Nachtrag Seminar „Schreib dich frei“: Schreibt jeder für sich – oder nicht?

Heute hat mich eine E-Mail mit einer wichtigen Frage zu meinem E-Mail-Seminar „Schreib dich frei“ erreicht. Es geht darum, ob die Texte, die in den 6 Wochen geschrieben werden, für alle Teilnehmer sichtbar sind und kommentiert werden oder nicht.

Meine Antwort:

Tatsächlich ist es so, dass jeder für sich selbst schreibt. Es geht in dem Kurs darum, durch die täglichen Übungen in einen eigenen Schreibrhythmus zu finden, inspiriert zu werden, sich schreibend auszuprobieren. Dabei werdet ihr ganz sicher eurem inneren Kritiker begegnen – und einen Weg finden, euch gegen ihn zu behaupten. Das reicht dann aber auch. Positive oder negative Kritik von Seiten der Teilnehmer oder von mir bleibt deshalb außen vor. Wenn alle Teilnehmer einverstanden sind, können wir gern am Ende des Kurses einen Austausch machen.

Wenn ihr noch Fragen habt, meldet euch bitte!

Liebe Grüße,

Denise

Advertisements

Vorankündigung: Schreib dich frei – E-Mail-Seminar für Hobbyautoren

Ab dem 22. Januar 2015 biete ich ein neues E-Mail-Seminar an: „Schreib dich frei“! Wer sich bis zum 15. Dezember 2014 für das sechswöchige anmeldet, bekommt einen vorweihnachtlichen Rabatt: statt 39 Euro zahlt ihr nur 29 Euro! 🙂 Es sind 5 Plätze frei!

In 6 Lektionen (1 Lektion = 1 Woche) beschäftigen wir uns mit den vielfältigen Möglichkeiten des Kreativen Schreibens. Ihr werdet ermutigt, neue Wege zu gehen, um eure Figuren und die Atmosphäre in euren Texten lebendiger zu gestalten. Denn nichts ist schöner als Dinge so unverwechselbar zu beschreiben, dass der Leser ein klares Bild vor Augen hat. Wir experimentieren mit unseren fünf Sinnen – schmecken, tasten, sehen, riechen und hören – und schreiben mit geschärfter Wahrnehmung kleine Szenen, Dialoge und Charakterisierungen. Aber nicht nur eure Fantasie und Vorstellungskraft werden in diesem Seminar angeregt: darüber hinaus lernt ihr originelle Techniken, die ihre Schreibmotivation fördern und Schreibhemmungen oder -blockaden abbauen.

Wie läuft es ab?

Ihr erhaltet sechs Wochen lang von Montag bis Samstag täglich eine E-Mail mit einer kreativen Aufgabe, deren Thema zur jeweiligen Lektion passt. Für die Werktags-Aufgaben benötigt ihr etwa eine halbe Stunde, die Wochenendaufgabe ist etwas umfangreicher.

Ziele:

Schärfen der eigenen Wahrnehmung
Anregung der Fantasie
Inspiration
Kennenlernen neuer Schreibtechniken
Optimierung des eigenen Schreibstils
Aktivierung der Imaginationskraft
Förderung des sprachlichen Ausdrucks

Themen und Methoden:

Werkzeugkoffer mit inspirierenden Kreativitätstechniken wie Automatisches Schreiben, Imagination, Assoziationen, Collagen
Wahrnehmungsübungen
Materialsammlung

Hier könnt ihr euch unverbindlich anmelden oder Fragen stellen: kontakt@denisefritsch.de

Liebe Grüße,

Denise

Kreative Schreibmethoden – das Freewriting

Ich habe schon einige Male im Blog von Freewriting gesprochen. Und ich kann es euch gar nicht oft genug sagen: Nutzt es, um euch vor der Arbeit an einem strukturierten Schreibprojekt erst einmal warm zu schreiben. Da es in den kommenden Wochen darum geht, welche Methoden und Dinge das Schreiben erleichtern, möchte ich an dieser Stelle noch einmal kurz auf das „Freewriting“ eingehen.

Locker und leicht schreiben mit dem Freewriting

Denn ein Freewriting ist ein idealer Einstieg in den Schreibprozess. Ihr könnt das Freewriting als Lockerungsübung nutzen, um euch im wahrsten Sinne des Wortes „frei“ zu schreiben, euch von eurem Alltagsballast zu befreien. Von vielen Autoren wird das Freewriting gern genutzt, um ihren Schreibfluss vor ihrer Arbeit am Manuskript anzuregen. Das Freewriting ist also ideal, um die täglichen Belastungen, Gedanken, Ideen, Gefühle erst einmal abzuschütteln und das Hirn leer zu schreiben.

Dass ein Freewriting einen Flow freisetzt, liegt daran, dass es auf diejenigen Hirnarreale Einfluss nimmt, die für die Produktion innerer Bilder zuständig sind. Freewriting wirkt also insbesondere auf die rechte Hirnhälfte, die nach der Theorie des Zusammenwirkens beider Hirnhälften im kreativen Prozess für die Bilder und Emotionen zuständig ist.

Schneller, schneller – nicht absetzen!

Im Freewriting wird der Schreibfluss beschleunigt, wir schreiben immer schneller, ohne innezuhalten, ohne den Stift abzusetzen. Uns gelingt es damit, die Innere Zensur des Über-Ichs auszustellen und die Gedanken fließen zu lassen. Schreibregeln und -muster spielen keine Rolle, da der Text nicht während des Schreibens bewertet und kontrolliert wird.

Der amerikanische Schreibforscher Peter Elbow empfiehlt, dass man für einen begrenzten Zeitraum (ca. fünf bis zehn Minuten) vollkommen unzensiert, themen- und ziellos seine eigenen Gedanken niederschreibt – ohne dabei die Hand abzusetzen. Das unzensierte Schreiben bewirkt, dass ihr erst einmal unbefangen in den Schreibprozess einsteigen könnt, bevor ihr wieder strukturiert schreiben „müssen“. Der Vorteil: Beim Freewriting ist alles erlaubt, ihr dürft chaotisch schreiben, Halbsätze niederschreiben, Wörter wiederholen. Sobald jedoch der Timer Alarm schlägt, hört ihr auf. Bis hierhin und nicht weiter!

„Mir fällt nichts ein.“

Wer das Freewriting, das freie Schreiben nicht kennt, wird jetzt wahrscheinlich denken „Was ist, wenn mir nichts einfällt“? Meine Antwort ist ganz einfach: Denkt ihr im Alltag auch immer darüber nach, worüber ihr sprecht? Ordnet ihr eure Gedanken, bevor ihr etwas sagt? In mindestens 90 Prozent der Fälle bestimmt nicht!

Wenn eure Uhr läuft und ihr habt tatsächlich nur den Gedanken „Mir fällt nichts ein“ im Kopf – dann schreibt ihn auf. Und zwar sooft, bis ein anderer Impuls auf euch einströmt. Oder schreibt sinnlose Buchstabenkombinationen, bis der nächste Schreibimpuls auf euch einströmt. Ihr werdet sehen: Der Schreibfluss kommt ganz von selbst. Und dann steht auf dem Papier noch mehr als „“Mir fällt nichts ein“ … garantiert!

Die Grenzen des Freewritings

Die Grenzen des Freewritings liegen in der Qualität und in dem Sinn des entstehenden Textes. Ein Freewritingtext kann durchaus lebendig und in einigen Teilen auch überzeugend wirken, aber veröffentlichungswürdig ist wohl kein Freewritingtext. Meist wird nicht einmal die innere Logik stimmen. Aber das ist auch nicht die Aufgabe der rechten Hirnhälfte: Sie liefert uns die Lebendigkeit, die für einen Autor unabdingbar ist. Um jedoch einen gelingenden Text zu schreiben, muss später auch die linke Hirnhälfte dazukommen. Aber das ist ein anderes Thema. Bei dieser Art des freien Schreibens geht es einzig und allein um das Loslassen.

Kurz vorgestellt: 3 Schreibmethoden zur Ideenfindung

Diese drei einfachen Schreibmethoden helfen bei der Ideenfindung:

Clustern – Beim Clustern werden, von einem zentralen Wort aus, spontan Assoziationsketten gebildet. Der Vorteil ist, dass der Schreibende seine Gedanken zu einem Kernbegriff sofort und ungefiltert aufschreiben kann, ohne über eine Formulierung nachdenken zu müssen.

Freewriting – Diese Methode wird ebenfalls genutzt, um spontane Ideen zu einem Thema aufzuschreiben. Auch hier werden alle Gedanken unreflektiert aufgeschrieben. Das Freewriting lässt sich zusätzlich zum Clustern anwenden, indem aus dem Cluster ein Stichwort (eine Assoziation) herausgegriffen wird, zu dem  innerhalb eines kurzen Zeitrahmens (ca. 5 Minuten) weitere Ideen notiert werden.

Beim Frage-Antwort-Spiel stellt sich der Schreibende selbst Fragen zu einem bestimmten Themenkomplex und beantwortet diese durch schnelles, ungefiltertes Schreiben. Dadurch entstehen neue Ideen, die für eine Verdichtung des Textes genutzt werden können. Außerdem deckt der Schreibende mit dieser Methode selbst Ungereimtheiten auf.

Aufschieberitis verhindern: Einfach drauflos schreiben

Die Motivation spielt beim Schreibhandeln eine große Rolle. Wenn jemand ein Thema, einen Textauftrag langweilig findet, kann es eine Weile dauern, bis er sich „überwunden“ hat, mit dem Schreiben zu beginnen. Plötzlich ist es interessanter, die Spülmaschine auszuräumen, den längst fälligen Anruf bei den Eltern nachzuholen oder zu bügeln. Fehlende Motivation beim Schreiben ist der Reibungsverlust schlechthin. Um der Aufschieberitis zu entgehen, gibt es nur einen Weg: Trotzdem schreiben. Wenn man dann jedoch einmal ins Schreiben gekommen ist, klappt es in der Regel auch mit den ungeliebten Aufgaben. Dabei ist es nicht einmal notwendig, mit der Schreibaufgabe anzufangen: Freewriting und Schreibanregungen sind ideale Schreibeinstiege!

Ähnliche Artikel:

Perfektionismus adé – Sehen Sie Ihren ersten Entwurf als Rohfassung an

Interview mit der Autorin Helen Endemann, Teil 2

Stimmen Sie sich auf Ihren Schreibprozess ein!

 

Freewriting – Vom Ballast befreien

Ein Freewriting ist ein idealer Einstieg in den Schreibprozess. Mit dieser Lockerungsübung schreiben Sie sich „frei“ und befreien sich von Ihrem  Alltagsballast, bevor Sie sich Ihrem Manuskript widmen. Der amerikanische Schreibforscher Peter Elbow empfiehlt, dass man für einen begrenzten Zeitraum (ca. fünf bis zehn Minuten) vollkommen unzensiert, themen- und ziellos seine eigenen Gedanken niederschreibt – ohne dabei die Hand abzusetzen. Das unzensierte Schreiben bewirkt, dass Sie erst einmal unbefangen in den Schreibprozess einsteigen können, bevor Sie wieder strukturiert schreiben „müssen“. Der Vorteil: Beim Freewriting ist alles erlaubt, Sie dürfen chaotisch schreiben, Sie dürfen Halbsätze niederschreiben, Sie dürfen Wörter wiederholen.

Nicht denken, schreiben!

Die wichtigste Regel beim Freewriting lautet: Denken Sie nicht darüber nach, was Sie schreiben. Wenn Sie in Ihren Gedanken hängen bleiben, können Sie auch ein blablabla oder ich weiß nicht, was ich jetzt schreiben soll schreiben. Lassen Sie Ihre Gedanken aufs Papier fließen und schreiben Sie ohne Hemmung, ohne inneren Zensor. Machen Sie sich bewusst, dass alles, was Sie in diesem Moment aufschreiben, nur Ihnen gehört! Sie können es später jemandem zeigen, müssen es aber nicht. Machen Sie sich auch keine Gedanken über die Rechtschreibung oder die Zeichensetzung! Auch diese sind vollkommen nebensächlich beim freien Schreiben.

Timer an und los!

Stellen Sie Ihren Timer auf fünf oder zehn Minuten und legen Sie los. Wenn es schließlich klingelt, legen Sie sofort den Stift beiseite. Atmen Sie einmal tief durch, laufen Sie eine Runde durch Ihr Zimmer und legen Sie anschließend mit Ihrem Schreibprojekt los. Ich empfehle Ihnen, das Freewriting mit Papier und Bleistift durchzuführen. Probieren Sie es aus, Sie werden den Unterschied zum Tastaturschreiben bestimmt bemerken!

Was bringt das Freewriting?

  • Wenn Sie sich vor Beginn Ihres eigentlichen Schreibprojektes bereits von den Gedanken, die Sie gerade beschäftigen, befreit haben, in dem Sie sie aufgeschrieben haben, findet diese Auseinandersetzung nicht mehr während der Arbeit an einem wichtigen Text statt.
  • Mit der Zeit gelingt es Ihnen, Ihren inneren Zensor besser zu kontrollieren.
  • Sie lernen, schneller in den Schreibprozess einzusteigen.
  • Schreibblockaden können mit dem regelmäßigen Freewriting verhindert werden.

Tipp: Meine wöchentlichen Schreibanregungen funktionieren ebenfalls nach dem Prinzip des Freewritings. Hier schreiben Sie zwar nicht ziel- und themenlos, aber dennoch frei.

Ähnliche Artikel:

Perfektionismus adé – Sehen Sie Ihren ersten Entwurf als Rohfassung an

Aufschieberitis verhindern: Einfach drauflos schreiben

Interview mit der Autorin Helen Endemann, Teil 2

Stimmen Sie sich auf Ihren Schreibprozess ein!