6 Tipps zur effektiven Textüberarbeitung

Drucken Sie Ihr Manuskript aus
Studien haben gezeigt, dass man Texte beim Bildschirmlesen weniger gründlich liest, als wenn man eine ausgedruckte Version vor sich liegen hat. Drucken Sie Ihr Manuskript deshalb aus, bevor Sie es überarbeiten.

Distanz schaffen
Lassen Sie Ihren Text eine Weile, mindestens ein bis zwei Tage, liegen, bevor Sie ihn überarbeiten. So erhalten Sie ausreichend emotionalen Abstand zu Ihrem Text, sind befreiter und können Figuren, Wörter, Sätze, ganze Szenen loslassen, wenn diese nicht mehr in Ihren Roman passen.

Laut lesen
Lesen Sie sich Ihren Text selbst laut vor und hören Sie, wie Ihre Wörter und Sätze klingen. Mit dem lauten Lesen Ihres Textes decken Sie Stärken und Schwächen am besten auf. Sie werden Unregelmäßigkeiten und Brüche wahrnehmen, die Sie beim stillen Lesen übersehen haben.

Logik vorhanden?
Um herauszufinden, ob die Struktur des Plots oder einer Szene logisch ist, ist es sinnvoll, eine Mind-Map von dem fertigen Text anzufertigen. Betrachten Sie die Mind-Map anschließend und achten Sie darauf, ob noch Details in der Handlung fehlen und ob Sie Überflüssiges streichen können.

Rollenwechsel
Versetzen Sie sich in die Rolle des Lektors anstatt des Autors. Hilfreich ist es dabei, den Text an einem anderen Ort zu lesen als an dem, wo er geschrieben wurde. Durch diesen Rollen- und Ortswechsel gewinnen Sie Abstand zu Ihrem Text, sind weniger emotional und analysieren Ihren Text professioneller.

Testleser einsetzen
Falscher Stolz oder auch Angst vor negativer Kritik hält so manchen Schreibenden davon ab, sich Testlesern zu stellen. Doch insbesondere Romanmanuskripte profitieren von frühzeitigem Feedback – Spüren Sie deshalb nach, wie Ihr Manuskript bei anderen ankommt. Nutzen Sie Testleser aus dem Familien- oder Freundeskreis, um sich Eindrücke und Tipps von außen zu holen. Um möglichst viel von einem Testleser zu profitieren, bitten Sie ihn sowohl um positives als auch um negatives Feedback. Oder geben Sie Ihrem Testleser Schwerpunkte vor, indem Sie ihn einen Testleser-Fragebogen ausfüllen lassen.

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Texte überarbeiten – Mit Distanz zum Erfolg

Schreibprobleme können entstehen, wenn ein Autor die Schreib- mit der Korrekturphase im Schreibprozess zusammenfallen lässt: Wenn er während des Schreibens darin verfällt, seine Wörter oder Sätze immer wieder querzulesen und zu korrigieren, stört es den Schreibfluss – und stärkt seinen inneren Kritiker. Unerfahrene Autoren machen diesen Fehler sehr häufig und wundern sich, wenn ihre Motivation schwindet. Erfahrene Autoren dagegen schreiben ihre Erstfassung erst einmal runter und beginnen dann mit der schrittweisen Revision ihres Textes. Trennen Sie deshalb die Überarbeitungsphase von der Schreibphase!

Eine der wichtigsten Regeln im Überarbeitungsprozess ist, Distanz zum eigenen Text zu schaffen. Statt mitten im oder direkt nach dem Schreiben mit der inhaltlichen Korrektur zu beginnen, sollten Sie Ihren Text etwa drei bis fünf Tage liegenlassen. Sie erhalten emotionalen Abstand zu Ihrem Text und finden weder alles gut, noch alles schlecht, sondern sind wesentlich empfänglicher für tatsächliche Fehler und Disharmonien. Sie sind befreiter und können Figuren, Wörter, Sätze, ganze Szenen loslassen, die nicht mehr in Ihren Roman passen.

Perfekte Texte gibt es nicht!

Perfektion – Das Streben nach dem perfekten Text

Perfektionismus ist einer der häufigsten Gründe für Schreibblockaden. Egal ob im akademischen, beruflichen oder literarischen Schreiben – in meiner Beratungspraxis habe ich den ein oder anderen Perfektionisten kennengelernt. Das Problem: Die Perfektionisten unter den Schreibenden sind oft diejenigen, die für ihre Texte am längsten brauchen und/oder nie fertig werden. Diese Erfahrungen sind frustrierend und können auf Dauer zu Schreibproblemen bis hin zu -blockaden führen.

Sind Sie ein Perfektionist?

Nicht jeder ist sich darüber im Klaren, dass er perfektionistisch handelt. Wie ist es mit Ihnen? Beobachten Sie sich selbst und beantworten Sie die folgenden Fragen:

  • Haben Sie bei fast jedem Satz, den Sie schreiben, das Bedürfnis, ihn überarbeiten zu müssen?
  • Lesen Sie Ihr Geschriebenes unmittelbar nach dem Schreiben?
  • Suchen Sie während des Schreibens nach der perfekten Formulierung?
  • Fühlen Sie sich schlecht, wenn Sie Ihren Text nach der Überarbeitung erneut lesen?
  • Zögern Sie an manchen Tagen das Schreiben hinaus, weil Sie das Gefühl haben, noch nicht alles über ein bestimmtes Thema zu wissen?
  • Fühlen Sie sich während des Schreibens niedergeschlagen, weil sie Ihre Worte für einfach und belanglos halten?
  • Vergleichen Sie sich mit anderen Autoren?

Wenn Sie die meisten oder alle Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, sind Sie vermutlich ein perfektionistischer Schreibender.

Stecken Sie Ihre Energie ins Schreiben!

Perfektionistisch veranlagte Menschen neigen zu einem grundlegenden Fehler beim Schreiben: sie haben den Anspruch, dass die Sätze, die sie schreiben, die Texte, die sie verfassen, schon in der ersten Fassung leserreif sind. Diese Schreibenden suchen während des Entstehungsprozesses ihres Textes nach der perfekten Formulierung, achten auf die Rechtschreibung, vermeiden Wiederholungen, suchen nach kreativen Metaphern und passenden Synonymen. Sieht Ihr Schreiballtag ähnlich aus? Ein Fehler!
Indem Sie Ihre Energie bereits während des Schreibens in die Formulierung und in die Verbesserung Ihrer Rechtschreibfehler stecken, hemmen Sie sich selbst und unterbrechen fortlaufend Ihren Schreibfluss.

Keine Erstfassung ist druckreif!

Um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, sollten Sie sich eines bewusst machen: Ihr Text ist eine Erstfassung, ein ungeschliffener Diamant. Sie müssen ihn nicht sofort überarbeiten! Die Revision Ihres Textes erfolgt in einer späteren Phase Ihrer Textarbeit, nur Geduld!

Perfekte Texte? Gibt es nicht!

Vergegenwärtigen Sie sich außerdem: Es gibt keine perfekten Texte! Es ist eine Illusion zu denken, dass irgendein Autor den perfekten Text schreiben könnte. Irgendwo auf der Welt wird es immer jemanden geben, der an Ihrem Text etwas auszusetzen hat. Schauen Sie sich erfolgreiche Autoren wie Charlotte Link, Steven King oder Henning Mankell an: diese werden nicht nur mit Lobeshymnen überschüttet. Diese Autoren verkaufen weltweit Millionen ihrer Bücher – und doch gibt es zahlreiche Rezensenten, die den wenig spannenden Plot kritisieren, die blassen Antagonisten oder den Schreibstil. Schauen Sie sich die Bewertungen in Online-Büchershops an! – Von den einen gelobt, von den anderen verrissen. Das ist der Alltag von Autoren.

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