8 Techniken, um Spannung zu erzeugen, zu halten und zu steigern

Die aktuelle QWERTZ liegt seit dem Wochenende auf meinem Tisch 🙂 Mit dabei: Mein Artikel „8 Techniken, mit denen Sie Spannung erzeugen, halten und steigern“, den du gleich im Anschluss lesen kannst 🙂

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Natürlich findet ihr im Mitgliedermagazin des BVjA noch viel mehr, unter anderem:

  • Brina Stein stellt in einem Interview einen ganz besonderen Marketing-Tipp vor: „Rezensionsexemplare auf Wanderschaft“.
  • Ralf Gebhardt gibt in seinem Artikel „Schreibschule: Ja oder Nein?“ einen Einblick in seine persönlichen Erfahrungen mit Schreibschulen
  • Jasmin Zipperling stellt den Lente Verlag vor.
  • uvm.

Außerdem haben die BVjA-Mitglieder das Literaturmagazin des BVjA erhalten, eine Anthologie mit wunderbaren Textbeiträgen von BVjA-Mitgliedern.

Möchtest du mehr über den BVjA erfahren? In diesem Artikel habe ich kurz erzählt, warum ich Mitglied bin. Oder schau direkt auf der BVjA-Homepage nach!

Nun aber zu meinem Artikel 🙂

Viel Spaß und liebe Grüße,

Denise

8 Techniken, mit denen Sie Spannung erzeugen, halten und steigern“

Rezensenten von literarischen Büchern beantworten vor allem eine Frage: War das Buch spannend? Weist ein Buch keine Spannung auf, versiegt die Spannung schon nach ein paar Seiten, ist es aus mit der Gunst des Lesers. Und dies gilt nicht nur für Krimis oder Thriller, sondern für jedes andere Genre ebenso.

Doch was ist eigentlich Spannung und wie erreicht man sie? 

Spannend ist ein Buch, wenn ein Leser weiterliest, egal wie spät es ist oder wo er sich gerade befindet. Wenn der Leser in der Welt des Buches eintauchen konnte, sich mit einer Figur identifiziert oder mit ihr leidet. Und damit sind wir schon bei der ersten Technik, wie Spannung erzeugt wird: die Identifikation des Lesers mit einer Figur. Im folgenden werde ich Ihnen acht Techniken vorstellen, wie Sie Ihren Leser dazu bringen, gefesselt weiterzulesen.

Diese Liste ist natürlich nicht vollständig und kann jederzeit ergänzt werden. Auf Konflikte gehe ich an dieser Stelle nicht ein, weil dieses Wissen zu den Basics des Romanschreibens gehört. Ich habe noch immer einen Schreiblehrer von mir im Ohr, der sagte: Konflikte sind das A und O von spannenden Geschichten. Konflikte. Konflikte. Konflikte. Stimmt, aber wir können noch mehr tun, um die Spannung zu erhöhen:

Identifikation mit einer Figur

Legen Sie bei Ihrer Arbeit an Ihrem Roman viel Wert auf die Ausarbeitung Ihrer Figuren. Erschaffen Sie Figuren, mit denen Sie Ihren Leser überzeugen. Wenn er sich mit einer Ihrer Figuren identifiziert, haben Sie Ihren Leser schon auf Ihrer Seite. Der Leser will mit der Hauptfigur mitfiebern, mitfühlen, mitdenken. Doch dazu darf die Figur nicht oberflächlich bleiben. Sie muss eine eigene Persönlichkeit haben und Statements abgeben, die sich nicht widersprechen. Lernen Sie deshalb Ihre Figuren ganz genau kennen.

Unmittelbarer Einstieg

Wenn Sie Ihren Leser gleich zu Beginn mitten in eine Szene stoßen, ohne auf die Figur, das Setting oder die Zeit einzugehen, erzeugen Sie bei Ihrem Leser Unklarheiten. Sie führen Ihren Leser  also nicht erst zur Handlung hin, sondern beginnen unmittelbar und fordern ihn somit auf, sich selbst zurechtzufinden. Unklarheiten erzeugen Fragen, die ihn dazu anregen, weiterzulesen.

Etwas Unerwartetes geschieht

Spannung entsteht immer dann, wenn der Leser (und die Figuren) überrascht werden: Die Familie freut sich auf einen erholsamen Campingausflug, fährt auf einen Platz in den Bergen, wo sie schon immer hinfahren. Doch als sie ankommen, ist der Campingplatz leer. Niemand ist da, obwohl  bisher in den Sommerferien immer alle Plätze belegt waren. Was war geschehen? Wieso sind sie allein auf dem Platz? Warum ist es so still? Wenn etwas Unerwartetes geschieht, erzeugen Sie Fragen bei Ihrem Leser. Fragen, die er beantwortet haben möchte. Er liest also weiter.

Andeutung

Eine Andeutung ist ein einfaches Stilmittel, das einen Spannungsbogen erzeugen kann, indem etwas nur ganz beiläufig in einem Satz erwähnt wird, was in einer späteren Szene aber großes Gewicht hat. Andeutungen zur Vergangenheit oder Zukunft können sogar durch mehrere Kapitel oder durch das gesamte Buch hindurch getragen werden: Ein gelungenes Beispiel, wo Andeutungen über einen längeren Zeitraum Spannung erzeugen und halten, ist das Buch „Helenas Geheimnis“ von Lucinda Riley: Darin trifft eine verheiratete Frau nach langer Zeit einen Mann wieder; an einem Ort, an dem sie sich vor vielen Jahren kennen gelernt haben. Sie unterhalten sich ganz normal, doch sie bleibt auf Distanz. Andere Figuren beobachten, dass der Mann in sie verliebt zu sein scheint. Der Mann trägt einen ähnlichen Namen wie ihr Sohn. Schnell stellt sich der Leser die ersten Fragen: Waren die beiden ein Paar? Ist der Sohn womöglich von ihm? Warum bleibt sie so distanziert? Was geht in ihm vor? Es gibt in diesem Buch zahlreiche Andeutungen, doch die Auflösung folgt erst nach vielen vielen Seiten. Andeutungen können sehr spannend sein, wenn sie richtig angewendet werden.

Rückblenden und andere strukturelle Maßnahmen

Unterbrechen Sie eine Handlung, indem Sie eine Rückblende einschieben. Für den Leser ist diese Unterbrechung des Handlungsstranges oft eine äußerst unliebsame Sache. Sie reißen ihn förmlich aus dem Geschehen heraus. Mit dieser Verzögerung bauen Sie Spannung auf, wenn Sie beispielsweise von einer actionreichen Szene zu einer ruhigeren wechseln. Zudem können Sie mit einer Rückblende neue Fragen aufwerfen. Aber auch hier gilt, noch mehr als anderen Spannungsmitteln: immer sparsam mit Rückblenden umgehen.

Innere Monologe

In einem inneren Monolog spricht sich eine Figur selbst an; einen Gesprächspartner gibt es nicht. Die Selbstansprache findet in der Regel gedanklich statt, kann aber durchaus auch laut geschehen. Häufig stellt sich eine Figur im inneren Monolog Fragen, macht sich Vorwürfe oder schmiedet Pläne. Dabei wird sie nicht von einer dritten Person oder dem Erzähler unterbrochen. Der Leser hat das Gefühl, direkt an der Gedankenwelt der Figur teilzuhaben. Der innere Monolog beginnt unmittelbar und wird nicht durch „sagte er zu sich“ oder „dachte sie“ eingeleitet. Gedankensprünge sind in einem inneren Monolog erlaubt, jedoch werden sie nicht so extrem genutzt wie bei der Methode des Bewusstseinsstroms. Der innere Monolog hat sich in Konflikt- und Entscheidungssituationen bewährt: Die Figur kann darin Probleme analysieren oder Entscheidungen abwägen.

Kurze Sätze, lange Sätze

Das Leseverhalten wird von der Länge eines Satzes beeinflusst. Kurze Sätze in Folge werden in Szenen eingesetzt, in denen Spannung aufgebaut werden soll. Beispiel: Sie beobachtete, wie er die Tür schloss. Eilig nahm sie den Autoschlüssel und lief die Treppen hinunter. Hinter ihr knackte es. Nur nicht stehen bleiben. Nicht umsehen. Einfach laufen. Sie rannte um ihr Leben. Hier geht es darum, den Lesern die Brisanz einer Situation zu verdeutlichen. Mit kurzen Sätzen drücken Sie also aufs Tempo. Längere Sätze wie in Beschreibungen entschleunigen dagegen den Leser in seinem Leseverhalten.

Cliffhanger

Ein Klassiker, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist der Cliffhanger: Führen Sie Ihren Leser bis zu einem bestimmten Punkt und beenden Sie dann die Szene an einer besonders spannenden Stelle. Fragen bleiben offen und der Leser wird danach gieren, weiterzulesen.

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10 Schreibtipps, um klarer und verständlicher zu schreiben

Hallo ihr Lieben,

in der letzten Woche kam die dritte Ausgabe der QWERTZ mit der Post! Ich freue mich immer sehr auf das Mitgliedermagazin des BVjA, nicht nur, weil ich darin meinen Artikel finde ;-), sondern weil die QWERTZ gespickt ist mit tollen Tipps und Informationen rund um das Thema Schreiben und Bücherveröffentlichten. Die QWERTZ ist das Mitgliedermagazin des  Bundesverbands junger Autoren und Autorinnen und nur ein Vorteil der Mitgliedschaft in diesem engagierten Verband. Ich habe ja bereits vor einigen Monaten erzählt, warum es sich lohnt, Mitglied im BVjA zu werden. Hier könnt ihr den Artikel noch einmal nachlesen.

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Die aktuelle QWERTZ 03/2016

In der aktuellen Ausgabe (QWERTZ 03/2016) könnt ihr neben meinem Artikel, den ihr weiter unten noch einmal nachlesen könnt, beispielsweise ein spannendes Interview mit Sylvia Englert lesen. Sie ist die Autorin des populären Autoren-Handbuchs, das sicherlich jeder von euch kennt, oder? Brina Stein erzählt in ihrem Erfahrungsbericht, warum die Zusammenarbeit mit einem James Bond der Bücherwelt, einem Literaturagenten, für Autoren so wertvoll sein kann („Keine Angst vor 007 oder von der Zusammenarbeit mit einem Literaturagenten). Für alle Selfpublisher unter euch ist sicher das Interview mit Bianca Bolduan interessant, die sich als Buchhändlerin auf Bücher aus Klein- und Selbstverlagen spezialisiert hat. Ihre etwas andere Buchhandlung „Wortwerke“, in der regelmäßig Lesungen und Ausstellungen auch unbekannter Autoren und Künstler stattfinden, hat Standorte in Bad Segeberg, Husum, Bremerhaven und Westerburg.

Wenn ihr noch kein BVjA-Mitglied seid, überlegt es euch doch einmal, ob der Autorenverband nicht auch etwas für euch ist. 🙂 Nun folgt aber erst einmal mein Artikel!

Viel Spaß beim Lesen!

Denise

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10 Tipps, wie Sie klarer und verständlicher schreiben

Gibt es etwas, das einen Leser mehr verschreckt als Texte mit unzähligen überflüssigen Wörtern und konstruierte Formulierungen? Ein Blick in die Bestsellerlisten genügt, um zu sehen, dass die Leser Bücher bevorzugen, die klar und einfach formuliert sind. Oder nehmen wir Agathe Christie: ihre Kriminalromane sind auch nach Jahrzehnten erfolgreich. Warum? Britische Sprachwissenschaftler nehmen an, dass Christies einfacher Schreibstil die Leser in den Bann zieht, heute wie vor vierzig Jahren. Die Leser belletristischer Literatur möchten sich vergnügen und der Handlung zügig folgen können, ohne erst ein Fremdwörterbuch hinzuzuziehen oder einen verwirrenden Absatz mehrmals lesen zu müssen.

Ihre Texte werden lesefreundlicher, wenn Sie die folgenden Tipps während des Überarbeitens beherzigen. Sie können bereits während des Schreibens darauf achten, Ihre Geschichte verständlich zu schreiben. Seien Sie jedoch nicht zu verbissen, diese Punkte schon während des Schreibens zu beachten. Andernfalls könnten Sie Ihren Schreibfluss stören. In der Überarbeitungsphase bleibt noch genügend Zeit.

Tipps für eine klare, verständliche Sprache

  1. Nutzen Sie einfache, kurze Wörter, die in ihrer Bedeutung klar und verständlich sind: machen statt durchführen, sehen statt erblicken, stehlen statt entwenden. Fremdwörter oder zu lange Wörter halten den Leser in seinem Lesefluss auf. Fühlt er sich durch eine Vielzahl an übertrieben langen Wörtern zu sehr in seinem Lesefluss gehindert, wird der Ihren Text weglegen.
  2. Für eine lebendigere Sprache schreiben Sie im Aktiv und vermeiden möglichst das Passiv.
  3. In unserer täglichen Sprache nutzen wir sie häufig: Füllwörter wie doch, ziemlich, halt, ja, also … Überlegen Sie genau, ob diese Füllwörter beispielsweise in einem Dialog wirklich notwendig sind und eine Aussage unterstreichen. Ansonsten: rauswerfen! Auf schreiblabor.com finden Sie einen Füllwörter-Test, mit dem Sie Ihre Texte auf Füllwörter überprüfen können: http://www.schreiblabor.com/fuellwoerter-test/.
  4. Vermeiden Sie Bandwurm– und Schachtelsätze mit unzähligen Nebensätzen und Wörtern. Hier tummeln sich zu viele Gedanken und Ideen zu einem Satzungetüm, das von keinem Leser im normalen Lesefluss erfasst werden kann. Kürzen Sie die Sätze, ihrem Leser zuliebe!
  5. Monoton gleichlange Sätze wirken ermüdend, wenn sie sich häufen. Variieren Sie die Satzlänge, vermeiden Sie aber Bandwurm- und Schachtelsätze! Karl-Heinz Best (2002) hat die durchschnittliche Satzlänge in deutschen Texten des 20. Jahrhunderts untersucht und dabei folgendes herausgefunden: Sätze in literarischer Prosa sind in der Regel zwischen 7.08 und 19.62 Wörter und in Prosa für Kinder und Jugendliche zwischen 6.21 und 12.66 Wörter lang.
  6. Neigen Sie zu Wortwiederholungen? Überprüfen Sie Ihren Texten und ersetzen Sie die Wiederholungen. Ein Synonymwörterbuch kann dabei sehr hilfreich sein: http://synonyme.woxikon.de 
  7. Floskeln und abgegriffene Bilder langweilen den Leser. Suchen Sie nach neuen Bildern und Vergleichen, um lebendige Geschichten zu schreiben. Beobachten Sie das Alltagsgeschehen, um originelle Bilder zu erzeugen.
  8. Streichen Sie pleonastische Wortkombinationen, die dem Leser keine zusätzlichen Informationen bieten. Ein Pleonasmus (griech.) ist eine rhetorische Figur, die besagt, dass bedeutungsgleiche Ausdrücke innerhalb einer Wortkombination oder eines Satzes verwendet werden: weißer Schimmel, runde Kugel sind klassische Beispiele für Pleonasmen, die völlig unnötig sind. Schimmel sind immer weiß, Kugeln immer rund.
  9. Erweitern Sie Ihren Wortschatz: lesen Sie viel und notieren Sie sich Wörter, die Ihnen gefallen. Mit einem größeren Wortschatz können Sie Ihre Gedanken, Ideen und Gefühle besser ausdrücken.
  10. Lesen Sie sich Ihre Texte selbst laut vor. Während des Vorlesens erkennen Sie schwierige Textstellen und Wortkonstruktionen, wenn Sie stocken oder Sie Luft holen müssen. Auch wenn Sie abschweifen, ist es ein Zeichen, dass die Textstelle unbedingt überarbeitet werden muss. Trauen Sie sich, ganze Absätze zu streichen oder zu ersetzen. Ich weiß, dass es vielen schwer fällt, sich von einmal Geschriebenem zu trennen.

Literaturangabe:

Karl-Heinz Best: Satzlängen im Deutschen: Verteilungen, Mittelwerte, Sprachwandel. In: Göttinger Beiträge zur Sprachwissenschaft 7, 2002, S. 7–3. (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Satzlänge)

 

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Ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast, meinen Artikel zu lesen! Hat er dir gefallen? Dann freue ich mich darüber, wenn du ihn kommentierst oder teilst, damit auch andere ihn lesen und von den Infos profitieren können! 🙂

Möchtest du regelmäßig Schreibtipps erhalten und dich als Autorin oder als Autor verbessern? Dann melde dich doch zu meinem Newsletter an oder schau dir meine E-Books an: „Schreib dich frei“ und „365 kreative Schreibimpulse“.

Liebe Grüße, Denise

 

 

 

Die QWERTZ ist da! Warum ich euch den BVjA empfehle

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Am Wochenende erhielt ich wieder eine kleine Lektüre, auf die ich mich immer besonders freue. Nicht nur, weil ich selbst dafür schreibe. 🙂 Nein, vor allem wegen der vielen interessanten Informationen für Autorinnen und Autoren. Ich spreche von der QWERTZ, dem Mitgliedermagazin des BVjA. Der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. verfolgt seit 1987 das Ziel, „Autoren jeden Alters durch Informationen und Kontakte den Weg ins Literaturgeschäft zu erleichtern„. Heute möchte ich euch eine Mitgliedschaft im BVjA ans Herz legen, da ihr dort als junge Autorinnen und Autoren wirklich tolle Chancen bekommt, euch zu etablieren.

Ich kenne den BVjA seit 2012. Ich wurde von einem ehemaligen Studienkollegen angesprochen, ob ich nicht ein Seminar für die Mitglieder organisieren könnte. Dieses fand im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt. Ich habe auf diesem Seminar, wunderbare Autorinnen und Autoren getroffen, mit denen ich teilweise heute noch Kontakt habe. Viele von Ihnen haben es, nicht zuletzt durch den BVjA, tatsächlich geschafft, von einem Verlag veröffentlicht zu werden. Sie haben ihre Chancen genutzt, die ihnen der Bundesverband bietet.

Zunächst aber zur Mitgliedszeitschrift, die viermal im Jahr erscheint:
In der QWERTZ gibt es immer etwas, das mich als Autorin ein Stück weiterbringt. Sei es ein spannendes Interview, der Verweis auf ein neues Buch (Mitgliederbücher werden kurz vorgestellt), eine Ausschreibung oder auch ein Erfahrungsbericht. In der aktuellen Ausgabe (02/16) gibt es beispielsweise den spannenden Bericht von Tatjana Flade über ihre Erfahrungen mit der Lovelybooks-Plattform. Jasmin Zipperling stellt im Rahmen eines Interviews den Verlag 3.0 vor und Brina Stein das Literaturprojekt „Clue Writing“. Sehr interessant ist auch die Rubrik „Recht und Wissen“, wo BVjA-Vorstandssprecher und Rechtsanwalt Tobias Kiwitt diesmal auf das Urheberrecht und das VG Wort-Urteil eingeht. Mein Artikel „7 Schritte, um sein Selbstbewusstsein als Autor zu steigern“ findet ihr ebenfalls in der aktuellen QWERTZ.

Ihr seht, dass bereits das Mitgliedermagazin voller spannender Infos ist. Aber der Bundesverband hat noch mehr zu bieten: Die Bandbreite an Hilfen, Informationen und Kontakten, die der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. für seine Mitglieder bereit hält, ist enorm.

Mit Hilfe des BVjA kann man als Autor/in Kontakte zur Verlagswelt knüpfen. So beispielsweise auf  dem traditionellen Hauptseminar zur Frankfurter Buchmesse, das die Mitglieder mit wichtigen Personen des Literaturgeschäfts zusammenbringt (das nächste Buchmessenseminar findet vom 20. bis 23. Oktober statt). Vorträge, Workshops und der Austausch der Autoren untereinander bieten eine tolle Gelegenheit, sich als Autor/in weiterzuentwickeln und sich zu vernetzen!

Bücher von Mitgliedern können nicht nur in der QWERTZ vorgestellt werden: der Verband ist auf Buch- oder Autorenmessen oft mit einem Stand vertreten, wo die Mitglieder ebenfalls ihre Bücher präsentieren können. Gemeinsame Lesungen, die beispielsweise im Rahmen der regionalen Autorenstammtische organisiert werden können, bieten eine weitere Möglichkeit, sich als Autor/in zu etablieren. Auf der Homepage findet ihr darüberhinaus ein Forum, in dem sich Autoren ebenfalls austauschen können.

Vor einiger Zeit habe ich Tatjana Flade interviewt, die Geschäftsführerin des Vereins ist und für die Mitgliederzeitschrift Qwertz verantwortlich ist. Darin spricht sie einige Punkte an, die für eine Mitgliedschaft im BVjA sprechen. Wichtig ist aber auch ihr letzter Punkt, was die Voraussetzungen für die Mitgliedschaft angeht; sie sagt:

 

„Und noch ein Punkt: Jeder kann im BVjA Mitglied werden. Wir schotten uns nicht ab, es gibt keine Eingangsvoraussetzungen wie eine Veröffentlichung. Diese Offenheit ist uns sehr wichtig. Das Alter spielt keine Rolle, auch wenn wir das Wort „jung“ im Namen tragen. Der kürzlich verstorbene Umberto Eco hat seine Karriere als Schriftsteller relativ spät begonnen und sagte, von daher sei er noch ein „junger“ Autor.“

Seid ihr bereits Mitglied im BVjA? Oder kanntet ihr den Autorenverband noch nicht und seid neugierig geworden?

Schaut euch doch mal auf der Webseite um: http://bvja-online.de!

 

Liebe Grüße, Denise

 

 

Autorin und BVjA-Geschäftsführerin Tatjana Flade im Interview

Tatjana Flade arbeitet als freie Sportjournalistin mit dem Schwerpunkt Eiskunstlauf und wohnt mit ihrer Katze in Bonn, wenn sie nicht bei Wettbewerben in aller Welt unterwegs ist. Tatjana engagiert sich außerdem seit vielen Jahren im Bundesverband junger Autoren und Autorinnen. Ihre ersten Geschichten über einen Indianer krakelte sie zum Entsetzen der Lehrerin mit rotem Kugelschreiber in die Schulhefte. Heute sind nicht mehr Indianer das Thema, sondern Krimi, Fantasy, Science-Fiction oder Sport. Unter dem Pseudonym Tatjana Mária hat sie im September 2015 den Fantasyroman „Im Zeitschatten von Mondthal“ veröffentlicht.

Tatjana, im April erscheint dein aktuelles Buch „Herz im Fadenkreuz“ im Verlag edition Oberkassel. Das Buch behandelt ein sehr aktuelles Thema: Rechtsradikalismus in Deutschland. Wie ist dir die Idee dazu gekommen?
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Die Idee für diese Geschichte kam mir vor vielen Jahren und ich habe vor ca. 15 Jahren begonnen, an diesem Projekt zu arbeiten. Die Geschichte war zunächst allerdings etwas anders und spielte auch mehr in der Zukunft, der Kern aber ist ähnlich.

Der Idee liegen die Verhältnisse in der Weimarer Republik zugrunde, als sich Rechte und Linke offen bekämpften. Ich habe Geschichte studiert und mich immer sehr für Geschichte interessiert. Viele Entwicklungen wiederholen sich  in ähnlicher Weise, leider, muss man sagen.

Als ich noch an dem Roman arbeitete, flog der NSU auf (das war 2011), und da hatte ich das Gefühl, dass die Wirklichkeit meiner Geschichte schon sehr nahe gekommen ist.

Du bist als Sportjournalistin viel unterwegs, unter anderem in Russland und China. Verarbeitest du Eindrücke aus diesen Ländern in deinen Geschichten?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe z. B. einen Fantasyroman geschrieben, der von Reisen nach China, Tibet und in die Mongolei beeinflusst wurde. Ich lasse mich gerne von Landschaften und Erlebnissen inspirieren, die ich dann verfremde.

Lys ist ein ungewöhnlicher Vorname. Wie bist du auf den Namen deines Protagonisten gekommen? Kannst du mir mehr über diese Figur erzählen?

Lys heißt eigentlich Lysander. 🙂 Auch hier kommt mein Interesse an Geschichte durch. Lysander hieß ein Feldherr der Spartaner, der im antiken Griechenland die Athener bekämpfte. Den Namen fand ich immer sehr schön und wollte ihn für eine besondere Figur verwenden. Er passt meiner Meinung nach perfekt, denn einerseits handelt es sich um einen Krieger, andererseits aber finde ich, dass dieser Name sanft und harmonisch klingt, das ist die andere Seite dieser Figur.

Wie bist du bei deiner Recherche vorgegangen?

Da ich mich mit Waffen nicht auskenne, habe ich einen Fachmann dazu befragt. Der ist Polizist und auch im BVjA.

Kannst du mir mehr über deinen Schreibprozess erzählen? Bist du ein Drauflosschreiber oder plottest du vorher?

Sagen wir, von beidem etwas. 🙂 Ich habe meistens die Eckpfeiler der Geschichte im Kopf: Anfang, Mitte, Ende. Beim Schreiben fülle ich aus, was dazwischen kommt, und natürlich ändert sich während des Schreibens auch mal etwas. Oft habe ich eine Idee oder eine Geschichte lange im Kopf, bevor ich mit dem Schreiben anfange. Bei einem neuen Projekt habe ich vorab ein Exposé für meine Geschichte geschrieben, quasi für mich selbst. Aber es haben sich bereits einige Abweichungen ergeben. Manche Figuren entwickeln ein Eigenleben ;-).

Kannst du noch etwas aus deinem Schreiballtag erzählen? Ich frage mich, woher du all die Energie nimmst, noch ein Buch zu schreiben, während du so viel unterwegs bist – und ja auch noch beruflich schreibst! Wann und wie regelmäßig schreibst du an deinen Romanen?

Ich habe in den vergangenen Jahren leider nicht sehr regelmäßig geschrieben, sondern immer nur mal so zwischendurch, meist abends, wenn ich mal zu Hause war. Ein Grund war der Fantasyroman, der mir sehr am Herzen lag und eigentlich schon lange fertig war, aber den ich irgendwann veröffentlichen wollte und immer wieder überarbeitet habe. Deswegen hatte keine Zeit, wirklich an anderen Projekten zu arbeiten.

Beim „Herz im Fadenkreuz“ hatte ich das Problem, dass ich immer schon überarbeitet habe, statt weiterzuschreiben. Das hat mir übrigens einer Deiner Artikel in der „Qwertz“ deutlich vor Augen geführt, so dass ich das nun vermeiden will.

Äußere Faktoren kamen dazu,  z. B. war das Projekt eine Zeitlang bei einer Literaturagentur, was super anfing, aber dann verließ die Frau, die sich um mein Buch kümmerte, die Agentur, und es ging nicht mehr weiter. Deshalb hatte ich keine rechte Motivation weiterzuschreiben. Erst als die Agentur und ich den Vertrag einvernehmlich auflösten, war ich wieder „frei“ und habe endlich das Buch zu Ende gebracht.

Kennst du aus eigener Erfahrung Schreibblockaden? Wenn ja, wie gehst du damit um?

Zum Glück kenne ich die eigentlich nicht. Da ich immer viele Ideen und Geschichten im Kopf habe (was auch ein Nachteil sein kann, weil man sich nicht auf alles gleichzeitig konzentrieren kann), kann ich an einer anderen Geschichte weiterschreiben, wenn es bei einer mal haken sollte.

Wie lange hat es von der ersten Idee bis zur Manuskriptannahme durch den Verlag gedauert?

In diesem Fall ca. 15 Jahre. Aber nachdem ich das Manuskript fertiggestellt hatte, hat es bis zur Vertragsunterzeichnung nur ein halbes Jahr gedauert und die edition Oberkassel war der erste Verlag, dem ich das Manuskript angeboten hatte (wenn man die Agentur nicht mitzählt, die hatte es wohl auch Verlagen angeboten, allerdings wollten sie ins Segment Jugendbuch gehen, und das war meiner Meinung nach nicht richtig und hat auch nicht funktioniert).  Aber es kann auch viel schneller gehen, bei der Eislauf-Biographie ist von der Idee (Ende 2013) bis zur Umsetzung inklusive Recherche (Frühjahr 2014 bis Herbst 2015) und Vertragsunterzeichnung bei einer Agentur (Juli 2015) viel weniger Zeit vergangen. Im Dezember 2015 kam dann die Zusage des Verlags, den ich allerdings selbst angesprochen hatte.

Was war dein größter Lerneffekt während des Schreibens? Gibt es etwas, was du heute im Nachhinein anders machen würdest?

Ja, wie oben erwähnt, darf ich nicht zu perfektionistisch sein und mit der Überarbeitung beginnen, bevor ich nicht das Buch zu Ende geschrieben habe.

Tanja, du engagierst dich auch sehr für den Bundesverband junger Autoren und Autorinnen. Du bist sogar Gründungsmitglied, soweit ich mich erinnere, oder? Was genau machst du?

Ich bin in der Tat seit Anfang an im BVjA dabei, in verschiedenen Funktionen. Aktuell bin ich Geschäftsführerin des Vereins und für die Mitgliederzeitschrift Qwertz verantwortlich. Als Geschäftsführerin verwalte ich die Finanzen des Vereins (Mitgliedsbeiträge einziehen, Rechnungen bezahlen, Steuererklärung machen etc) und bin in den meisten Fällen für die Mitgliederbetreuung zuständig (Begrüßungs- und Infosendungen verschicken, Anfragen beantworten, Rundsendungen verschicken). Als Chefredakteurin der Qwertz sammele ich das Material ein, redigiere es, schreibe auch selbst Beiträge, spreche mich mit der Layouterin ab.

Kannst du den Leserinnen und Lesern, die den BVjA nicht kennen, ein paar Punkte nennen, weshalb sich eine Mitgliedschaft für junge Autoren lohnt?

Ich halte es für sehr wichtig, dass sich Autoren vernetzen. Jeder kann von jedem lernen. Dieser Austausch ist es, der uns weiterbringt und das finde ich im BVjA. Im BVjA fand ich Freunde, Testleser, Leute, die ich etwas fragen kann. Wir haben ganz unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichem Wissen und Qualifikationen im Verein. Ein unverbindliches Internetforum, in dem man nicht mal den echten Namen von vielen Leuten kennt, ist meiner Meinung nach da nicht gleichwertig. Wer weiß, wer das ist und was er mit meinen Informationen macht.

Der BVjA bietet auch viele Möglichkeiten, Kontakte außerhalb des Vereins zu knüpfen. Es kommt aber auch immer darauf an, was man aus seiner Mitgliedschaft macht. Ich habe durch den BVjA viel gelernt und viele Möglichkeiten entdeckt.

Und noch ein Punkt: Jeder kann im BVjA Mitglied werden. Wir schotten uns nicht ab, es gibt keine Eingangsvoraussetzungen wie eine Veröffentlichung. Diese Offenheit ist uns sehr wichtig. Das Alter spielt keine Rolle, auch wenn wir das Wort „jung“ im Namen tragen. Der kürzlich verstorbene Umberto Eco hat seine Karriere als Schriftsteller relativ spät begonnen und sagte, von daher sei er noch ein „junger“ Autor.

Was ist dein nächstes Projekt?

Aktuell steht die Veröffentlichung der Eislauf-Biographie über die Karriere der fünffachen Paarlaufweltmeister Aljona Savchenko/Robin Szolkowy bevor. Hier geht es gerade ums Layout und die Beschriftung der Photos.

Mein nächstes Projekt habe ich schon begonnen – es ist ein Roman, der in der Welt des Eiskunstlaufs spielt. Marjana, eine erfolgreiche deutsche Paarläuferin, verliebt sich ausgerechnet in den größten Konkurrenten, einen Paarläufer aus Russland. 🙂 Und es wird eine Fortsetzung von „Herz im Fadenkreuz“ geben, damit beginne ich, sobald die Biographie durch ist. Und diesmal wird es nicht 15 Jahre dauern. 😉

Die Biographie war bestimmt ein ganz spannendes Projekt!

Ja, die Biographie hat mir viel Spaß gemacht. Es war eine Mischung aus  journalistischer Arbeit (die Interviews und Recherche) und „literarischem“ Schreiben, weil es ja auch „schön“ geschrieben sein sollte, nicht zu „journalistisch“.

Tatjana, vielen vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg weiterhin!

Vielen Dank, dass ich mich bei Dir vorstellen durfte.

Möchtet ihr mehr über Tatjana erfahren? Schaut hier mal nach!

Website: www.tatjanaflade.de
Blog: Die Katze Lucinda (Themen Reisen, Schreiben u.a.): www.tatjana218.wordpress.com
Facebook: Tatjana Flade
Twitter: @Tatjana21

Herz im Fadenkreuz könnt ihr bereits als E-Book erhalten, als Printbuch kommt es am 18. April heraus!

Lesung „Herz im Fadenkreuz“
Wann: Sonntag, 17. April 2016, 14.30 Uhr
Wo: Café Voyager, Rheingasse 7, Bonn, Tel. 0228 85097316
Eintritt frei!

Und hier könnt ihr mehr über den BVjA, den Bundesverband junger Autoren und Autorinnen, erfahren!