Werde selbstbewusster! 7 Schritte, um dein Selbstbewusstsein als Autor zu steigern

Selbstzweifel begleiten wohl die meisten Schreibenden in ihrer Laufbahn als Autoren. Bin ich gut genug? Kann ich das wirklich so schreiben? Die Angst vor Kritik ist beherrschend und führt nicht selten zu übermäßigem Perfektionismus. Viele hadern mit sich und ihrem Traum vom Schreiben, manche geben auf.
Um aus dem Fangnetz der Selbstzweifel zu kommen, hilft es, selbstbewusster zu werden. Selbstbewusste Autoren sind optimistischer, sie sind mutiger darin, etwas zu veröffentlichen, was noch nicht perfekt ist. Sie glauben an sich und können deshalb auch ohne lange Veröffentlichungsliste von sich sagen: „Ich bin Autor.“ (oder Autorin, natürlich). Der Glaube an sich selbst ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zum Erfolg, wobei ein zu großes Selbstbewusstsein wiederum schadet: beispielsweise, wenn man Kritik vollkommen ignoriert und Vorschläge von Verlagslektoren kategorisch ablehnt. Soweit darf es nicht kommen. Die gesunde Mischung macht es.

Mit den folgenden sieben Schritten können selbstzweifelnde Autoren ihr Selbstbewusstsein steigern:

Schreibe regelmäßig, am besten täglich!

Ich denke, es ist klar: Wenn man nicht regelmäßig schreibt, wird es schwer, sich selbst in der Rolle des Autors beziehungsweise der Autorin zu sehen. Versuche deshalb möglichst täglich ein paar Zeilen zu schreiben. Wenn du noch keine tägliche Schreibpraxis hast, beginne noch heute damit, eine zu etablieren! Dazu musst du nicht einmal an einem bestimmten Schreibprojekt arbeiten: Schreibaufgaben, Schreibanregungen, ein morgendliches Freewriting oder ein Blogpost sind mögliche Alternativen, um die Schreibpraxis zu entwickeln. Je mehr du schreibst, desto selbstbewusster wirst du dir selbst und deinen Texten gegenüber.

„Ich bin nicht gut genug …“

Denkst du diesen Satz wirklich? Mit wem vergleichst du dich denn? Ich fürchte, mit erfahrenen Autoren. Aber du bist nicht Elisabeth George, Charlotte Link oder gar Stephen King. Du bist du! Denke außerdem daran, dass viele, wirklich sehr viele Bestsellerautoren ihre Karriere nicht als solche gestartet haben. Lies einmal die ältesten Publikationen von populären Autoren und vergleiche sie mit ihren jüngsten. Du wirst sehen, dass es einen riesigen Entwicklungsschritt gegeben hat. Man lernt als Autor mit jedem Text hinzu.
Aber noch einmal zurück zu dem Satz „Ich bin nicht gut genug …“ Erlaube dir diesen Selbstzweifel nicht. Denke positiv und arbeite daran, besser zu werden. Streiche diesen Satz am besten aus deinem Gedächtnis, um deine Zweifel an dir nicht noch zu nähren. Oder nutze Affirmationen, also positive Glaubenssätze, um dich selbst zu stärken.

Lerne von anderen!

Lies möglichst viele Bücher über das Schreiben oder besuche Schreibkurse, um das Handwerk zu lernen und zu beherrschen. Du musst das Rad nicht neu erfinden und bei Null starten. Mittlerweile gibt es zahlreiche tolle Ratgeber und Kurse, die dir das Schreibhandwerk theoretisch wie praktisch vermitteln. Je mehr du weißt, desto sicherer fühlst du dich als Autor oder Autorin.

Tausch dich aus!

Sei mutig und stell deine Texte der Kritik Dritter! Nutze Autoren- und Buchplattformen, um dich mit anderen Autoren auszutauschen und ehrliches Feedback von Lesern zu erhalten. Du lernst auf solchen Plattformen nicht nur, dich der Kritik zu stellen, sondern auch, besser zu werden: die Kommentare der Leser helfen dir, herauszufinden, woran du besonders arbeiten musst. Aber auch Schreibkurse bieten dir eine großartige Gelegenheit, als Autor zu wachsen.

Überarbeite deine Texte!

Natürlich solltest du die Rohfassung bereits überarbeitet haben, um deinen Lesern einen Text mit zusammenhängenden Gedanken und möglichst wenigen Rechtschreibfehlern zu liefern und ihnen damit Spaß beim Lesen zu bieten. Du wirst dich auch selbst besser fühlen, wenn du deine Rohfassung bereits überarbeitet hast, bevor sie von Dritten gelesen wird.

Erwarte Kritik

Wenn du deine Texte Dritten gibst, werden sie möglicherweise auseinandergenommen und negativ bewertet. Nicht jeder ist so nett wie deine Familie! Lerne, mit Kritik umzugehen. Es wird Zurückweisungen geben. Aber diese solltest du als Anlass nehmen, um noch besser zu werden! Etwas leichter fällt es, wenn du folgendermaßen vorgehst: Kommuniziere mit deinen Testlesern, dass sie dich durchaus kritisieren dürfen, dabei aber zusätzlich auch etwas Positives zu ihrem Text sagen sollen. Auf diese Weise wirst du die Kritik möglicherweise besser annehmen können.

Schreibe deine Erfolge auf!

Hast du schon einmal von einem Erfolgstagebuch gehört? Viele Sportler und Unternehmer nutzen dieses, um sich an ihre persönlichen Erfolge zu erinnern und ihr Vertrauen in sich selbst zu stärken. Das kannst du auch: Feiere deine kleinen wie großen Erfolge als Autor/in, indem du dich am Ende des Tages hinsetzt und diese in ein separates Notizbuch schreibst. Was hast du erreicht? Was ist dir besonders gut gelungen? Wurdest du gelobt? Warum? Notiere drei bis fünf Erfolge, die du an diesem Tag im Zusammenhang mit dem Schreiben gemacht hast. Du wirst bereits nach wenigen Tagen bemerken, wie viel optimistischer, positiver und selbstbewusster du geworden bist! Damit es wirkt, musst du das Erfolgstagebuch jedoch möglichst täglich über einen längeren Zeitraum führen!

Dieser Artikel wurde bereits in leicht abgewandelter Form in der QWERTZ 02/2016 veröffentlicht.

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Die QWERTZ ist da! Warum ich euch den BVjA empfehle

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Am Wochenende erhielt ich wieder eine kleine Lektüre, auf die ich mich immer besonders freue. Nicht nur, weil ich selbst dafür schreibe. 🙂 Nein, vor allem wegen der vielen interessanten Informationen für Autorinnen und Autoren. Ich spreche von der QWERTZ, dem Mitgliedermagazin des BVjA. Der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. verfolgt seit 1987 das Ziel, „Autoren jeden Alters durch Informationen und Kontakte den Weg ins Literaturgeschäft zu erleichtern„. Heute möchte ich euch eine Mitgliedschaft im BVjA ans Herz legen, da ihr dort als junge Autorinnen und Autoren wirklich tolle Chancen bekommt, euch zu etablieren.

Ich kenne den BVjA seit 2012. Ich wurde von einem ehemaligen Studienkollegen angesprochen, ob ich nicht ein Seminar für die Mitglieder organisieren könnte. Dieses fand im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt. Ich habe auf diesem Seminar, wunderbare Autorinnen und Autoren getroffen, mit denen ich teilweise heute noch Kontakt habe. Viele von Ihnen haben es, nicht zuletzt durch den BVjA, tatsächlich geschafft, von einem Verlag veröffentlicht zu werden. Sie haben ihre Chancen genutzt, die ihnen der Bundesverband bietet.

Zunächst aber zur Mitgliedszeitschrift, die viermal im Jahr erscheint:
In der QWERTZ gibt es immer etwas, das mich als Autorin ein Stück weiterbringt. Sei es ein spannendes Interview, der Verweis auf ein neues Buch (Mitgliederbücher werden kurz vorgestellt), eine Ausschreibung oder auch ein Erfahrungsbericht. In der aktuellen Ausgabe (02/16) gibt es beispielsweise den spannenden Bericht von Tatjana Flade über ihre Erfahrungen mit der Lovelybooks-Plattform. Jasmin Zipperling stellt im Rahmen eines Interviews den Verlag 3.0 vor und Brina Stein das Literaturprojekt „Clue Writing“. Sehr interessant ist auch die Rubrik „Recht und Wissen“, wo BVjA-Vorstandssprecher und Rechtsanwalt Tobias Kiwitt diesmal auf das Urheberrecht und das VG Wort-Urteil eingeht. Mein Artikel „7 Schritte, um sein Selbstbewusstsein als Autor zu steigern“ findet ihr ebenfalls in der aktuellen QWERTZ.

Ihr seht, dass bereits das Mitgliedermagazin voller spannender Infos ist. Aber der Bundesverband hat noch mehr zu bieten: Die Bandbreite an Hilfen, Informationen und Kontakten, die der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. für seine Mitglieder bereit hält, ist enorm.

Mit Hilfe des BVjA kann man als Autor/in Kontakte zur Verlagswelt knüpfen. So beispielsweise auf  dem traditionellen Hauptseminar zur Frankfurter Buchmesse, das die Mitglieder mit wichtigen Personen des Literaturgeschäfts zusammenbringt (das nächste Buchmessenseminar findet vom 20. bis 23. Oktober statt). Vorträge, Workshops und der Austausch der Autoren untereinander bieten eine tolle Gelegenheit, sich als Autor/in weiterzuentwickeln und sich zu vernetzen!

Bücher von Mitgliedern können nicht nur in der QWERTZ vorgestellt werden: der Verband ist auf Buch- oder Autorenmessen oft mit einem Stand vertreten, wo die Mitglieder ebenfalls ihre Bücher präsentieren können. Gemeinsame Lesungen, die beispielsweise im Rahmen der regionalen Autorenstammtische organisiert werden können, bieten eine weitere Möglichkeit, sich als Autor/in zu etablieren. Auf der Homepage findet ihr darüberhinaus ein Forum, in dem sich Autoren ebenfalls austauschen können.

Vor einiger Zeit habe ich Tatjana Flade interviewt, die Geschäftsführerin des Vereins ist und für die Mitgliederzeitschrift Qwertz verantwortlich ist. Darin spricht sie einige Punkte an, die für eine Mitgliedschaft im BVjA sprechen. Wichtig ist aber auch ihr letzter Punkt, was die Voraussetzungen für die Mitgliedschaft angeht; sie sagt:

 

„Und noch ein Punkt: Jeder kann im BVjA Mitglied werden. Wir schotten uns nicht ab, es gibt keine Eingangsvoraussetzungen wie eine Veröffentlichung. Diese Offenheit ist uns sehr wichtig. Das Alter spielt keine Rolle, auch wenn wir das Wort „jung“ im Namen tragen. Der kürzlich verstorbene Umberto Eco hat seine Karriere als Schriftsteller relativ spät begonnen und sagte, von daher sei er noch ein „junger“ Autor.“

Seid ihr bereits Mitglied im BVjA? Oder kanntet ihr den Autorenverband noch nicht und seid neugierig geworden?

Schaut euch doch mal auf der Webseite um: http://bvja-online.de!

 

Liebe Grüße, Denise

 

 

Produktiver schreiben: Belohne dich selbst!

Produktivität lässt sich ganz einfach durch ein Belohnungssystem steigern! Wenn du Kinder hast, wirst du diesen Trick vielleicht kennen: ein Ziel soll erreicht werden – zum Beispiel aufs Töpfchen gehen – und immer, wenn das Kind es geschafft hat, erhält es einen Sticker. Wenn das Kind beispielsweise zehn oder mehr Sticker gesammelt hat, darf es sich zur Belohnung etwas wünschen: einen Tag im Schwimmbad, ein neues Kuscheltier, zusammen Eis essen gehen. Wie lange dauert es  wohl, bis das Kind sauber ist?! 😉

Wenn du auch zu den Autoren gehörst, die ihren inneren Schweinehund immer überwinden müssen, sieht mein Tipp für dich so aus: Wandle dieses Belohnungssystem auf dein Schreibverhalten um! Für jedes erreichte Schreibziel (z. B. pro Tag 300 Worte schreiben) schenkst du dir selbst einen Sticker. Und wenn du dein Schreibziel mehrfach erreicht hast, belohnst du dich mit einem wundervollen Geschenk oder einem Ausflug! Ist das nicht toll? Probier es mal aus, es funktioniert tatsächlich!

Und so gehts:

1. Besorge dir einen Kalender und schöne Sticker, die dich emotional ansprechen und glücklich machen. Schau mal im Bastelladen nach, dort gibt es welche. Kalenderblätter kannst du auch monatlich ausdrucken, es gibt im Internet diverse Seiten, die diese kostenlos zur Verfügung stellen. Ich selbst habe übrigens diesen praktischen Familienkalender genommen von Organised Mum genommen. Da ich oft an mehreren Schreibprojekten arbeite, hat sich die Lösung mit einem mehrspaltigen Planer als besonders sinnvoll erwiesen.

2. Nimm dir nun vor, wie viel du täglich schreiben möchtest. Sei dabei aber realistisch, ok?
Immer, wenn du dein Schreibziel erreicht hast, erhältst du einen tollen Sticker.

3. Überlege dir nun, für welche Anzahl an Stickern du dir etwas gönnen möchtest. Vielleicht nach 12 Stickern? Und was gönnst du dir, wenn du deine Stickeranzahl erreicht hast? Ich gehe entweder mit meiner Tochter ein Extra-Eis essen oder kaufe mir ein neues Buch 🙂

4. In deinen neuen Kalender notierst du dir von nun an nach jeder Schreibsession die Anzahl der Wörter, die du am jeweiligen Tag geschrieben hast. Hast du dein Ziel erreicht: schenk dir einen Sticker!

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Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und danke dir, dass du dir Zeit zum Lesen genommen hast!

Du weißt nicht, worüber du schreiben sollst? Kein Problem! In meinen E-Books „Schreib täglich!“ und „365 kreative Schreibimpulse“ findest du zahlreiche Anregungen!

Liebe Grüße,

Denise

Entscheide dich für ein Schreibprojekt!

Viele Menschen wollen schreiben und fangen auch damit an … doch sie beenden ihre Schreibprojekte nie. Woran das liegt? Nun, es gibt unterschiedliche Gründe, doch ein Grund tritt bei vielen Menschen auf: sie haben zu viele Ideen, über die sie schreiben wollen. Sie kommen von einem zum anderen, fangen mal mit dieser Geschichte an, mal mit dieser. Die Ideen verpuffen, denn die nächsten stehen schon Schlange.

Es gibt nur eine Möglichkeit, aus diesem Dilemma auszutreten: sich zu entscheiden!

Hast du auch zu viele Ideen und weißt du gar nicht, womit du anfangen sollst? So kannst du dich für ein Schreibprojekt entscheiden:

a.) Sammle erst einmal alle Ideen, die du in deinem Kopf gespeichert hast. Liste in fünf Minuten (nutze einen Timer) auf, worüber du schon immer schreiben wolltest.

b.) Schau dir jede Idee aus deiner Liste an und frage dich:

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie viel Leidenschaft verspüre ich für dieses Projekt (1 = gar nicht, 10 = sehr)?

Streiche nun alle Ideen, die einen niedrigeren Wert als 7 haben. Wie viele Projekte bleiben noch übrig? Wenn es mehr als drei sind, streiche nun all diejenigen mit niedrigen Werten, bis du auf maximal drei Projekte kommst.

c.) Du hast nun noch maximal drei Projekte, über die du schreiben könntest. Überlege dir:

Welches Schreibprojekt wird mir am meisten Spaß machen? Für welches Schreibprojekt verspürst du die größte Leidenschaft?

Schau dir alle drei Projekte an. Bei welchem schlägt dein Herz am höchsten?

d.) Du magst alle Schreibprojekte gleich gern? Du bist ja voller Leidenschaft! Dann frage dich:

Welches Projekt kann ich in der kürzesten Zeit realisieren?

Überlege genau! Und? Herzlichen Glückwunsch! Dann nutze diese Erkenntnis und beginne mit der Planung deines Schreibprojekts!

Gedankenkarussel während des Schreibens? Zähme deine Monkey Mind!

Monkey Mind ist ein buddhistischer Begriff, der einen unruhigen Geist, ein Gedankenkarussel beschreibt. Wenn jemand scheinbar unkontrollierbar von Gedanke zu Gedanke springt und der Geist nicht zur Ruhe kommt, ähnelt das einem Affen, der sich von Liane zu Liane schwingt und dabei plappert. Übersetzt heißt das: Ständig ist der Verstand mit etwas beschäftigt, denkt an die Zukunft oder an die Vergangenheit. Scheinbar unmöglich scheint es, im Hier und Jetzt zu sein, sich zu konzentrieren.

Vielleicht kennst du solche Momente, in denen deine Gedanken Überhand nehmen und dich vollkommen einnehmen. In solchen Momenten ist es schwierig, sich 100 % auf das Schreiben einzulassen

Die Konzentration auf das Schreiben fällt mit einer sehr aktiven Monkey Mind recht schwer, insbesondere wenn sich der innere Kritiker zu Wort meldet und uns Selbstzweifel einredet:

Ich sollte aufhören zu schreiben, es hört sich alles unsinnig an, was ich schreibe.
Ich muss noch mehr recherchieren. Ich habe überhaupt keine Ahnung von diesem Thema.
Ich kann das nicht.

Oder wir lassen uns ablenken:

Ich brauche neue Schuhe, ich sollte gleich mal nachschauen.
Oh, eine neue Mail.
Ob mir Susi schon geschrieben hat? Ich schau gleich mal bei Facebook rein.

Ich glaube, ich brauche dir keine weiteren Beispiele nennen, oder? Du kennst sie bestimmt, diese Gedanken.

Wie aber bekommen wir unsere Monkey Mind in Griff?

Hier habe ich dir vier Tipps für dich:

  • Die Pomodoro-Technik ist ideal, um sich wirklich nur auf das Ziel zu konzentrieren, das man sich vorgenommen hat.
  • Morgenseiten nach Julia Cameron, ein morgendliches, zeitlich begrenztes Freewriting, das dir hilft, deine Gedanken zu entleeren.
  • Ein fiktiver Dialog mit deiner Monkey Mind wirkt Wunder. Frage sie, warum sie dich nun ablenkt, warum sie dich ständig unterbricht.
  • Fokussiere dich auf deinen Atem. Atme einige Male tief in den Bauch ein und spüre den Weg des Atems nach.

Gelingt es dir, deine Monkey Mind zu zähmen, wirst du klarer und konzentrierter schreiben. Außerdem wirst du das Hier und Jetzt erleben. Super, oder?

Kennst du schon meine E-Books aus der Reihe „Selbstcoaching für Autoren“: „Schreib täglich!“ und „365 kreative Schreibimpulse“

Rezension: Blake Snyder: Rette die Katze. Das ultimative Buch übers Drehbuchschreiben.

Blake Snyder: Rette die Katze. Das ultimative Buch übers Drehbuchschreiben. Autorenhaus Verlag, Berlin, 2015, 208 Seiten (19,99 Euro). ISBN: 978-3-86671-128-0.

(Diese Rezension habe ich für die aktuelle Ausgabe der QWERTZ, dem Mitgliedermagazin des BVjA, geschrieben.)

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„Rette die Katze“ ist in den USA das Buch zum Thema Drehbuchschreiben. Der Bestseller, der bereits 2005 erschien, ist, wie David Steinitz ihm in der Süddeutschen Zeitung bescheinigt, eine „Art Heilige Schrift der Hollywood-Drehbuchautoren“.
US-Drehbuchautor und Filmproduzent Blake Snyder (1957-2009) erklärt in diesem praxisnahen und gleichzeitig unkonventionellen Ratgeber die Regeln und Methoden, um ein 110-seitiges Drehbuch zu schreiben. Der ungewöhnliche Titel „Rette die Katze“ leitet sich aus einer der wichtigsten Drehbuchregeln Snyders ab: Eine Story ist erst dann erfolgreich, wenn der Zuschauer Sympathien für die Hauptfigur entwickelt, beispielsweise indem diese eine Katze rettet.

Blake Snyder versteht sein Handwerk: Er arbeitete bereits seit dem achten Lebensjahr für seinen Vater, den erfolgreichen Filmproduzenten Ken Snyder, und wuchs somit mit und in der Filmindustrie auf. Schon früh spezialisierte er sich erfolgreich auf das Drehbuchschreiben: er schrieb die Bücher zu berühmten Filmen wie Stop! Oder meine Mami schießt sowie Mac Millionär.

Mit „Rette die Katze“ verfolgt der Snyder den Anspruch, Autoren einen Weg zu zeigen, wie sie Geschichten schreiben und analysieren können. In typischer Hollywoodmanier hat es keinen akademischen Anspruch, sondern will beim Lesen unterhalten – was ihm zweifelsohne gelingt. Der lockere Sprachstil ermöglicht ein kurzweiliges Lesevergnügen, ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.

Snyder spricht Anfänger wie professionelle Drehbuchschreiber gleichermaßen an und gibt   in acht Kapiteln viele praktische Tipps und Einblicke in das Drehbuchschreiben: Mit dem „Blake Snyder Beatsheet“ erläutert Snyder die typische Struktur eines Drehbuchs in 15 Beats. An dieser simplen Gliederung kann sich der Leser orientieren, während er an seinem eigenen Drehbuch schreibt.
Zum Verständnis dieser theoretischen Auseinandersetzung mit der Drehbuchgliederung, analysiert Snyder anschaulich die 15 Beats der Komödie Miss Undercover mit Sandra Bullock in der Hauptrolle (weitere Beispiele findet man hier: http://www.savethecat.com). Wie wichtig die Überarbeitung des Drehbuchs ist, zeigt Snyder in seinem vorletzten Kapitel. Hier bietet er sechs erprobte Hilfen für die typischen Fehler beim Drehbuchschreiben.

Ergänzt werden die Kapitel am Ende durch eine Zusammenfassung und hilfreiche Übungen, die den Leser ermutigen, sich direkt mit dem Gelesenen auseinanderzusetzen und Filme aus Sicht eines Drehbuchautors zu analysieren. Die Übungen sind jedoch eher für Anfänger denn für Fortgeschrittene geeignet.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass nicht nur Drehbuch- sondern auch Romanautoren von von den praktischen Tipps in „Rette die Katze“ profitieren: so beispielsweise bei der Erstellung der Prämisse, bei der Erarbeitung der Hauptfigur oder bei der Arbeit mit einem Storyboard. Synder nutzt das Board als eine Art Visualisierungstafel, um Szenen, Handlungsbögen und andere Elemente auszuprobieren, Fehler zu erkennen und auszumerzen. Insbesondere für Autoren, die ihren Plot erst einmal planen statt drauflos zu schreiben, lohnt sich Snyders Einblick in die Arbeit mit einem Storyboard.

Snyders Ratgeber „Rette die Katze“ ist ein empfehlenswerter Ratgeber für angehende Drehbuchautoren und bietet darüber hinaus auch Romanautoren zahlreiche Anregungen, Tipps und Informationen. Spannend ist, dass es mir seit dem Lesen des Buches gelingt, in Filmen die strukturierenden Elemente nach Snyder zu identifizieren.
Allerdings sind handwerkliche Erläuterungen an einigen Stellen etwas zu kurz gekommen: sei es bei der Darstellung der Beats, der Hilfen oder der Dialoge. Hier hätte der Autor durchaus tiefer einsteigen können. Vergleicht man Snyders Typisierung der zehn Filmgenres zudem mit denen weiterer Drehbuchexperten, fällt auf, dass er nicht dem üblichen Gebrauch der Genrenamen folgt. Das ist etwas ungünstig, wenn man sich mit dem Drehbuchschreiben umfassend beschäftigen möchte.

5 Gründe, warum Autoren einen Hund haben „sollten“

„Jede Autorin, jeder Autor sollte einen Hund haben.“

Als ich mir in dieser Woche darüber Gedanken machte, was den Schreibprozess auflockert, kam mir dieser Satz in den Sinn. In meinen Artikeln auf Schreibretreat ebenso wie in meinen E-Books möchte ich euch Strategien und Möglichkeiten aufzeigen, wie man auf einfachstem und effektivstem Weg Ideen generiert, sich zum Schreiben motiviert und sich das Schreiben so angenehm und leicht wie möglich macht.

Für mich persönlich ist ein Hund tatsächlich sehr hilfreich im Schreibprozess. Ich möchte euch heute zeigen, warum:

1. Hunde sorgen für Pausen im Schreiballtag

Hunde haben eine innere Uhr. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber meine innere Uhr funktioniert nicht mehr. Das habe ich wieder in aller Deutlichkeit gemerkt, als ich nach dem Tod unserer Hündin zehn Monate hundelos war. Wenn ich im Schreibflow bin, schreibe ich. Wenn ich arbeite, arbeite ich, bis ich irgendwann auf die Uhr schaue und sehe, dass ich meine Tochter vom Kindergarten abholen muss. Aber auch anderen, die allein arbeiten, ohne Kollegen, die einen zwischendurch mal ablenken oder auffordern, mit in die Kantine zu gehen, kennen es garantiert, dass man am liebsten durcharbeitet, um möglichst viel zu schaffen.

Diese Vorgehensweise ist ungesund und stresst den Körper und den Geist. Wir brauchen die Pausen zwischendurch, um unser Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen, unseren Körper zu lockern, um wieder aufzutanken. Auch unsere Kreativität wird ohne Pausen strapaziert.

Seit August letzten Jahres haben wir wieder eine Hündin – und ich damit auch wieder einen gesunden Arbeitsrhythmus. Gut, in den ersten Monaten mussten wir uns erst einmal auf einander einstellen, ihre Schlafphasen waren tagsüber sehr kurz und sie wollte am liebsten den ganzen Tag spielen. Doch mittlerweile ist es so, dass wir uns arrangiert haben: sie erinnert mich um 10.30 Uhr daran, dass wir unseren Spaziergang machen müssen. Gegen. 12.30 Uhr sorgt sie dafür, dass ich an unser Mittagessen denke. Und um 14 Uhr, dass ich meine Tochter abholen muss. Es ist wirklich faszinierend. Klar, wenn ich gerade mitten im Flow bin und sie mit ihren Pfoten auf und ab tapst, nervt es schon ein wenig. Aber ohne sie würde ich die Pausen zwischendurch einfach ignorieren. Und dabei das Essen vergessen. Gesund ist etwas anderes, oder?

Durch ihre innere Uhr und ihrem natürlichen Bedürfnis, sich draußen an der frischen Luft zu bewegen, sorgen Hunde dafür, dass wir unseren Arbeitsprozess unterbrechen und die notwendigen Pausen machen.

2. Spaziergänge mit dem Hund machen uns fit

Wer täglich stundenlang am Schreibtisch sitzt und sich kaum bewegt, schadet seiner Gesundheit. Der starre Blick auf den Monitor und das Verharren in derselben Sitzposition können Auslöser für Nackenprobleme, Rückenschmerzen und Bandscheibenprobleme sein. Mit seinem Hund muss man bei Wind und Wetter raus. Das härtet nicht nur das Immunsystem ab, sondern stärken auch den Körper. Dadurch werden haltungsbedingte Rückenschmerzen gelindert oder verschwinden sogar vollständig, die Gelenke werden ebenso wie der Kreislauf gestärkt.

Natürlich kann man auch ohne Hund spazieren gehen. Aber dazu braucht man wirklich mehr Disziplin als mit einem Hund. Schlechtes Wetter, zu viel Arbeit etc. sind keine Ausreden, die Hunde gelten lassen! Hunde drängen auf ihren Spaziergang. Sie müssen raus, damit sie nicht unleidlich werden. Lexie wird beispielsweise sehr penetrant, wenn sie nicht ausgelastet ist. Sie kratzt gegen die Terrassentür in meinem Büro, geht laut auf und ab (dieses Klackern auf dem Laminat ist dermaßen ätzend …) oder sucht sich schon mal ein Buch, das sie annagen kann. Dieser Druck auf mich wirkt 😉

Auf der Webseite des Zentrums für Gesundheit findet ihr noch mehr Gründe, weshalb  Spaziergänge gut tun.

3. Hunde helfen uns, Stress und Müdigkeit abzubauen

Die täglichen Spaziergänge mit einem Hund halten unser Stresslevel niedrig. Der Blutdruck bleibt in einem gesunden Rahmen, der Kopf wird wieder frei. Ich merke es, sobald ich nach zehn Minuten den Wald erreiche. Bis dahin schwirren mir oft noch zahlreiche Gedanken durch den Kopf oder mein Puls rast, weil ich darüber nachdenke, dass der Text X bis morgen eigentlich fertig werden sollte. Doch die frische Luft und die Natur entstressen mich. Auch die Müdigkeit, die während des Schreibens immer wieder durchblitzt, ist nach einem ausgedehnten Spaziergang wie weggeblasen, genauso wie schlechte Laune. 😉 Denn während des Laufens werden Hormone ausgeschüttet, die sich positiv auf unsere Stimmung auslegen.

Dabei ist ein Spaziergang in der Natur wesentlich effektiver als in der Stadt. Der Lärm und die Hektik in der Stadt sind nicht gerade förderlich. Im Wald oder auf dem Feld dagegen herrschen Ruhe, man kann abschalten und sich ganz ausgelassen mit seinem Hund beschäftigen.

4. Kreative Ideen generieren mit Hunden

Die Spaziergänge mit meinem Hund, aber auch das tägliche Kämmen ihrer langen Haare ordnen meine Gedanken und lassen neue Ideen durch. Viele meiner Schreibimpulse aus meinem aktuellen E-Book (immerhin sind es 365) habe ich mir auf meinen Spaziergängen ausgedacht. Dies Idee zu diesem Artikel entstand wie gesagt ebenfalls auf einem Spaziergang.

5. Mein Hund, mein Kollege

Schreiben im stillen Kämmerlein kann manchmal ganz schön einsam sein (oh, ein Reim ;-)). Da ist es einfach schön, wenn man weiß, dass neben den Füßen ein Hund schlummert, der bei Bedarf auch mal als Gesprächspartner herhalten kann und muss. Auch wenn Lexie mir nicht sprechend antwortet, schätze ich ihre Anwesenheit sehr. In den zehn Monaten ohne Hund war ich rund sechs Stunden am Tag allein. Auf Dauer wirkt sich das sicher auch auf die Psyche aus, oder? Man schreibt vor sich hin, man denkt und denkt, ohne Ablenkung und ohne Gespräch. Das ist und war nicht meins. Sicher ist man kurzfristig effektiver, wenn man sechs Stunden durcharbeitet. Aber wenn man ehrlich ist, sind Auflockerungen im Alltag nicht nur gesünder, sondern machen einfach zufriedener und auf lange Sicht effektiver. Und wenn diese Auflockerungen durch einen Vierbeiner erfolgen, ist es umso schöner.

Habt ihr auch Hunde? Oder andere Haustiere?