickeln. Sie geben sich innerhalb des Journals den Raum, schreibend zu experimentieren, Schreibimpulse auszuprobieren und somit Texte zu schreiben, die sie zwar nicht verwenden, die aber dennoch das Schreibprojekt beflügeln. Zudem nimmt das tägliche Journalschreiben die Hürde, mit dem Schreiben überhaupt zu beginnen: vor dem Schreiben nutzt man das Journal, um sich über den vergangenen Arbeitsprozess zu informieren, das Arbeitsvorhaben zu überdenken etc.

Wie führt man ein Schreibjournal?

Für ein Schreibjournals gibt es keine Vorgaben. Sie können skizzieren, schwafeln, zeichnen, Listen machen, Dialoge führen – es ist Ihre Entscheidung, wie Sie vorgehen. In meinem eigenen Schreibjournal gibt es einen vorgegebenen Rahmen, der mir hilft, das tägliche Schreiben zu dokumentieren, meine Gefühle zu reflektieren und zu vermerken, was gut funktioniert hat und wobei ich Schwierigkeiten hatte. Zusätzlich schreibe ich auf, was die nächsten Schritte innerhalb meines Projektes sein sollen.

Das Journal kann beispielsweise folgende Funktionen erfüllen:

– Dokumentation, was an einem (Schreib-)Tag passiert ist – Ideenmanagement
– Analyse und Bewertung von Fremdtexten
– Schreibbegleiter
– Reflexionsinstrument
– Experimentierfeld für Textfragmente – Methodendokumentation

Schauen wir uns die einzelnen Punkte etwas genauer an:

Dokumentieren: In Ihrem Journal können Sie Ihre eigene Arbeitsweise dokumentieren und diese rückblickend analysieren. Wie habe ich mich heute beim Schreiben gefühlt? War ich konzentriert? Woran hat es gelegen, dass ich nicht ins Schreiben kam? Was habe ich heute besonders gut gekonnt? Wie bin ich eingestiegen?

Ideenmanagement: Sie können Ideen festhalten, die Sie im Verlauf Ihrer Geschichte umsetzen wollen. So bekommen Sie die Gedanken aus dem Kopf und können sich wieder auf die Stelle konzentrieren, an der Sie gegenwärtig arbeiten.

Bewerten und Analysieren: Sie können das Journal nutzen, um beispielsweise die Einstiege von Romanen oder Kurzgeschichten anderer Kollegen zu bewerten. Dazu schreiben Sie einfach den Anfang heraus und schreiben Ihre Gedanken nieder. Was hat mir gefallen? Was nicht? War der Einstieg spannend? Warum habe ich ihn spannend empfunden?

Reflektieren: Ihre Journaleinträge sind Ihre späteren Reflexionsinstrumente. Mit Hilfe eines Journals erkennen Sie, welche Gedanken Sie sich wann zu welchen Themen gemacht haben. Sie können die Einträge nutzen, um zu reflektieren, wie Sie zukünftig effektiver arbeiten können bzw. welche Arbeitsschritte und Methoden Sie tatsächlich zu den erwünschten Erfolgen geführt haben.

Experimentieren: Oder Sie nutzen das Journal, um vor Ihrer eigentlichen Arbeit an Ihrem Roman oder an Ihrer Kurzgeschichte eine kreative Schreibübung auszuprobieren. Dadurch entstehen wiederum neue Ideen, die Sie als Schriftsteller in Ihrem Roman umsetzen können.

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Printbuch: Schreib täglich!

Hallo ihr Lieben,

es ist momentan etwas still auf dem Blog, aber das hat seine Gründe: Im Hintergrund arbeite ich an neuen Projekten und Seminaren für euch! 🙂

Heute möchte ich euch mein neues altes Buch zeigen, das seit Montag im Handel ist. Ich habe die beiden E-Books „Schreib täglich!“ und „365 kreative Schreibimpulse“ überarbeitet und zu einer Printausgabe zusammengeführt (für alle, die keine E-Books mögen und sich lieber durch echtes Papier arbeiten …).

Ihr könnt das Buch in jeder Buchhandlung – online oder lokal – erwerben und direkt mit eurem Schreibprogramm loslegen! Nutzt den Frühling, um neue Ideen zu kreieren!

Hier sind ein paar Fakten über das „Schreib täglich!„:

228 Seiten
12,99 Euro
ISBN-13: 978-3743195257

Liebe Grüße,

Denise

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Darum geht es in „Schreib täglich!“:

Mit diesem Buch erhalten Sie zwei praxiserprobte Bände aus der Reihe „Selbstcoaching für Autoren“, die Sie dazu motivieren, täglich zu schreiben:

Band 1: Schreib täglich!: Ein 30 x 15 Minuten Schreibprogramm für Autoren
Band 2: 365 kreative Schreibimpulse: Finde Tag für Tag Inspirationen für deine Geschichten
„Schreib täglich!“ ist ein Praxisbuch, das Sie bei der Entwicklung einer täglichen Schreibroutine unterstützt. Es ist ideal für Einsteiger, aber auch Fortgeschrittene profitieren von den über 30 kreativen Schreibübungen. Mit der Zielsetzung, maximal 15 Minuten täglich zu schreiben, überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund und etablieren das Schreiben in Ihrem Alltag. Mit Hilfe der sechs zusätzlichen Aufgaben beobachten und analysieren Sie Ihr eigenes Schreibverhalten, treten in Kontakt mit Ihrem inneren Kritiker und lernen, sich selbst zu motivieren.

In nur sechs Wochen
– entwickeln Sie eine tägliche Schreibroutine
– werden Sie als Autor oder Autorin selbstbewusster
– fördern Sie Ihren sprachlichen Ausdruck
– überwinden Sie Ihre Angst vor jedem Schreibbeginn
– werden Sie schneller, freier schreiben als zuvor
– lernen Sie, weniger perfektionistisch zu sein und die Worte einfach fließen zu lassen
– lernen Sie inspirierende Schreibaufgaben kennen, mit denen Sie
– jederzeit experimentieren können
– erhalten Sie ein großes Portfolio an Aufgaben, die Sie auch
– zukünftig in Schreibstimmung versetzen
– reflektieren Sie Ihr eigenes Schreibverhalten
– setzen Sie Ihre Kreativität frei

Im zweiten Teil werden Sie die 365 Schreibimpulse über das Schreibprogramm hinaus zum Schreiben anregen. Schreibimpulse sind das ideale Werkzeug, um neue Ideen zu generieren, entspannt in einen Schreibprozess einzusteigen oder Schreibblockaden zu verhindern. Wenn Sie auf der Suche nach frischen Ideen für einen neuen Roman oder eine Kurzgeschichte sind, werden Sie mit Hilfe dieser 365 Schreibanregungen schnell fündig. Sie aktivieren Ihre Kreativität auf der Stelle!

Michael Schäfer: Der „Stadt der Geister“-Autor im Interview (1/2)

IMG_20160119_172140-1Michael Schäfer wurde in Troisdorf bei Bonn geboren und lebt zur Zeit in Sankt Augustin. Nach Jobs im KFZ-Handel, Umzugsunternehmen und der Unterhaltungselektronik arbeitet er heute im Vertrieb eines Fliesenherstellers. Schon als Kind konnte er tagelang in die Welt der Bücher abtauchen. Ein Seminar für kreatives Schreiben gab 2012 den Anstoß, seinen Traum zu verwirklichen und Autor zu werden. Bisher sind mehrere Kurzgeschichten von ihm erschienen, vor kurzem auch sein Debütroman.

 

 

Ich freue mich, euch heute den ersten Teil des Autoreninterviews mit Michael Schäfer vorstellen zu dürfen. Meine Interviews, die ich mit Autorinnen und Autoren führe, haben immer das Ziel, einen Einblick in deren persönliches Vorgehen zu bekommen. Ich finde es selbst unheimlich inspirierend, wie andere beim Schreiben vorgehen und wie sie es geschafft haben, ihr Buch auf den Markt zu bringen. Michael hat sich extra viel Zeit genommen, um meine Fragen zu beantworten. Das Interview besteht aus zwei Teilen. Im heutigen ersten Teil erfahrt ihr, wie sein Debütroman entstanden ist. Ich wünsche euch viel Spaß! Lasst euch inspirieren!

Zunächst möchte ich dir zu deiner neuen Buchveröffentlichung gratulieren! „Stadt der Geister. Ein Fall für Gregory Low“ ist am 12. Februar bei Midnight/Ullstein erschienen. Wie fühlst du dich, jetzt, nachdem es endlich auf dem Markt ist?

Vielen Dank! Ich bin erstmal erleichtert. Selbst mit einem Verlag im Rücken ist es nicht ganz einfach, ein Buch herauszubringen. Es gibt Termine, die einzuhalten sind, man muss sich mit dem Lektorat absprechen, es müssen Entscheidungen über das Cover oder den Titel getroffen werden… das alles kostet Zeit und Nerven.
Vor allem wenn man es in seiner Freizeit regeln muss, da ich ja kein Vollzeit-Autor bin und einen normalen Beruf habe. Die Zusammenarbeit mit Ullstein ist aber ausgesprochen gut und konstruktiv. Nach dem Korrektorat wurde es ruhiger und ich konnte mich um erste Werbemaßnahmen kümmern, diese sind jetzt größtenteils abgeschlossen. Jetzt dominiert die Erleichterung, das mein Buch endlich erschienen ist und langsam kommt die Angst hoch, die jeder Autor kennt: Wird mein Buch gefallen? Wie kommt es beim Leser an? Wird man mich in der Luft zerreißen? Aber ich denke, das ist normal (hoffe ich).

Ja, diese Angst kennt sicherlich jeder Autor. Deine Romanfigur Gregory Low ist ein Privatdetektiv im Los Angeles der 1940er Jahre. Wer hat dich zu dieser Figur inspiriert?

Die kurze Fassung ist, ich wurde auf eine Anthologie-Ausschreibung des Art-Skript-Verlages aufmerksam, der Kurzgeschichten suchte, in denen Fantasy, Film Noir und Krimi miteinander kombiniert werden. Das inspirierte mich zu einem klassischen Film-Noir-Detektiv, der mit Geistern zu tun haben sollte. Eine Art Sam Spade oder Philip Marlowe wie in den alten Filmen aus den 40er/50er Jahren, kombiniert mit modernen Fantasy- und Mystery-Elementen, wie man sie aus TV-Serien wie Supernatural, Grimm oder den Büchern von Jim Butcher kennt.
Leider wurde meine Kurzgeschichte nicht angenommen, die Beschränkung auf 20 Seiten tat dem Ganzen eben auch nicht gut, daher fing ich an, eine zweite, längere Geschichte zu schreiben, mit mehr Platz und Gelegenheit, die Welt des Gregory Lows anschaulich zu schildern. Daraus wurde dann ,Stadt der Geister‘.
Zu der langen Version gehört noch, das ich schon immer den klassischen Krimi mochte, von A. C. Doyle oder A. Christie. Vor allem Geschichten, wo der Fall eigentlich nicht so wichtig ist, sondern die Personen und das Setting, der Ort und die Atmosphäre.

Kannst du meinen Lesern erzählen, wie du bei der Recherche vorgegangen bist? Wie hast du dich in dieser längst vergangenen Zeit zurechtgefunden?

Bei einem Roman, der in der Vergangenheit spielt und dazu in einem anderen Land, muss man natürlich einiges recherchieren, wenn man halbwegs realistisch sein will. Obwohl ich eine alternative Vergangenheit gewählt habe, um die Welt von Gregory Low zu schildern, wollte ich es trotzdem so echt wie möglich machen. Als erstes habe ich zwei alte Romane von Raymond Chandler und Dashiel Hammet gelesen, um mich an die Zeit damals heranzutasten. Wie hat man damals geredet? Welche Redewendungen waren modern, was hat man gegessen oder getrunken, wie ging man miteinander rum? Außerdem durchforstete ich hunderte von Fotos, um Gebäude, Straßen und Geschäfte kennen zu lernen. Pinterest war eine große Hilfe, ich habe dazu auch eine Galerie angelegt, mit passenden Bildern zum Roman. Auch der Energieversorger L. A. Water and Power und die L. A. Pulic Library waren sehr hilfreich, dank frei zugänglicher Bildarchive. Ich fand dort auch alte Stadtkarten, Adressverzeichnisse und Speisekarten, Werbeplakate und Zeitungsmeldungen. Seitdem liebe ich auch Art Déco.
Ich habe versucht, soviel wie möglich davon in meinem Buch einzubauen, um es echt wirken zu lassen. Alle Straßen und öffentliche Gebäude, die ich erwähne, gibt es wirklich. Auch die Cafés und Lokale, gab es oder gibt es heute noch. Vielleicht schreibe ich irgendwann einen historischen Reiseführer…

Wow, das war eine Menge Arbeit! Wie lange hat es von der Planung bis zur Versenden des Manuskripts an Midnight/Ullstein gedauert, bist du „Stadt der Geister“ abschließen konntest?

Das ist eine gute Frage. Denn es gibt zwei Schritte bei der Entstehung dieses Buches. Die erste Version brauchte vom ersten Satz bis zur letzten Korrektur sechs Monate. Ich schreibe nach Feierabend oder unterwegs, daher hat es recht lange gedauert. Dann schickte ich mein Manuskript ein, damit begann Schritt zwei: Nachdem der Verlag mein Manuskript annahm, brauchte ich nochmal rund sechs Wochen, denn meiner Lektorin war das Buch zu kurz! Meine Aufgabe bestand dann bis Weihnachten 2015, das Ganze noch um ein Drittel zu verlängern. Das war gar nicht mal so einfach, da das Buch ja eigentlich abgeschlossen war, dann neue Protagonisten und Kapitel in eine bestehende Handlung einzufügen, ohne alles zu zerstören, war eine echte Herausforderung. Aber es ging dann doch schneller, als gedacht, so dass ich noch vor dem Abgabetermin am 21.12. fertig wurde.

Du hast mir mal erzählt, dass du dein Manuskript teilweise auf dem Handy geschrieben hast. Für mich ist das immer noch unvorstellbar, aber es funktioniert ganz offensichtlich wunderbar. Du kannst also immer und überall schreiben? Wo hast du geschrieben?

Eigentlich kann ich überall schreiben, habe ich festgestellt. Da ich nur in meiner Freizeit schreiben kann, nutze ich jede Gelegenheit, die sich bietet. Ich schreibe erstmal sehr altmodisch mit Füller in Notizbücher. Das ist für mich kreativer. Aber dadurch entsteht das Problem: Wer tippt das alles in ein Schreibprogramm? Da außer mir niemand meine Schrift lesen kann, habe ich zuerst versucht, meine Notizen zu Hause am PC abzutippen. Das dauerte mir aber zu lange. Ich fahre jeden Tag 2 Stunden mit der Bahn zur Arbeit, diese Zeit bot sich an, sie für das Schreiben und Tippen zu nutzen. Aber immer ein Laptop herumschleppen wollte ich auch nicht. Daher fand ich für mich eine Lösung: Ich nutze mein Smartphone mit 5“ Bildschirm und eine kompakte Bluetooth-Tastatur. Das Handy hat man eh ständig dabei, dank mobiler Apps wie Google Docs und Word Mobil kann ich meinen Text unterwegs in eine Cloud übertragen und zu Hause weiterbearbeiten. Das einzige was ich tragen muss, ist eine Tastatur mit ein paar Hundert Gramm, deren Akku einen Monat reicht und mein Smartphone. Damit schreibe ich in der Bahn, im Café oder Restaurant, im Stehen, im Sitzen, überall. Sogar im Gehen, dann aber tippe ich direkt über den Display ein. So schaffe ich das Doppelte an Schreibzeit.

Geniale Lösung, um die Zeit produktiv zu nutzen. Aber wie gelingt es dir, die Umweltreize auszublenden?

Das geht sehr gut, momentan sitze ich direkt neben einem Presslufthammer, der grade ein Stück Straße zerlegt. Nein, natürlich nicht, Scherz beiseite. Normalerweise gelingt mir das ausblenden sehr gut. Ich tippe in der vollen Bahn oder im Café oder Restaurant. Nur wenn pausenlos jemand redet, dann nervt mich das, weil es meine innere Stimme übertönt. Zu Hause habe ich gerne Musik oder absolute Ruhe, je nach Stimmung. Darum schreibe ich auch gerne nachts, weil alles etwas ruhiger ist.

Was war dein größter Lerneffekt während des Schreibens? Gibt es etwas, was du heute im Nachhinein anders machen würdest?

Gelernt habe ich viel über Stil. Dieses Buch ist auch einer personalen Perspektive geschrieben, die ich normalerweise nicht mag. Heute ist es ja modern, den Leser in eine Person quasi hineinzuschießen, ihn direkt alle Gedanken, Sorgen und Hoffnungen miterleben zu lassen – was mir persönlich nicht gefällt. Mir gefiel aber der Stil in klassischen Krimi, wie z. B. bei Raymond Chandler, der zwar auch diese Ich-Perspektive verwendet, aber in einer eher distanzierten Form. Der Detektiv verrät selten etwas von sich, erzählt im Grunde nur noch, kommentiert, gibt zynische Statements, aber er offenbart kaum wahre Gefühle oder Gedanken. So ist der Leser zwar am Helden dran, aber so dicht, dass er den ganzen Raum einnimmt. Das mir diese Art zu schreiben auch liegt, war überraschend für mich. Das nächste Buch würde ich auch von Anfang an länger gestalten. Und es hat mir großen Spaß gemacht, kleine Anspielungen einzubauen, z. B. haben befreundete Autoren kleine Nebenrollen bekommen, das werde ich auch weiter beibehalten.

Morgen geht es mit dem zweiten Teil und einem tollen Gewinnspiel weiter! Hier könnt ihr bereits mehr über Michael erfahren:

Webseite: http://michaelschaeferasb.wix.com/schreibtischtaeter
Link zum Buch: http://midnight.ullstein.de/ebook/stadt-der-geister/
facebook: https://www.facebook.com/Schreibtischtaeter-1568225070095412/
twitter: @MichaelSchfer71
Pinterest: https://de.pinterest.com/michaels1699/die-gregory-low-serie/

 

Schreibanregung #02/16: Cluster

Sammle in einem Cluster Adjektive, die Geräusche beschreiben. (5 Minuten)

Wähle anschließend fünf Adjektive aus und schreibe fünf Sätze, in denen jeweils ein Adjektiv vorkommt. (5 Minuten)

Wie du mehr Zeit zum Schreiben findest und deine Ziele erreichst

Diesen Artikel habe ich für die aktuelle Qwertz geschrieben, dem Mitgliedermagazin des BVjA.

Ein Buch zu schreiben könnte so einfach sein: einfach hinsetzen und losschreiben. Doch nur den wenigsten Hobbyautoren, die einem Beruf nachgehen, Kinder und Partner haben und sich um Haus und Garten kümmern müssen, gelingt das problemlos. Tagtäglich prasseln so viele Erwartungen und Pflichten auf uns ein, dass schon dieses „einfach hinsetzen“ nicht funktioniert. Es gibt so viele Dinge, die erledigt werden müssen, an die wir denken müssen. Und dann gibt es auch noch die sozialen Netzwerke, die uns, wenn wir uns einmal an den Computer gesetzt haben, vom Schreiben abhalten. Unser Leben ist ständig in Bewegung – wie sollen wir es nur schaffen, in diesem vollgestopften Alltag noch ein Buch zu schreiben?

Spontan ergeben sich drei Möglichkeiten:

1. Es sein lassen.

2. Abwarten, bis es besser wird.

3. Immer dann schreiben, wenn ein bisschen Zeit ist.

Leider kommen wir so nicht voran. Die ersten beiden Möglichkeiten kommen bei vielen von uns nicht infrage, denn tief in uns ist diese innere Stimme, die uns dazu drängt, den Traum vom Schreiben nicht aufzugeben. Es gibt hunderte von Ideen, die umgesetzt werden wollen. Unzufriedenheit überkommt uns, denn wenn etwas in uns brennt, will dieses Feuer auch rausgelassen werden. Die dritte Option ist auch nicht viel wert, denn wenn etwas ohne Plan und Verbindlichkeit verläuft, können zwischen zwei Schreibsessions auch mal mehrere Tage oder sogar Wochen liegen. Zwischendurch ein paar Zeilen zu schreiben reicht selten aus, um ein Manuskript zu beenden oder auch nur den Wunsch vom Schreiben zu befriedigen. Frustrierend ist es darüber hinaus.

Nun kommt die vierte Möglichkeit ins Spiel. Regelmäßig oder täglich schreiben trotz Alltagsstress. Wie soll das funktionieren? Im Grunde genommen ist es ganz einfach: Man muss die Rahmenbedingungen für ein produktives Autorenleben schaffen. Und das bedeutet natürlich auch, dass man etwas im bisherigen Leben verändern muss. Es ist nicht immer einfach, regelmäßig Zeit und Muße zum Schreiben zu finden, doch es ist möglich.

Mit den folgenden sieben Tipps zeige ich dir, wie du dir Zeit zum Schreiben verschaffen und dich mental darauf einstimmen kannst, deinen Schreibtraum auch wirklich umzusetzen – trotz Haushalt, Partner, Kinder und Job. Denn nicht nur ein falsches Zeitmanagement, sondern auch ein fehlendes Bewusstsein für sich selbst und seine Ziele können das Projekt „Buch schreiben“ behindern.

#1: Finde Zeit zum Schreiben: das Zeittagebuch

Ich habe es am Anfang bereits erwähnt: Unser Alltag ist so vollgestopft, dass vielen zum regelmäßigem Schreiben einfach die Zeit fehlt. Ist das aber wirklich so?
Ich empfehle dir, ein Zeittagebuch zu nutzen und dich in der kommenden Woche zu beobachten. Schreibe detailliert auf, was du den ganzen Tag wann und wie lange machst. Oft fällt uns erst auf, wie viel Zeit wir eigentlich haben – und verplempern -, wenn wir genauer hinsehen. Werte die Daten am Ende der Woche aus und markiere die Zeiten, in denen du etwas gemacht hast, das eigentlich nicht notwendig war. Zu solchen Zeitfressern gehören natürlich das Internet, die sozialen Netzwerke, TV-Serien, aber auch fehlende Selbstdisziplin, tägliche „Vergnügungstelefonate“ mit Freunden oder der Mutter und Desorganisation wie ein unaufgeräumter Schreibtisch, auf dem erst einmal Platz geschaffen werden muss, bevor die Arbeit begonnen werden kann.
Natürlich musst du deine liebgewonnenen Tätigkeiten nicht aufgeben, aber wenn du findest, dass du keine oder zu wenig Zeit zum Schreiben hast, solltest du dir zumindest überlegen, einige Tätigkeiten zu limitieren.

#2: Vereinbare täglich einen Schreibtermin mit dir

Vereinbare mit dir selbst einen Termin und versuche jeden Tag fünfzehn Minuten für das Schreiben abzuzweigen, damit du von nun an regelmäßig schreiben kannst. Etabliere das tägliche Schreiben in deinem Tagesablauf! Dazu ist es übrigens am besten, wenn du immer zur selben Zeit schreiben könntest. Dies vereinfacht es, das neue Ritual anzunehmen. Später kannst du die Schreibzeit ausweiten.

#3: Schenke dir stundenweise Auszeiten von den sozialen Netzwerken

Gehörst du auch zu den Menschen, die rund um die Uhr bei Facebook, Twitter und Co. unterwegs sind? Es ist ja schön, immer informiert zu sein, was die Freunde und Bekannten treiben oder sie über eigene Aktivitäten zu informieren. Doch die Schattenseiten dieser Vernetzung sind vielfältig: Wissenschaftler haben längst festgestellt, dass sich der Stresspegel durch die sozialen Netzwerke erhöht und die Produktivität sowie die Lebensqualität sinkt. Smartphone-Apps unterstützen dich dabei, eine Weile offline zu bleiben.

#4: Ziele setzen und umsetzen

Wer wirklich seinen Traum vom Schreiben verwirklichen möchte, kommt nicht darum herum, sich Ziele zu setzen. Nicht zu wissen, wohin die Reise eigentlich gehen soll, führt dazu, sich nicht aktiv darum zu bemühen, sich Zeit zum Schreiben zu nehmen. Liste zunächst alle Schreibprojekte auf, die du gern umsetzen würdest, und ordne jedem eine Priorität zu: wie wichtig und dringend ist Projekt A gegenüber B? Danach soll jedes Ziel unterteilt werden: Nimm nun das für dich wichtigste Ziel und überlege realistisch, wie viel Zeit du dir geben möchtest, um dies zu erreichen. Nun unterteile den Weg zu diesem Ziel in mehrere Teilziele. Gib jedem Teilziel einen Zeitrahmen. Wenn du beispielweise ein Buch mit 15 Kapiteln planst, könntest du pro Monat etwa ein Kapitel einplanen. Wie viele Wörter müsstest du pro Woche oder täglich schreiben? Wie viel schaffst du (bleib realistisch!)?

#5: Was motiviert dich?

Ziele zu haben ist schön, doch ohne Motivation wirst du sie nur schwer erreichen. Was motiviert dich zum Schreiben? Überlegen dir ein paar Gründe, weshalb du überhaupt deine wertvolle Zeit damit verbringen möchtest, vor einem Computer zu sitzen und ein Buch zu schreiben. Ein Grund könnte zum Beispiel sein, dass du das Schreiben liebst und davon leben möchtest. Vielleicht möchtest du anderen Menschen etwas Bestimmtes über deine Bücher mitteilen. Möchtest du auf dein Business aufmerksam machen? Schreibe  einen kleinen Motivationstext an dich!

#6: Glaub an dich!

Selbstzweifel und negative Gedanken begleiten jeden Schreibenden. Egal wie weit es Autorinnen und Autoren auf ihrer Karriereleiter geschafft haben: immun ist wohl keiner dagegen. Während die einen jedoch leicht aus einem negativen Gedankenkarussel wieder herausfinden, gelingt es anderen kaum bis gar nicht. Doch nur wenn du an dich glaubst, wirst du mit dem Schreiben Erfolg haben! Du solltest Strategien entwickeln, wie du mit Zweifeln an dich selbst umgehen kannst. Bau dir einen Gedankenstopp ein, wenn sich negative Gedanken bezüglich des Schreibens in deinem Kopf ausbreiten wollen (sage „Stopp“ und denke sofort an etwas Positives wie „Ich habe bereits bewiesen, dass ich gut schreibe.“). Oder nutze positive Glaubenssätze, Affirmationen, und sagen sie dir jeden Tag vor dem Spiegel auf: „Ich werde Tag für Tag eine bessere Autorin.“

#7: Steh dazu, Autor oder Autorin zu sein!

Wie oft habe ich schon gehört, dass sich Menschen, die schreiben, gar nicht trauen, anderen davon zu erzählen. Denn nahezu bei jedem kamen abgenutzte Kommentare wie „Ach, willst du der nächste Stephen King werden?“, oder „Ich wollte auch schon immer ein Buch schreiben!“, die einem zeigen, dass man nicht ernst genommen wird. Aber wenn du tatsächlich das Ziel verfolgst, als Autor oder Autorin erfolgreich zu sein, wenn du regelmäßig schreibst und an einem Manuskript arbeitest, spricht nichts dagegen, sich zu outen. Es wird dir am Anfang schwer fallen, „Ich bin Autor“ über die Lippen zu bekommen. Aber wenn du es etwas geübt haben, wirst du darin immer besser. Einen positiven Nebeneffekt gibt es außerdem: Du wirst noch motivierter sein, um denen, die dich belächeln, zu zeigen, dass du es schaffst, als Autor erfolgreich zu sein.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Artikel zu lesen. Hat er dir gefallen? Dann teile ihn doch auf Twitter 🙂 Ich freue mich darüber!

Mit meinem E-Book „Schreib täglich!“ schaffst du die Grundlage für deinen Traum! Probier es aus!

 

5 No-Go-Satzanfänge in Kurzgeschichten

Der erste Satz in Kurzgeschichten ist der Türöffner schlechthin – oder nicht: Er ist es, der den Leser entscheiden lässt, ob er eure Geschichte lesen wird – oder nicht. Grund genug also, dem Anfang eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn ihr also einen langweiligen, monotonen, unattraktiven, uninspirierenden ersten Satz schreibt, wird euer Leser nicht mehr euer Leser sein (es sei denn, eure Mama liest den Text ;-)). Er wird die Geschichte weglegen. So einfach ist das Geschäft. Bei Kurzgeschichten ist es besonders hart – eben wegen der Kürze.

Leider gibt es zahlreiche Beispiele für schlechte erste Sätze. Als Juror in Kurzgeschichtenwettbewerben war der Prosa-Autor Joe Konrath eines Tages derart genervt von den wiederholten Anfängerfehlern in den Kurzgeschichten der Teilnehmer, dass er kurzerhand eine interessante Liste erstellte, welche erste Sätze man als Kurzgeschichtenautor unbedingt vermeiden sollte. Diese Liste möchte ich euch nicht vorenthalten, da ich sie sehr gelungen finde. Die fünf wichtigsten No-Go-Satzanfänge nach Joe Konrath sind m. E. diese:

Startet den ersten Satz nicht …

1. … mit dem Wetter, zumindest nicht allzu detailliert.

Erste Sätze, die mit dem Wetter in all seinen Einzelheiten beginnen, sind ermüdend. Stellt euch doch einmal vor, ihr würdet eine Kurzgeschichte lesen, die so anfängt:

„So heiß war es schon lange nicht mehr im Spätsommer gewesen: 32 Grad Celsius im Schatten!“

Übel, oder? So springt der Funken garantiert nicht über!

2. … mit einer Beschreibung einer Figur.

Auch ein No-Go: detaillierte Beschreibungen! Ein knackiger, erfrischender Anfang beginnt nicht damit, wie Josefs Nase aussieht oder wie sich Tina kleidet. Beschreibungen sind für den Anfang definitiv zu langatmig. Der Leser will einen Hinweis, worum es in der Kurzgeschichte geht. Und das möglichst schnell!

3. … mit Beschreibungen überhaupt!

Vermeidet Beschreibungen jeder Art am Anfang eurer Kurzgeschichte. Sinniere nicht über Leonhardts Leberfleck an der rechten Wange, der dem von Cindy Crawford unglaublich ähnlich sieht und der ihn in seiner Familie zu einer Besonderheit macht. Der Schauplatz in eurer Geschichte ist ein Park, in der die Figur gerade sitzt? Schmückt nicht detailliert aus, wie dieser aussieht, welche Blumen im Park blühen, wie viele Enten auf dem See schwimmen.
Alle Informationen, die ihr als wichtig für den Verlauf eurer Kurzgeschichte erachtet, könnt ihr in der Handlung unterbringen. Aber nicht am Anfang!
Kurzgeschichten müssen zügig in das Geschehen einsteigen, um den Leser in den Bann zu ziehen.

4. … mit Erzählen statt Zeigen.

Erinnert ihr euch an das geläufige Mantra „Show, don‘t tell“? Hier gilt es besonders: Wenn ihr ausschließlich erzählt, dass sich Lisa unwohl fühlt, Rita verliebt ist und Torben sich freut, werdet ihr bei euren Lesern keine Emotionen wecken. Er wird sich kein Bild von dieser „Tatsache“ machen können. Wie auch? Unsere Wahrnehmung ist subjektiv. Freuen, verliebt sein, sich unwohl fühlen kann für jeden anders aussehen. Diese Worte transportieren nicht, wie sich diese Gefühle anfühlen, wie die Charaktere sich verhalten etc.:

„Lisa ging es seit einigen Tagen richtig schlecht. …“
„Rita ist schwer verliebt in Simon. …“
„Torben freut sich sehr über den Tennisschläger. …“

Und? Hast du ein Bild vor Augen, wie sich die drei fühlen? Ich nicht …

5. … mit Klischees

„Es war einmal …“, „Vor langer Zeit …“ – vermeidet Klischees jeder Art. Sie sind langatmig und vergraulen den Leser auf der Stelle.

Die dramaturgische Regel für einen guten Anfang lautet also: Steigt direkt in das Geschehen ein! Fesselt euren Leser, anstatt langatmig einzuleiten. Erklärt nicht! Und werft dabei Fragen auf, die in der Handlung gelöst werden: Die Andeutung des Konflikts ist dazu ein sehr hilfreiches Mittel.

Ich melde mich mit einem neuen Seminar zurück!

Hallo ihr Lieben,

heute melde ich mich mit einem neuen E-Mail-Seminar zurück: Schreibpower – Nutze die Kraft des Schreibens! Es wurde bereits getestet und als äußerst hilfreich befunden 🙂 Probiert es doch selbst einmal aus: ihr könnt hier in einen Auszug aus der Samstagsaufgabe hineinlesen.
Bei Schreibpower – Nutze die Kraft des Schreibens geht es nur um dich, du lernst:

  • dich zu reflektieren
  • deine verborgenen Wünsche zu entdecken
  • Möglichkeiten zu finden, Ziele und Wünsche umzusetzen
  • dich mit deinem inneren Mentor zu verbinden
  • Ängste und Sorgen loszulassen
  • Stress abzubauen
  • positiv zu denken uvm.

Und auch bei Schreib dich frei“ hat sich etwas getan: hier findet ihr neben zwei Beispielaufgaben auch noch ein neues Teilnehmerfeedback! Was mich sehr gefreut hat, ist, dass mein Seminar dazu geführt hat, dass dieser Seminarteilnehmer schon bald seinen zweiten Krimi fertiggestellt hat! Denn durch „Schreib dich frei“ schreibt er bei jeder Gelegenheit! So soll es sein, oder? 🙂

Ich freue mich, von euch zu hören!

Liebe Grüße,
Denise

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