AUTORENWAHNSINN – SOMMERLOCH EDITION – TAG 2

Hallo ihr Lieben,

heute geht es beim Autorenwahnsinn um die Frage nach den Schreibzielen für August. Hier sind meine:

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  • 4 Kapitel für mein Romanprojekt schreiben
  • Meinen Schreibratgeber beenden
  • Kursvorbereitung für meinen neuen Kurs Magisches Schreiben

Ich werde jetzt mal schauen, welche Ziele die anderen Autorinnen und Autoren haben.

Liebe Grüße,

Denise

 

AUTORENWAHNSINN – SOMMERLOCH EDITION – TAG 1

Tag 01: An welchem Projekt schreibst du in diesem Sommer? Mach ein Foto davon!

In meinem Romanprojekt geht Liebe, die DDR, Gefangenschaft, eine Suche nach einer verschwundenen Person und Gier. Auf dem Foto seht ihr einen Teil meiner derzeitigen Rechercheliteratur.

Projekt 2 ist ein neuer Schreibratgeber.

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„Ich habe zwei Wochen Tagebuch geschrieben – aus der Sicht des Mörders.“ – Interview mit der Autorin Barbara Steuten

_dsc8367Hallo ihr Lieben,

heute darf ich euch in einem Interview Barbara Steuten vorstellen, deren Krimi-Debüt „Kati Küppers und der gefallene Kaplan“ in am 17. November im edition Oberkassel Verlag in Düsseldorf erscheint!

Wie ihr wisst, geht es in meinen Interviews mit Autorinnen und Autoren (Kategorie: Wie schreiben andere?) immer um die Frage, wie der Schreibprozess gestaltet wurde. Ebenso interessiert es mich, wie sie das Schreiben in den Alltag integrieren. Ich finde es furchtbar spannend, wie andere arbeiten, wie sie es schaffen, den normalen Familienalltag mit dem Schreiballtag zu vereinbaren. Denn daraus kann man selbst so viel mitnehmen! Und wie unterschiedlich die Ideen und Herangehensweisen sind! Das ist doch toll, oder?

Auch Barbara Steuten hat mir in dem folgenden Interview davon erzählt, wie sie bei ihrem Krimi vorgegangen ist, wie sie recherchiert hat und wie die Verlagssuche lief. Außerdem gibt sie Einblicke, wie sie ihre Protagonistin Kati Küppers entwickelt hat. Und natürlich fehlen auch keine Schreibtipps! Ich bin mir sicher, dass ihr nach dem Lesen des Interviews wie ich auch Lust habt, ihren Krimi „Kati Küppers und der gefallene Kaplan“ zu lesen. 🙂

Hier findet ihr Barbara Steuten übrigens im Internet: www.barbara-steuten.de. Schaut doch mal bei ihr rein – aber lest erst das Interview, in Ordnung? Danke! 🙂

Liebe Grüße,

Denise

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(c) Barbara Steuten

„Ich habe zwei Wochen Tagebuch geschrieben – aus der Sicht des Mörders.“ – Interview mit der Autorin Barbara Steuten

Barbara, seit wann schreibst du?

Ich habe schon als Kind gerne Geschichten und Berichte geschrieben. Als Jugendliche habe ich die Geduld meiner Freunde mit Gedichten strapaziert. Aber als freie Autorin schreibe ich seit 2010.

Du hast drei Kinder, wie alt sind sie? Ab wann war etwa der Zeitpunkt, als du als Mutter wieder mehr Zeit zum Schreiben hattest?

Die Älteste wird 20, studiert bereits und wohnt daher in Düsseldorf. Der Mittlere wird dieses Jahr 18 und der Jüngste ist 11 Jahre alt.
Den Zeitpunkt suche ich immer noch. Nein, im Ernst. Dass ich Schriftstellerin werden wollte, habe ich erst realisiert, als unser Jüngster bereits in den Kindergarten ging. Da hatte ich übrigens mehr und verlässlicher Zeit zum Schreiben, als später in der Schulzeit. Und Mutter bleibe ich mein Leben lang. Auch wenn ich jetzt keine Windeln mehr wechseln muss, ist es mir wichtig, bei Problemen in der Schule, an der Uni, mit den Freunden, im Sport … ansprechbar zu sein. Krank sind Kinder auch, wenn sie fast volljährig sind.

Am 17. November erscheint unter dem Titel „Kati Küppers und der gefallene Kaplan“ im edition oberkassel Verlag, Düsseldorf, dein Debüt-Roman. Worum geht es?

Im idyllischen Niederbroich, einem typischen (aber fiktiven) Dorf im Rheinland, düst die Küsterin Kati Küppers mit ihrem apfelsinenfarbenen Hollandrad zwischen Kirche und Kapelle hin und her und verwandelt das Pfarrzentrum auch schon mal in eine Disco für die Jugend. Hier ist die Welt noch in Ordnung, bis eines Tages der Kaplan die Kirchenkellertreppe hinunterstürzt und Kati Küppers plötzlich unter Mordverdacht steht. Mit der Unterstützung ihres Enkels und diverser Heiliger macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Mörder.

Wie ist die Idee zu deiner letzten Geschichte entstanden?

Elke Pistor (schreibt vor allem Eifel-Krimis) stellte uns im Seminar „Von Anfangen bis Zuspitzen – wie man plottet“ die Aufgabe, eine Figur zu beschreiben, die lange vor ihrem Wecker aufwacht … und so wurde Kati Küppers „geboren“.

Erzähl mir ein wenig von deiner Protagonistin Kathi Küppers. Wer ist sie und wie bist du vorgegangen, um sie zu entwickeln?

Kati Küppers hat den Spürsinn einer Miss Marple, den Humor eines Don Camillos und die Neugier einer Pippi Langstrumpf. Ursprünglich hieß sie Katharina, wurde schnell zu Käthe, was sie aber zu alt machte. Mittlerweile schreibt sie sich sogar ohne H. Ich habe sie, ihr Äußeres und ihr Handeln in verschiedenen Szenen beschrieben und diese Szenen drei Freundinnen vorgestellt. Die deckten schonungslos Widersprüche und Ungereimtheiten auf. Gemeinsam legten wir Verhaltensweisen fest, bis Kati Küppers die Ermittlerin war, die ich haben wollte. Als ich mir die Haare abschneiden ließ, musste sich Kati noch ein bisschen mehr verändern, damit keiner auf die Idee kommt, Figur und Autorin zu verwechseln oder irgendwelche autobiografischen Vermutungen anzustellen.

Kannst du beschreiben, wie du beim Planen deines letzten Romans vorgegangen bist? Planst du oder schreibst du deine Romane einfach drauflos?

Vom Kurzgeschichten- zum Roman-Schreiben war für mich ein großer Schritt. Denn die Kurzgeschichten schreibe ich aus dem Bauch heraus, aus einem Gefühl. Das funktioniert beim Roman nicht gut und beim Krimi kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen.

Ich habe mir einen groben Plan gemacht: Wer ist der Mörder? Was ist sein Motiv? Am Ende muss Kati den Mörder überführen. Wie macht sie das? Dann habe ich zwei Wochen Tagebuch geschrieben aus der Sicht des Mörders – und mehr erfahren, als mir lieb war. Doch wusste ich jetzt, wie der Mörder tickt. Als nächstes hab ich mir das Opfer vorgeknöpft, allerdings nicht ganz so ausführlich wie den Mörder. Jetzt brauchte ich noch ein ganzes Dorf voller Verdächtiger und eine Polizei, die aber nicht tumb daher kommen sollte. Dabei entstanden automatisch Szenen in meinem Kopf, die ich unbedingt zu Papier bringen wollte. Das war der Moment, in dem ich vom Planen zum Schreiben wechselte. Den groben Plan im Kopf bzw. im Ordner, durfte ich meine Fantasien davon galoppieren lassen. Bis sie sich lahm gelaufen hatten. Dann kehrte ich zum Planen zurück.

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Dazu hängt in meinem Arbeitszimmer ein Whiteboard, auf dem ich beispielsweise Szene für Szene in Stichpunkten notiert habe. Ich habe geschoben und neu gegliedert und hatte doch den ganzen Roman im Blick.

Schließlich wanderte der Szenenplan in einen Ordner, in dem ich immer wieder nachschlagen konnte, wie es weitergehen sollte, wenn die Fantasie erlahmte. Ich hatte also eine Reiseroute für meinen Krimi.

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(c) Barbara Steuten

Welche Vorteile hat das Planen für dich?

Das Planen hilft mir, mich nicht zu verrennen und nach 80 Seiten das Manuskript in die Ecke zu pfeffern, weil ich in einer Sackgasse stecke.

Und das Nicht-Planen?

Das Drauf-los-schreiben entfesselt die Kreativität in mir und wenn es läuft, schwebe ich in anderen Sphären. Aus Spaß an der Freud verlasse ich dann schon mal die geplante Reiseroute und klettere den Berg hoch, um die Aussicht zu genießen, oder raste im Schatten eines Baumes und schaue den Bienen bei der Arbeit zu. Dabei muss die Szene jedoch einen Sinn haben: sie zeigt die Figur bei einer Tätigkeit, lässt den Leser tiefer in die Atmosphäre eintauchen oder führt direkt zum nächsten Konflikt.

Kannst du den Lesern einen Einblick in deinen Rechercheprozess geben? Recherchierst du vor oder während des Schreibens?

Der Rechercheprozess ist bei mir nie abgeschlossen. Da stehe ich mir mit meinem Perfektionismus leider manchmal selber im Wege. Ich hatte bei meinem Krimi von Anfang an die Idee, dass der Messwein vergiftet sein sollte. Doch womit? Darüber habe ich mich mit der Apothekerin aus meiner Gemeinde beraten – bei der Organisation des Weihnachtsbasars. Allerdings führte das dazu, dass der ein oder andere Bedenken hatte, an meinem Stand Plätzchen zu kaufen.

Außerdem findet sich in meinem Bücherregal neben Schreibratgebern auch Bücher über Polizeiarbeit, Verhörtechniken und Psychologische Abhandlungen. Wenn mir beim Schreiben nicht klar ist, wie etwas funktioniert, schlage ich dort nach. Bringt mich das nicht weiter, suche ich mir einen Experten.

Manche Rechercheergebnisse muss man aber auch wieder streichen. Ich weiß zwar, dass Kriminaltechniker die Spuren am Tatort sichern, aber ich nenne sie weiterhin „Spurensicherung“ oder „Spusi“. Das ist dem Krimileser vertraut.

Wann schreibst du? Zu welchen Tageszeiten? Täglich? Wöchentlich? Wie viele Stunden?

Während des Roman-Projektes habe ich täglich geschrieben. Vorzugsweise morgens, wenn alle aus dem Haus waren. Das Schreibprogramm Papyrus Autor, mit dem ich gearbeitet habe, zeigte mir jeden Tag an, ob ich mein bewusst niedrig gehaltenes Soll erfüllt hatte und wie viel Zeit mir bis zur Fertigstellung blieb.

Hast du mentale Unterstützung während des Schreibens? Von wem?

Ich habe einigen guten Freundinnen und Kollegen von meinem Roman-Projekt erzählt und sie sogar gebeten, mich ab und zu nach den Fortschritten zu fragen. Das hat mir geholfen, selber das Projekt ernst zu nehmen und dran zu bleiben. Die Gefahr ist groß, dass Wäscheberge, dreckiges Geschirr und dringende Termine die Zeit zum Schreiben auffressen. Aber wenn ab und zu mal jemand anruft und nachhakt, muss ich mich rechtfertigen, warum ich lieber Wäsche falte als schreibe.

Kennst du von dir Schreibblockaden? Wie gehst du vor, wenn du eine Blockade hast? Hast du Strategien entwickelt?

Ich nenne es nicht gerne Blockade, vielleicht, weil sie mir dann zu mächtig erscheint. Aber es gibt durchaus Zeiten, in denen ich nicht schreiben kann. Anfangs lag es daran, dass ich mich selbst unter Druck gesetzt und von meinen Rohtexten bereits literarische Brillanz erwartet habe. Mittlerweile bin ich gelassener und weiß, wie man überarbeitet bis es glänzt.

Aber es gibt auch Momente im Leben, in denen ich mir zugestehe, nicht zu schreiben. Seit November habe ich bewusst so viel Zeit wie möglich mit der weltallerbesten Schwiegermutter verbracht, weil sich der Krebs mehr Raum verschaffte, als ihm zustand. Als sie im Frühjahr starb, brauchte ich Zeit zum Trauern und Kraft, die Familie zusammenzuhalten. Ich habe in dieser Zeit viel gelesen und bin ganz bewusst zur Leipziger Buchmesse oder zum Nürnberger Autorentreffen gefahren, um mich mit KollegInnen und Verlegern auszutauschen, in der Hoffnung, die Freude am Schreiben wiederzufinden. Es hat funktioniert. Auch wenn ich noch nicht, wie ursprünglich geplant, mitten im nächsten Roman-Projekt stecke.

Wie lief die Verlagssuche? Wie viele Verlage hast du angeschrieben?

Ich habe mir im Vorfeld lange Gedanken gemacht, ob ich mein Manuskript in einem großen Verlag unterbringen will. Doch als unbekannte Autorin habe ich mich schließlich für einen kleinen Verlag aus Düsseldorf entschieden. Zum einen passt mein Krimi gut in sein Programm und spielt in der Region. Zum anderen habe ich nach vielen Gesprächen mit KollegInnen auf mein Bauchgefühl gehört. Ich kenne den Verleger persönlich, stehe mit meinen Kurzgeschichten bereits in mehreren Anthologien, die die edition oberkassel herausgebracht hat und saß auch schon für Anthologie-Ausschreibungen des Verlages in der Jury. Ich habe ihn also gefragt, ob er an meinem Manuskript interessiert ist, es ihm geschickt und hatte keine vier Wochen später den Vertrag im Briefkasten.

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(C) Barbara Steuten

Wie ich weiß, besuchst du Schreibworkshops, um dich stetig zu verbessern. Welcher Schreibkurs hat dich besonders beeindruckt und warum?

Es sind sehr viele Kurse und Seminare, die alle ein Stück mein Schreiben beeinflusst haben. Ein ganz besonderer Kurs war das „Figurenensemble stellen“ mit Bestseller-Autorin Nina George. Diese tolle Schriftstellerin hautnah zu erleben war spannend. Die Arbeit mit ihr und den teilnehmenden Profi-Autoren (u. a. Jutta Profijt, Sabine Klewe und Martin Conrath) war für mich ein Glücksfall, der schließlich dazu führte, dass ich jetzt Krimis schreibe. Obwohl ich das nie wollte, weil es schon so viele tolle Krimi-AutorInnen gibt.

Bist du in Schriftstellerverbänden? Was bringt dir die Mitgliedschaft persönlich?

Ich bin im Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. – kurz BVjA und habe darüber u.a. meinen Verleger kennengelernt. Ich schätze am BVjA vor allem die hervorragende Lobbyarbeit, die der Vorstand mit viel Engagement leistet. Der Fairlag-Vertrag trägt seine Handschrift. Er bietet tolle Seminare zu bezahlbaren Konditionen und trumpft mit Ideen wie dem Speed-Dating zwischen Autor und Verlag auf der Leipziger Buchmesse. Mit anderen Mitgliedern kommt man schnell in Kontakt, lernt sich kennen und schätzen. Denn wer heute nicht netzwerkt, hängt durch.

Hast du immer daran geglaubt, dass du es schaffen wirst, deine Bücher zu veröffentlichen?

Als ich 2010 mit dem Schreiben von Kurzgeschichten angefangen habe, habe ich nicht einmal geglaubt, dass ich überhaupt ein ganzes Buch selbst schreiben könnte. Deshalb habe ich mir 2012 einen Coach gesucht, der mich bei der Konzept-Erstellung meines ersten Roman-Projekts unterstützte. Rainer Wekwerth hat dies mit viel Lob, Wohlwollen und Charme getan. Dabei hat er mir das nötige Rüstzeug an die Hand gegeben, mit dem nach zwölf Schreibaufgaben ein Romankonzept stand, bei dem ich wusste, was in jedem Kapitel vorkommen soll und mich so von einem Kapitel zum anderen hangeln konnte. Dieses Gerüst lässt sich auf jedes neue Projekt anwenden.

Doch mit der Veröffentlichung ist die Arbeit eines Schriftstellers noch lange nicht getan. Heute muss man sich selbst um Lesungen kümmern und Ideen entwickeln, wie man auf angenehme Weise auf sein Buch aufmerksam machen kann.

Welche Tipps kannst du Schreibenden, die einen Vollzeitjob und/oder Kinder haben, mit auf den Weg geben kannst?

  • Nimm dir Zeit für eine Kosten-Nutzen-Aufstellung. Was bist du bereit zu investieren (Zeit, Nerven und Geld), um Autor zu werden? Worauf wirst du unter keinen Umständen verzichten?
  • Wenn du erst Schreiben kannst, wenn das Haus perfekt aufgeräumt ist, wenn die Kinder mit selbstgemachter Vollwertkost versorgt und bei den Hausaufgaben unterstützt worden sind, wenn das Abendbüffet für die Doppelkopfrunde hausgemacht ist … dann schreibe lieber Postkarten an deine Freunde aus dem Urlaub.
  • Wenn du weißt, dass du das Schreiben brauchst, um deinen Alltag zu meistern oder deine Gedanken zu sortieren, wirst du größere Anstrengungen auf dich nehmen, um Zeit dafür zu finden. Schicke das schlechte Gewissen in die Wüste, dass deine Kinder Fast-Food essen und ein paar Tage auf ihr Lieblings-T-Shirt warten müssen, weil du schreibst. Mache dir bewusst, dass das dein (zweiter) Beruf ist. Nimm ihn ernst. Dann schaffst du es auch, dich an Tagen zum Schreiben zu motivieren, an denen du nichts Brauchbares aufs Papier zu bekommen scheinst.
  • Ich habe bereits viele getroffen, die vom eigenen Buch träumen, aber nicht die Disziplin aufbringen, ihr Projekt konsequent durchzuziehen. Als Autor musst du dich immer wieder selbst motivieren und antreiben. Dennoch bleibt es ein Spagat zwischen leben und arbeiten.

Barbara, ich danke dir für dieses ausführliche, wunderbare Interview!

coverkatik01Wollt ihr noch mehr von Barbara Steuten wissen? Besucht sie auf ihrer Homepage: www.barbara-steuten.de oder besorgt euch den Krimi „Kati Küppers und der gefallene Kaplan“, der am 17. November im Handel erscheint.

Abschreiben erlaubt! Wie man sprachliches Feingefühl entwickelt

Vielen Schreibanfängern fehlt das sprachliche Feingefühl. Was sie schreiben, hört sich nicht rund an. Zu viele Adverbien, zu viel Geplänkel, zu viel von allem. Oder zu wenig. Es ist ein weiter Weg, bis man seine eigene Schreibstimme trainiert hat. Unerlässlich auf diesem Weg: schreiben, schreiben, schreiben. In erster Linie geht es dabei natürlich um eigene Schreibprodukte. Doch es gibt noch eine weitere Möglichkeit, sich als Autor weiterzuentwickeln:

Wie man sich sprachliches Feingefühl antrainiert
Im Grunde ist es ganz einfach: Indem man Textpassagen, zu denen man sich hingezogen fühlt, abschreibt. Abschreiben? Ja, ich weiß, das Wort ist in der heutigen Zeit negativ besetzt. Zu viele Autor(inn)en haben sich in letzter Zeit mit fremden Federn geschmückt. Das ist eine traurige Entwicklung. Aber vielleicht fällt es heute nur mehr auf?! Vielleicht waren die Autor(inn)en früher genauso dreist? Nunja, Abschreiben, Plagiieren hin oder her. Dazu möchte ich euch keinesfalls anstiften. Denn ihr sollt zwar abschreiben, aber nichts speichern, nichts zu eurem Gedankengut erklären. Ok? Nichts speichern und hinterher vergessen, dass es ein Übungstext war! Nichts speichern!!!

Ihr sollt abschreiben, um zu lernen.
Auch Hemingway soll am Anfang seiner Schriftstellerkarriere Texte, die ihm gefielen, abgeschrieben haben, um ein Gefühl für das Schreiben zu bekommen. Und er war ganz sicher nicht der einzige Schriftsteller, denn das Abschreiben ist keine einzigartige Idee.

Ich kann mich erinnern, dass auch ich schon in meiner Schulzeit Übungsklausuren in Deutsch und Geschichte abgeschrieben habe, um mir auf diese Weise den Aufbau, die Struktur und die Sprache eines Textes anzueignen. Und es hat ganz wunderbar funktioniert! Während viele meiner Mitschüler insbesondere am Anfang der Oberstufe noch irritiert vor ihren Klausuren saßen und sich fragten, wie sie über Thema X drei oder vier Stunden schreiben sollten, fiel es mir unglaublich leicht, 14, 15 Seiten zu verfassen. Dabei haben sich meine Texte nicht nach denen anderer Autoren angehört. Im Gegenteil: ich habe verschiedene Schreibstile kennengelernt und daraus meinen eigenen entwickelt.

In der Grundschule wird das Abschreiben übrigens auch praktiziert, erinnert ihr euch? Denn das Abschreiben hat noch einen weiteren Vorteil: die Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik wird verbessert.

Zusammenfassung: Vorteile des Abschreibens:

  • man verinnerlicht sprachliche und stilistische Muster und Feinheiten guter Texte
  • man verinnerlicht den Aufbau von Texten, die man selbst gern schreiben möchte
  • man verbessert seine Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik
  • insbesondere für beginnende Journalisten, Texter oder Ratgeberautoren, ist das Abschreiben anderer Texte eine tolle Übung, um Satzfragmente, die beispielsweise Sätze einleiten oder Argumente hervorheben, kennenzulernen

Tipps für ein ideales Ergebnis:

  • mit der Hand schreiben … Wer meine Artikel liest bzw. an meinen Seminaren teilgenommen hat, weiß, dass ich das Schreiben mit der Hand immer und immer wieder empfehle. Das Schreiben mit der Hand ist ein ganz besonderes Gefühl, das mit dem Tippen nicht vergleichbar ist: wir (er)spüren die Buchstaben, die Sätze, können dem Inhalt viel leichter folgen. Beim Abschreiben mit der Hand müssen wir uns deutlich mehr konzentrieren als beim Tippen, was wiederum dazu führt, dass wir das Geschriebene besser behalten. Verinnerlichen! Ihr versteht?
  • nicht jeden x-beliebigen Text abschreiben: sucht euch Texte, die zu eurem Schreibprojekt passen! Das heißt: wenn ihr eine Reportage schreiben möchtet, schreibt eine Reportage ab, wenn ihr einen Liebesroman plant, sucht nach Liebesromanen, die euch gefallen etc.
  • eine Seite und mehr abschreiben … Gebt nicht schon nach dem ersten Absatz auf. Um wirklich von dem Schreibstil anderer zu profitieren und ein Gefühl für einen Text zu bekommen, müsst ihr euch etwas Zeit nehmen und mehrere Seiten abschreiben.
  • regelmäßiges Training bringt viel: Nutzt das Abschreiben als regelmäßige Übung, um eure Schreibstimme, euren eigenen Schreibstil zu entwickeln.

Literatur zum Weiterlesen:
James N. Frey: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt

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Kennst du schon mein neues E-Book? „Schreib täglich“ hilft dir, eine Schreibroutine zu entwickeln und mehr zu schreiben!

 

 

 

Ich melde mich mit einem neuen Seminar zurück!

Hallo ihr Lieben,

heute melde ich mich mit einem neuen E-Mail-Seminar zurück: Schreibpower – Nutze die Kraft des Schreibens! Es wurde bereits getestet und als äußerst hilfreich befunden 🙂 Probiert es doch selbst einmal aus: ihr könnt hier in einen Auszug aus der Samstagsaufgabe hineinlesen.
Bei Schreibpower – Nutze die Kraft des Schreibens geht es nur um dich, du lernst:

  • dich zu reflektieren
  • deine verborgenen Wünsche zu entdecken
  • Möglichkeiten zu finden, Ziele und Wünsche umzusetzen
  • dich mit deinem inneren Mentor zu verbinden
  • Ängste und Sorgen loszulassen
  • Stress abzubauen
  • positiv zu denken uvm.

Und auch bei Schreib dich frei“ hat sich etwas getan: hier findet ihr neben zwei Beispielaufgaben auch noch ein neues Teilnehmerfeedback! Was mich sehr gefreut hat, ist, dass mein Seminar dazu geführt hat, dass dieser Seminarteilnehmer schon bald seinen zweiten Krimi fertiggestellt hat! Denn durch „Schreib dich frei“ schreibt er bei jeder Gelegenheit! So soll es sein, oder? 🙂

Ich freue mich, von euch zu hören!

Liebe Grüße,
Denise

Feedback

Ankündigung: Kreatives Schreiben für Teenies in Nordhessen

Für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren biete ich ab Februar den Schreibkurs „Kreatives Schreiben“ an. Von Februar bis Juni 2015 treffen wir uns einmal im Monat, um gemeinsam zu schreiben. Wir experimentieren spielerisch mit der deutschen Sprache und verfassen kurze
Geschichten, Gedichte, Dialoge oder freie Texte. Ganz ohne Leistungsdruck! Spannende Schreibanregungen fördern die Kreativität und den Spaß am Schreiben.

Veranstaltungsort: Wolfhagen

Termine: 14.2., 14.3., 18.4., 9.5., 6.6. 2015

Kosten: 60 Euro

Mindestteilnehmerzahl: 3 Personen

Anmelden könnt ihr euch hier: kontakt@denisefritsch.de

2015 – Diesmal schreib‘ ich den Roman!

Zum Jahresabschluss oder zum Jahresbeginn 😉 möchte ich euch einen Artikel auf den Weg geben, den ich für die Mitgliedszeitschrift des BvjA (Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e. V.) geschrieben habe. Viel Spaß beim Lesen!

Neues Jahr, neues Glück! Nehmen Sie sich auch jedes Jahr vor, jetzt endlich
mit dem Roman anzufangen, den Sie schon so lange im Kopf haben? Oder endlich an Ihrem Manuskript weiterzuschreiben? Einen Roman zu schreiben erfordert Disziplin und Zeit. Diese sechs bewährten Tipps helfen Ihnen dabei, 2015 Ihr Ziel zu erreichen:

1. Klären Sie Ihre Motivation
Hinter jedem gelungenen Projekt steht eine große Portion Motivation. Wer nicht ausreichend motiviert ist, wird scheitern – garantiert! Klären Sie für sich, warum Sie überhaupt einen Roman schreiben wollen. Klären Sie, was Sie ausgerechnet an diesem Thema so begeistert. Schreiben Sie sich selbst einen motivierenden Brief und lesen Sie ihn mindestens einmal pro Woche während Ihres Schreibprozesses.

2. Sie brauchen einen Plan
Mit einem klaren Ziel vor Augen werden Sie es schaffen: Sagen wir, Sie haben ein Jahr Zeit, um Ihren Roman zu schreiben. 2015 wird Ihr Schreibjahr! Aber um dieses Ziel zu erreichen, müssen Sie planen: Überlegen Sie sich, wann Sie beginnen und wie viele Manuskriptseiten Sie pro Woche oder pro Monat schreiben können oder wollen. Bleiben Sie aber realistisch! Es bringt nichts, sich zu hohe Ziele zu setzen und jeden Monat zu scheitern. Auf diese Weise überzeugen Sie Ihren inneren Schweinehund nicht. Beginnen Sie im ersten Monat mit einer geringen Seitenanzahl und steigern Sie sich peu à peu. Indem Sie mit sich selbst Ziele vereinbaren, setzen Sie sich unter Druck, die angestrebten Manuskriptseiten auch zu erreichen. Vergessen Sie aber nicht, sich immer wieder für das Erreichen eines Zieles zu belohnen: mit einem Eis beim Italiener, mit einem langen Spaziergang im Wald.

3. Besser wenig als gar nicht
Schreiben, schreiben, schreiben. Das ist die einzig wahre Formel, um einen Roman zu beenden. Doch nehmen Sie sich nicht zu viel vor: Denn schnell werden Sie von Ihrem selbst gesteckten Pensum, das Sie anfangs noch euphorisch angegangen sind und abgearbeitet haben, überfordert. Planen Sie zunächst jeden Tag etwa eine halbe Stunde für das konzentrierte Schreiben ein. Wenn Sie nicht gerade ein Baby oder Kleinkind mit unregelmäßigen Schlafenszeiten oder zwei Jobs haben, dürften Sie diese halbe Stunde pro Tag sicher erübrigen können. Auf diese Weise werden Sie Ihren inneren Schweinehund eher überwinden können, als wenn Sie sich zwei Stunden pro Tag vornehmen. Natürlich steht es Ihnen frei, länger als eine halbe Stunde zu schreiben. Aber dies geschieht ohne Druck.
Wenn Sie nicht sofort in Ihre Geschichte hineinfinden, beginnen Sie ein

4. Lass-los-Freewriting
Oft fällt Schreibenden der Übergang vom hektischen Alltag ins Schreiben schwer. Schwierigkeiten, Sorgen, Ängste umkreisen ihre Gedanken. Und sie hören nicht einfach auf, nur weil Sie sich dazu entschließen, sich an den Schreibtisch zu setzen und zu schreiben. Mit einem Lass-los-Freewriting leeren Sie Ihren Kopf von alltäglichen Gedanken und Gefühlen: Stellen Sie einen Timer (ca. 5 Minuten) und lassen Sie alle Gedanken unzensiert auf das Papier fließen. Schreiben Sie sofort los und denken Sie nicht darüber nach, worüber Sie schreiben könnten. Schreiben Sie, was Ihnen einfällt: über ihren Hunger, ihren Ärger mit Ihrem Kollegen, Ihre Sorgen. Lassen Sie einfach los! Alternative: Sie können auch ein Mandala, ein Schaubild mit geometrischen Motiven, ausmalen, um den Alltag für einen Moment abzustreifen und sich für das Schreiben zu öffnen. Mandalas zum Ausmalen haben eine unglaublich entspannende Wirkung. Indem man sich auf das Ausmalen der geometrischen Motive konzentriert und sie gleichmäßig ausmalt, werden alle kreisenden Gedanken aufgelöst. Der Alltag verschwindet für einen Moment. Wenn Sie das Gefühl haben, für das Schreiben bereit zu sein – dann legen Sie das Mandala beiseite und fangen mit Ihrem Schreibprojekt an!

5. Schreiben Sie ein Journal
Ein Journal ist der tägliche Begleiter eines Schriftstellers im Schreibprozess. Hier dokumentiert er Arbeitsschritte, fixiert Beobachtungen, betrachtet Szenen oder Figuren aus einer anderen als der im Manuskript geschriebenen Perspektive. Er reflektiert seine Ideen und erreicht auf diese Weise, dass sein Buch spannender, vielseitiger und lebendiger wird. Zudem nimmt das tägliche Journalschreiben die Hürde, mit dem Schreiben überhaupt zu beginnen. Schreibblockaden entstehen auf diese Weise erst gar nicht. Arbeiten Sie während Ihres Roman-Schreibprojektes mit einem Journal, um Ihre eigenen Fortschritte zu dokumentieren und Ihre Ideen festzuhalten.

6. Lassen Sie andere an Ihrem Fortschritt teilhaben!
Blogs sind ein ideales Instrument, um sich selbst immer wieder zu ermuntern, an einem Romanprojekt weiterzuschreiben. Berichten Sie in Ihrem Blog oder in einem sozialen Netzwerk regelmäßig von Ihren Fortschritten, erzählen Sie, ob und welche Probleme Sie mit Ihren Figuren haben und wie Sie sich während des Schreibens gefühlt haben. Nennen Sie auch Ihr selbst gestecktes Manuskriptseitenziel und feiern Sie gemeinsam mit Ihren Lesern die großen und kleinen Erfolge. Es gibt viele Menschen, die Sie interessiert begleiten werden. Und vielleicht können Sie Ihre Blogleser durch die Entstehungsgeschichte Ihres Romans als zukünftige Leser gewinne
Blogleser durch die Entstehungsgeschichte Ihres Romans als zukünftige Leser gewinnen! kleinen Erfolge. Es gibt viele Menschen, die Sie interessiert begleiten werden. Und vielleicht können Sie Ihre Blogleser durch die Entstehungsgeschichte Ihres Romans als zukünftige Leser gewinnen!