Vorgestellt: Notizbücher von Stift17

Wie versprochen möchte ich euch heute Julia Haslingers (Stift 17) Arbeit etwas näher vorstellen. Julia gründete ihre Kreativ- und Illustrationsagentur Stift17 2015 in Dornbirn. Zuvor arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Wien und forschte dort als Biologin an der Universität. Im Rahmen meines Schreibwettbewerbs gibt es ein wunderschönes, kreatives Skizzenbuch zu gewinnen, das Julia netterweise zur Verfügung gestellt hat!

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(c) Julia Haslinger, Stift17

Ich glaube, ich erwähnte es bereits, dass ich Notizbücher liebe?! Vielen von euch Schreibenden da draußen geht es sicherlich genauso! Ich mag Notizbücher mit ungewöhnlichem Format, mit einem etwas anderen Design, mit dem gewissen Etwas. Ich verwende natürlich auch ganz simple, aber für besondere Anlässe gönne ich mir auch ein ganz besonderes Notizbuch.

Vor ein paar Wochen war es wieder soweit. Ich brauchte ein neues, besonderes Notizbuch, das ich als Journal nutzen kann. In meine Journale schreibe ich meine Gedanken, meine Ziele, meine Wünsche. Bei meiner Recherche bin ich auf die Webseite von Julia Haslinger, Stift17, gestoßen. Das schlichte, aber dennoch ausdrucksstarke Design ihrer Notizbücher hat mich sofort angesprochen. Mit viel Liebe zeichnet Julia Tiere und druckt sie schließlich im Siebdruckverfahren auf ihre handgemachten Notiz-, Skizzenbücher oder Karten. Ihre Naturmotive wirken so lebendig und sind so schön anzuschauen! Besonders der keck dreinblickende Biber hat es mir angetan,  weshalb ich ihn mir direkt bestellt habe 🙂

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Für den Schreibwettbewerb durfte ich mir ein Motiv aussuchen. Ich habe den Wal gewählt, weil er für mich ausdrückt, dass man seiner Fantasie Raum geben darf, ohne sich selbst zu zensieren. Ideal für ein Autorennotizbuch 🙂 Findet ihr nicht?

Die Skizzenbücher (210 x 210 mm) umfassen 144 Seiten naturweißes Papier (100 g/m2), sind fadengebunden und haben einen Umschlag aus einer so genannten unkaschierten Buchbinder-Graupappe. Durch den flexiblen Buchrücken bleiben sie komplett aufschlagen, ohne dass man sie ständig aufhalten muss.

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(c) Julia Haslinger, Stift17

Aus Julias Leidenschaft für Natur, Stift und Papier entstand Stift17

Ich habe Julia einige Fragen zu ihrem Unternehmen und ihrer Arbeit gestellt, damit ihr sie und ihre Arbeit besser kennenlernt.

Julia, du hast deine wissenschaftliche Karriere hinter dich gelassen, bist von Wien nach Dornbirn gezogen und hast 2015 Stift17 gegründet. Wie geht es dir mit dieser Entscheidung heute?

Die Entscheidung, von Wien nach Dornbirn zu gehen und meine wissenschaftliche Karriere hinter mir zu lassen, war eine der besten, die ich bisher getroffen habe. Es gehörte eine Portion Mut dazu, und war nicht immer einfach, aber es hat mir neue Möglichkeiten eröffnet. Bei der Suche nach einem neuem Job zeigte sich ziemlich schnell, dass Jobs im wissenschaftlichen oder wissenschaftsnahen Bereich (bzw. in meinem (!) Bereich)  hier rar sind. Also stellte ich mir die Sinn-Frage. Was mache ich gut und gerne und kann ich mir vorstellen, das zu professionalisieren.  Nach wie vor eine gute Entscheidung!

Und wieso der Name, Stift17?

17: Meine Glückszahl. Stift: Weil das mein Universal-Werkzeug ist, das ich fast immer und überall dabei habe und mit dem meine Illustrationen entstehen 🙂

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Wie ist es dazu gekommen, dass du die Biologie und das Zeichnen verbunden hast?

Ich habe seit ich denken kann gezeichnet. Als Ausgleich zum Alltag, als Rückzug und gleichzeitig Freiheit. Während meines Studiums gab es einzelne Lehrveranstaltungen, bei denen auch Zeichnen Thema war und die habe ich besonders spannend gefunden. Angefangen vom Zeichnen von Blattstrukturen (ja, das kann tatsächlich spannend sein!) bis hin zu anatomischen Strukturen des Menschen. Daran bin ich irgendwie hängen geblieben.

Wie entstehen deine Zeichnungen? Hast du Fotos von den Tieren, die du zeichnest? Beobachtest du sie, beispielsweise im Zoo?

Ich verbringe eine Zeit lang bei der Recherche über meine Motive, die biologischen Hintergründe und studiere viele Bilder. Währenddessen ändert sich der Blick auf das jeweilige Tier, die Wahrnehmung wird eine andere. Als Vorlage habe ich zumeist ein Foto, aus eigener Hand oder online gefunden. Und ja, ich beobachte sie auch in echt, ich gehe gern in Zoos und verbringe dort viele Stunden.

Deine Zeichnungen werden im Siebdruckverfahren auf die Notizbücher gedruckt. Hast du eine Druckerei vor Ort, die deine Bücher bindet und die Motive druckt oder machst du das selbst?

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Arbeitsmaterial bei Probedruck (c) Julia Haslinger

Ich arbeite unter anderem mit einer Druckerei vor Ort zusammen, bei der ich die Grußkarten und blanko-Notizhefte, also die Rohlinge quasi, binden lasse. Für die Skizzenbücher habe ich einen Händler meines Vertrauens. Mir ist wichtig, dass die Qualität der Produkte hochwertig ist, sowohl von den Materialien als auch von der Herkunft her. Meine Rohlinge werden in Österreich und in Deutschland hergestellt, wenn möglich klimaneutral und mit Recyclingpapier. Naturwissenschafter-Ethos. Den Siebdruck mache ich dann selbst, von der Belichtung der Siebe hin bis zur Bedruckung. Das erfordert Zeit und Übung, ist aber zumeist ein angenehmes Handwerk. Außerdem kann ich meinen Produkten so den letzten Feinschliff verleihen.

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Sieberstellung (c) Julia Haslinger

Mein Testurteil:

Ich habe mein Skizzenbuch natürlich schon fleissig genutzt. Da es sich um ein persönliches Journal handelt, kann ich euch leider keine Bilder vom Inneren zeigen ;-). Dennoch kann ich euch sagen: ich habe Filzstifte, Kulis, Füller, Bleistift und Klebe benutzt. Alles kein Problem! Nichts verläuft, nichts drückt durch.
Mir gefällt zudem das Format des Buches: es ist quadratisch und mit 210 x 210 mm  ausreichend groß, um den Gedanken freien Lauf zu lassen, Fotos hineinzukleben oder hineinzuzeichnen.

Die Qualität des Buches ist wirklich ausgesprochen gut. Deshalb, und weil Julia das Notizbuch unter ökologischen Gesichtspunkten herstellt, ist es sein Geld absolut wert. Ich kann euch Julias Notiz- und Skizzenbücher nur empfehlen. Schaut einfach mal in ihren Onlineshop auf dawanda rein oder fordert ihr Protfolio an. Auch auf facebook findet ihr sie!

Stift17
Julia Haslinger
http://de.dawanda.com/shop/stift17
https://www.facebook.com/stift.siebzehn
Liebe Grüße,

Denise

 

Gedankenkarussel während des Schreibens? Zähme deine Monkey Mind!

Monkey Mind ist ein buddhistischer Begriff, der einen unruhigen Geist, ein Gedankenkarussel beschreibt. Wenn jemand scheinbar unkontrollierbar von Gedanke zu Gedanke springt und der Geist nicht zur Ruhe kommt, ähnelt das einem Affen, der sich von Liane zu Liane schwingt und dabei plappert. Übersetzt heißt das: Ständig ist der Verstand mit etwas beschäftigt, denkt an die Zukunft oder an die Vergangenheit. Scheinbar unmöglich scheint es, im Hier und Jetzt zu sein, sich zu konzentrieren.

Vielleicht kennst du solche Momente, in denen deine Gedanken Überhand nehmen und dich vollkommen einnehmen. In solchen Momenten ist es schwierig, sich 100 % auf das Schreiben einzulassen

Die Konzentration auf das Schreiben fällt mit einer sehr aktiven Monkey Mind recht schwer, insbesondere wenn sich der innere Kritiker zu Wort meldet und uns Selbstzweifel einredet:

Ich sollte aufhören zu schreiben, es hört sich alles unsinnig an, was ich schreibe.
Ich muss noch mehr recherchieren. Ich habe überhaupt keine Ahnung von diesem Thema.
Ich kann das nicht.

Oder wir lassen uns ablenken:

Ich brauche neue Schuhe, ich sollte gleich mal nachschauen.
Oh, eine neue Mail.
Ob mir Susi schon geschrieben hat? Ich schau gleich mal bei Facebook rein.

Ich glaube, ich brauche dir keine weiteren Beispiele nennen, oder? Du kennst sie bestimmt, diese Gedanken.

Wie aber bekommen wir unsere Monkey Mind in Griff?

Hier habe ich dir vier Tipps für dich:

  • Die Pomodoro-Technik ist ideal, um sich wirklich nur auf das Ziel zu konzentrieren, das man sich vorgenommen hat.
  • Morgenseiten nach Julia Cameron, ein morgendliches, zeitlich begrenztes Freewriting, das dir hilft, deine Gedanken zu entleeren.
  • Ein fiktiver Dialog mit deiner Monkey Mind wirkt Wunder. Frage sie, warum sie dich nun ablenkt, warum sie dich ständig unterbricht.
  • Fokussiere dich auf deinen Atem. Atme einige Male tief in den Bauch ein und spüre den Weg des Atems nach.

Gelingt es dir, deine Monkey Mind zu zähmen, wirst du klarer und konzentrierter schreiben. Außerdem wirst du das Hier und Jetzt erleben. Super, oder?

Kennst du schon meine E-Books aus der Reihe „Selbstcoaching für Autoren“: „Schreib täglich!“ und „365 kreative Schreibimpulse“

Wie man mit Hilfe der Prämisse eine Kurzgeschichte entwickeln kann

Umstritten ist sie, die Prämisse: Im Internet finden sich sowohl zahlreiche Gegner wie auch Befürworter der Prämisse. Während die Gegner eine reine Zeitverschwendung in der Prämisse sehen, fühlen sich andere während ihres Schreibprozesses von einer Prämisse unterstützt: Die Prämisse kann ein wertvolles Hilfsmittel für Autoren seit, da sie die Story wie ein Kompass auf Kurs hält, um einmal ein Bild von Otto Kruse aufzugreifen (2001: 235).

Was aber versteht man unter einer Prämisse?

Nun, eine einheitliche Definition gibt es nicht, aber zumindest verschiedene Definitionsansätze: Auf der einen Seite wird die Prämisse als eine Botschaft betrachtet, die der Autor durch seine Geschichte transportieren will. Von Fabeln kennen Sie sicher das Sprichwort: „Und die Moral von der Geschicht‘ …“. Es steht am Ende der Geschichte und fasst die Botschaft der Geschichte zusammen, die mit der Story bewiesen wurde. Bei der Prämisse ist es ähnlich, allerdings wird der Leser sie in der Geschichte nicht ausgeschrieben finden: die Botschaft steht zwischen den Zeilen.

Eine zweiter Ansatz, der unter anderem von James N. Frey angeregt wurde, geht davon aus, dass die Prämisse eine Feststellung über das Ergebnis ist, was mit den Figuren am Ende des Hauptkonflikts geschieht.

Die Prämisse besteht aus nur einem Satz und fasst in einer Kurzformel die Erkenntnis der Hauptfigur zusammen, die diese durch eine Veränderung in ihrem Leben erhält bzw. beschreibt, wie die Figur durch einen Konflikt die Lösung findet.

Zielgerichtet zur Kurzgeschichte

Ich halte die Entwicklung einer Prämisse für das Schreiben von Kurzgeschichten  für nützlich:

Die beiden wesentlichen Merkmale einer Kurzgeschichte sind die Verdichtung des Geschehens sowie eine Aussage, eine Botschaft, eine Weisheit, die der Autor durch seine Geschichte vermitteln will. Dabei wird etwas Alltägliches als etwas Besonderes herausgestellt.  Die Figuren, die Handlung, der Zeitrahmen – bei einer Kurzgeschichte wird alles komprimiert. Im weiteren Verlauf der Geschichte ist die Handlung meist linear, klar und auf das Wesentliche ausgerichtet.

Anders als ein Roman hat die Kurzgeschichte in ihrer üblichen Form also eine lineare Handlung und ist komprimiert auf allen Ebenen. Abschweifen, sich verzetteln, Sprünge machen – bei einer Kurzgeschichte fallen solche handwerklichen Fauxpas sofort auf. Warum also nicht mit einer Prämisse arbeiten und diese als Hilfsmittel für die Geschichte nutzen? Nicht nur das zielgerichtetere Schreiben ist ein Vorteil einer Prämisse: auch das Überarbeiten fällt leichter, denn durch seine Prämisse kennt der Autor immer sein Ziel. Überflüssiges ist schnell gestrichen.

Wie kann man die Prämisse für die Kurzgeschichtenentwicklung nutzen?

Eine Möglichkeit ist diese:

Um zu einer Prämisse für Ihre Kurzgeschichte zu gelangen, kann man schrittweise vorgehen.

1.) Überlege dir eine Hauptfigur und stell dir Fragen zu ihr (Was ist mit der Figur? Welche Ziele hat sie? Was will sie?)

2.) Schreibe anschließend auf, wie die Geschichte endet und was dies für Auswirkungen auf die Figur hat (Wie endet die Geschichte? Was passiert mit der Figur? Wie entwickelt sie sich?). Hier kannst du zunächst auch mehrere Varianten aufschreiben und später die beste Möglichkeit auswählen.

3.) Anschließend denkst du darüber nach, wer/was das Ende herbeigeführt hat: Was hat das  die Entwicklung der Figur ausgelöst? Welchen Konflikt musste sie überwinden? Fasse dieses Ergebnis in wenigen Worten zusammen.

Schauen wir uns ein Beispiel an:

Hauptfigur: Ein Mann liebt zwei Frauen und fühlt sich schlecht/innerlich zerrissen/etc. dabei.

Es muss nun etwas passieren, damit es für den Leser interessant ist. Die Figur hat das Problem, dass er zwei Frauen liebt. Schauen wir nun auf das Ende der Geschichte:

Möglichkeit 1: Er entscheidet sich für beide.
Möglichkeit 2: Er entscheidet sich für keine. bzw. Er bekommt keine.
Möglichkeit 3: Er entscheidet sich für eine.

Möglichkeit Nummer 3 ist naheliegend und wahrscheinlich am spannendsten für eine Geschichte: Fragen Sie sich nun, wie es der Figur mit ihrer Entscheidung geht.

Wie fühlt sich die Figur nun? Erleichtert? Stabil? Glücklich?

=> Erleichterung

Nun überlegst du: Wie ist es dazu gekommen? Was hat sich verändert?
Hier ist es naheliegend: Er hat sich für eine Frau entschieden.

=> Entscheidung

Jetzt müssen die Erkenntnisse noch in eine Kurzformel gebracht werden:

Wer sich entscheidet, ist am Ende erleichtert.

Die Formel ist noch nicht aussagekräftig genug. Hier könntest du beispielsweise noch ergänzen: Was hat die Figur zur Entscheidung bewogen? Vielleicht wahre Liebe?

Wer sich aus wahrer Liebe für jemanden entscheidet, ist am Ende erleichtert.

Wenn du mit deiner Prämisse zufrieden bist, kannst du direkt loslegen und weitere Ideen für deine Kurzgeschichte sammeln. Liste dazu beispielsweise chronologisch die Ereignisse auf, die zu deiner Prämisse passen. Nutze den Plot, um deine Kurzgeschichte zu schreiben.
Verwendete Literatur:

Kruse, Otto 2001: Kunst und Technik des Erzählens. Zweitausendeins.
Frey, James N. 1997; „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“. Emons-Verlag.

 

Jetzt anmelden! Schreiben Sie Ihre eigene Kurzgeschichte!

Melden Sie sich für das Online-Seminar „Kurzgeschichten schreiben für Anfänger“ an und lernen Sie Schritt für Schritt das Schreibhandwerk kennen. Jede Woche beschäftigen Sie sich mit einem anderen wichtigen literarischen Schwerpunkt und lernen/vertiefen das Handwerkszeug, um am Ende erfolgreich Ihre eigene Kurzgeschichte zu schreiben. Natürlich besteht das Seminar nicht nur aus Theorie! Sie haben in diesem Online-Seminar jede Menge Gelegenheit, um zu schreiben!

Themen: Unterschied Roman vs. Kurzgeschichte ☞ Was ist eine Kurzgeschichte?, Merkmale, Regeln zum Schreiben einer Kurzgeschichte, Bauelemente einer Geschichte, Erzählperspektive, Themen für Kurzgeschichten finden, Anfang einer Kurzgeschichte: Wie soll ich beginnen?, Prämisse, Plot, Figuren entwickeln, Setting, Dialoge, Konflikte und Spannung, Kurzgeschichte schreiben: Thema, Plot, Prämisse ☞ aktuelle Wettbewerbsthemen werden zur Auswahl gestellt, Rohfassung, Kurzgeschichte schreiben, Rohfassung, Kurzgeschichte schreiben, Professionell Überarbeiten, Publikationsmöglichkeiten, abschließendes Feedback

Wenn Sie an diesem Online-Seminar teilnehmen und Ihre eigenen Kurzgeschichten verfassen wollen, melden Sie hier sich an!

Nächster Kursbeginn am 06. Januar 2014!

– Änderungen vorbehalten! –

KW 41 – Schreibanregungen für jeden Tag

Nach einigen Wochen ohne Schreibanregungen geht es heute hoffentlich wieder los! Sorry, die letzten Wochen waren schon wieder  irgendwie so vollgestopft mit (Abgabe-)Terminen, dass ich es nicht geschafft habe, zu bloggen. Nun aber zu den Schreibanregungen!

Verbessere deinen Schreibstil, erweitere dein Schreibhandwerk, indem du wieder jeden Tag ein paar Minuten trainierst. Meine Übungen geben dir Raum für Kreativität! Probier es aus!

Manche Aufgaben erscheinen auf zunächst vielleicht etwas merkwürdig. Vielleicht befürchtest du, dass dir zu der einen oder anderen Schreibanregung nichts einfallen wird. Aber keine Sorge: das wird garantiert nicht passieren! Schreib einfach drauflos! Und mache dir keine Gedanken darüber, ob die Schreibanregung nun sinnvoll und verwertbar ist, oder nicht. Die Schreibanregungen verhelfen dir zu einer täglichen Schreibroutine. Alles andere kommt später!

Mach es dir bequem und nimm dir für jede Aufgabe etwa fünf bis fünfzehn Minuten Zeit.

Wortfinder – Nimm einen Roman deiner Wahl zur Hand und schlage es an irgendeiner Stelle auf. Fahre mit dem Finger, ohne auf den Text zu schauen, durch die aufgeschlagenen Seiten und zähle bis sechs. Bei „sechs“ stoppst du. Nimm das Wort, auf das dein Finger zeigt, als heutige Schreibanregung und schreibe einen Dialog, der dieses Wort enthält. (5 Minuten)

Dialog mit Gegenstand – Lasse deinen Blick durch den Raum schweifen und zähle bis zehn. Nimm den Gegenstand, an dem dein Blick nach der Auszählung haften geblieben ist, und beginne damit, dich schriftlich mit ihm zu unterhalten. Frage ihn beispielsweise, wie es ihm geht oder was er/sie/es vor seiner Zeit bei dir so getrieben hat.

Assoziationen – Clustere heute das Wort „Gelb“. Schreibe dazu „ Gelb “ in die Mitte deines Blattes, umkreise es und lass deinen Gedanken freien Lauf. Assoziiere von diesem zentralen Wort aus einzelne Wörter oder Phrasen, die dir in den Sinn kommen, wenn du an diese Farbe denkst. Jede Idee wird separat umkreist und mit dem zentralen Wort verbunden. Das Cluster ist ein ideales Instrument, um in den Schreibprozess einzusteigen und Ideen zu brainstormen. Anschließend schaust du dir dein Cluster an und schreibst einen kurzen Text zu einem Strang, der dich besonders anspricht.

Schauplatz – Suche mit Hilfe einer Suchmaschine Informationen zu „Herkules“, „Orangerie“, „Bergpark Kassel“ oder „Löwenburg“. Lies dir die Informationen zu einem der Schauplätze durch und schreibe anschließend in einem Freewriting (5 bis 10 Minuten, Timer stellen), in welchem Zusammenhang du diesen Schauplatz literarisch nutzen könntest. Könnte hier ein Mord passiert sein? Oder entwickelt sich hier eine Liebesgeschichte? Entwickle Anfänge einer Geschichte/Szene bereits in diesem Freewriting.

Charakterbeschreibung – Charakterisiere in 200 bis 300 Wörtern einen jungen Mann im Alter von 37 Jahren, der nicht bereit ist, aus dem Elternhaus auszuziehen.

Schlagzeile – Die besten Geschichten schreibt das wahre Leben. In diesem Sinne werden wir unser Thema heute in einer (Online-)Zeitung aufspüren. Gehe z. B. auf bild.de und wähle eine beliebige Schlagzeile aus dem Newsticker aus. Schreibe anschließend einen inneren Monolog einer der beteiligten Personen – vor, während oder nach dem Geschehen.

Song – Wähle einen Song aus, den du sehr gerne magst. Schließe während der Song läuft deine Augen und lass die Stimmung auf dich einwirken. Schreibe anschließend eine kurze Geschichte, in der du Bilder oder Themen, die in dem Song vorkommen, aufgreifst.

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Freewriting

Schreibstimuli für mehr Kreativität: Schreiben mit der schwächeren Hand

Schreiben mit schreibungewohnter Hand

Schreiben mit schreibungewohnter Hand

Wenn man an manchen Tagen nicht mit dem Schreiben vorankommt, sind sogenannte Schreibstimuli, Schreibimpulse oder Schreibanregungen kleine Helferlein, die die Kreativität wieder anregen. Regelmäßig stelle ich in meinem Blog Methoden vor, die vor Blockaden bewahren und neue, kreative Ideen entstehen lassen. Die wöchentlichen Schreibanregungen sind ein Beispiel dafür. In meinen Seminaren schlage ich den Teilnehmern aber auch gern körperbetontere Methoden vor, wie das Schreiben mit der schwächeren, schreibungewohnten Hand – ein Schreibstimuli, das sich mit ungeahnten Kräften auf unsere Wahrnehmung auswirkt. (Kleine Notiz am Rande: Für den Rechtshänder ist die schreibungewohnte Hand die linke, für den Linkshänder die rechte Hand ;-)).


Die Methode: Das Schreiben mit der schreibungewohnten Hand

Wenn der Ideenfluss plötzlich stockt, nichts mehr weiterzugehen scheint oder du unkonzentriert bist, nimm dir einfach ein Blatt Papier und einen Stift und schreibe alles auf, was dir zu dem Thema, an du gerade arbeitest, einfällt. Allerdings nimmst du den Stift nicht in die Hand, mit der du normalerweise schreibst – sondern in die andere. Nun fängst du an zu schreiben. Ja, es geht langsam voran. Aber das ist ok. Lass deinen Ideen freien Lauf und schreibe all deine Eingebungen ohne Zensur auf das Blatt; mögen die Worte und Formulierungen noch so seltsam oder unbrauchbar klingen – schreibe sie einfach auf.

Was passiert?

Indem du mit deiner schwächeren Hand schreibst, regst du die Koordination deiner beiden Hirnhälften – und damit deine Kreativität – an.

Warum? Unser Gehirn ist in zwei Hemisphären, Hälften geteilt. Beide Seiten haben spezielle Aufgaben und Fähigkeiten: während die linke Seite insbesondere für das rationelle Denken und die Logik zuständig ist, ist die Aufgabe der rechten Hirnhälfte komplexer. Sie denkt in Bildern und Farben, intuitiv und ganzheitlich. Obwohl natürlich beide Gehirnhälften benutzet werden, gibt es bei jedem Menschen eine Seite, die bevorzugt und damit stärker eingesetzt wird.

Für das Schreiben bedeutet das: Da Hände und Hirnhälften überkreuz koordiniert werden, wird bei Rechtshändern die linke Hemisphäre mehr beansprucht als die rechte und vice versa. Wenn wir bei dieser Übung dazu übergehen, mit unserer schreibungewohnten Hand zu schreiben, sorgen wir dafür, dass die bisher vernachlässigte Hirnhälfte mehr genutzt wird. Oft entstehen auf diese Weise ganz neue, ungeahnte Ideen und Bilder.

Darüber hinaus geschieht das Schreiben mit der schwächeren Hand langsamer als das Schreiben mit der gewohnten Hand. Für die Bilder und Ideen, die in unseren Gedanken entstehen, bedeutet diese aufgezwungene Langsamkeit, dass sie Zeit haben, sich zu entfalten. Die Kreativität ist wieder im Fluss. Wer möchte, kann bei einem sich aufdrängenden Bilder- und Ideenstrom wieder zur schreibgewohnten Hand wechseln, um alle Einfälle in einem freien Schreiben schneller auf Papier bannen zu können.

Literaturquellen:
Werder, von/Schulte-Steinicke 2008: Schreiben von Tag zu Tag. Düsseldorf: Patmos-Verlag.

Seiwert, Lothar J. 2011: Wenn du es eilig hast, gehe langsam. 15. durchgesehene Auflage, Frankfurt/Main: Campus Verlag.

Die Werkzeuge des Autors – Überzeugen Sie Ihren Leser durch Details

Um die Aufmerksamkeit Ihres Lesers zu erhalten, müssen Sie ihm das Gefühl geben, dass die Story, die Sie geschrieben haben, wirklich passiert sein könnte. Nur so bleibt er dran, legt das Buch nicht beiseite. Dies gelingt beispielsweise, indem Sie Details nicht abstrakt beschreiben, sondern sie in ihrer individuellen Art benennen: schreiben Sie nicht Obst, wenn Sie Bananen meinen, nicht Blumen, wenn Sie Rosen meinen. Schreiben Sie nicht „der große Hund“, sondern benennen Sie seine Rasse, sein Aussehen. Wenn Sie mit physischen Details arbeiten, wird Ihr Leser „sehen“, Sie regen seine Fantasie an: In seinem Inneren werden Bilder erzeugt.

Erstellen Sie Wortlisten!

Um einen Gegenstand, einen Schauplatz oder Gefühle besser erfassen zu können, bietet es sich an, Wortlisten zu erstellen. Mit diesen Wortlisten sammeln Sie „Material“ für Ihre Geschichten. In einer Wortliste werden alle Assoziationen zu einem bestimmten Wort aufgeschrieben. Lassen Sie dabei Ihrer Kreativität freien Lauf. Wenn Sie anschließend über einen Schauplatz schreiben, können Sie die Elemente aus der Liste aufnehmen. Probieren Sie es aus und lassen Sie sich überraschen, wie überzeugend Sie plötzlich schreiben werden.

Schreibanregung – Wortlisten schreiben

  1. Schreiben Sie eine Wortliste zu dem Wort Neid und listen Sie dabei alles auf, was Ihnen zu diesem Begriff einfällt. Vielleicht denken Sie an eine bestimmte Farbe, wenn Sie an Neid denken – dann listen Sie sie auf! Oder Sie bringen ein bestimmtes Erlebnis, eine Person, einen Gesichtsausdruck mit Neid in Verbindung – listen Sie alles auf! Anschließend wählen Sie vier bis fünf Assoziationen aus und schreiben einen kurzen Text.
  2. Listen Sie mindestens vier Orte auf, an denen Sie sich wirklich wohl fühlen. Wählen Sie nun einen Ort aus und schreiben Sie eine weitere Wortliste mit mindestens 10 Assoziationen zu diesem Ort. Anschließend wählen Sie vier bis fünf Assoziationen aus und schreiben einen kurzen Text.

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