Täglich schreiben – 5 Tipps für mehr Schreiboutput

Seit 10 Tagen läuft wieder der NaNoWriMo, der National Novel Writing Month. Seit 10 Tagen schalten Autoren weltweit ihren inneren Kritiker aus und schreiben an der Rohfassung eines Romans. Genau das ist das Ziel des Erfinders von NaNoWriMo, Chris Baty! Innerhalb eines Monats werden Menschen weltweit dazu aufgerufen, endlich mit einem Romanprojekt zu beginnen und die Hemmung zu überwinden, die sie bisher davon abgehalten hat, damit anzufangen oder durchzuhalten. Der Zeitdruck, der durch NaNoWriMo entsteht (50.000 Wörter sollen in 30 Tagen geschrieben werden), verleitet viele zu Höchstleistungen!

50.000 Wörter in 30 Tagen sind viel, doch machbar, wie der NaNoWriMo in den vergangenen Jahren zeigte. So haben beispielsweise 2009 30.000 Autoren die Erstfassung Ihres Romans abgeschlossen.

Wie haben sie das geschafft? Tägliches Schreiben ist bei diesem Ziel und der knappen Zeitvorgabe natürlich unerlässlich. Gerade Berufstätige oder Eltern mit Kleinkindern beklagen allerdings oft, dass sie es nicht schaffen, sich regelmäßig mit ihren Schreibprojekten zu beschäftigen. Doch auch sie sind unter den Gewinnern der vergangenen Jahre. Die Erfolge von NaNoWriMo zeigen, dass es funktionieren kann. Natürlich ist der Rahmen um NaNoWriMo ein toller Anlass, sich wirklich von seinen Schreibhemmungen zu lösen und einfach loszulegen – trotz aller Verpflichtungen im Alltag. Aber auch in den restlichen 11 Monaten sollte tägliches oder regelmäßiges Schreiben ohne Druck von Außen möglich sein, oder?

Ich möchte euch heute 5 Tipps mit auf den Weg geben, wie es möglich wird, täglich zu schreiben:

  1. Was ist euer Schreibziel? Möchtet ihr veröffentlichen oder nur für euch schreiben? Um jeden Tag aufs Neue motiviert zu sein, solltet ihr euch darüber im Klaren sein, was ihr eigentlich möchtet. Setzt euch Ziele und visualisiert, wie ihr sie erreicht. Zerlegt die Ziele, damit ihr schon am Anfang kleine Erfolge habt: so könnt ihr euch beispielsweise als Ziel setzen, täglich mindestens 200 oder 500 Wörter zu schreiben.
  2. Handelt Schreibzeit für dich aus! Vereinbart mit eurer Familie einen Zeitraum, in dem ihr ungestört sein dürft. Wenn ihr wenig Platz zum Ausweichen habt, geht zur Not ins Auto und schreibt dort an eurem Roman.
  3. Schreibt täglich zur selben Zeit! Macht mit euch selbst einen festen Termin aus, zu dem ihr täglich erscheint.
  4. Weniger ist mehr: plant nicht gleich mit ein, zwei Stunden Schreibzeit pro Tag. Familie, Beruf und Haushalt mit dem Schreiben zu vereinbaren ist schwer und bedarf einiger Übung. Zwanzig bis dreißig Minuten reichen durchaus aus, um dranzubleiben und mit dem Schreibprojekt voranzukommen.
  5. Schreibt einfach drauflos! Egal, ob wie eure Worte klingen. Egal, ob ihr euch wiederholt. Schaltet euren inneren Kritiker aus und lasst die Worte aus euch herausfließen. Überarbeiten dürft ihr euren Text später. Erlaubt es euch, schlecht zu schreiben! Und denkt dran: Es ist die Rohfassung!

Täglich zu schreiben erfordert Disziplin und ein bisschen Organisation. Aber es ist für jeden möglich. Mag sein, dass du nur zehn, fünfzehn Minuten pro Tag erübrigen kannst. Dann dauert dein Schreibprojekt natürlich etwas länger als bei einem, der drei Stunden pro Tag zur Verfügung hat. Das ist ok! Wenn du dranbleibst, schreibst du deinen Roman in zwei, drei Jahren. Na und? Hauptsache ist, er wird überhaupt fertig!

Liebe Grüße, Denise

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6 Tipps zur effektiven Textüberarbeitung

Drucken Sie Ihr Manuskript aus
Studien haben gezeigt, dass man Texte beim Bildschirmlesen weniger gründlich liest, als wenn man eine ausgedruckte Version vor sich liegen hat. Drucken Sie Ihr Manuskript deshalb aus, bevor Sie es überarbeiten.

Distanz schaffen
Lassen Sie Ihren Text eine Weile, mindestens ein bis zwei Tage, liegen, bevor Sie ihn überarbeiten. So erhalten Sie ausreichend emotionalen Abstand zu Ihrem Text, sind befreiter und können Figuren, Wörter, Sätze, ganze Szenen loslassen, wenn diese nicht mehr in Ihren Roman passen.

Laut lesen
Lesen Sie sich Ihren Text selbst laut vor und hören Sie, wie Ihre Wörter und Sätze klingen. Mit dem lauten Lesen Ihres Textes decken Sie Stärken und Schwächen am besten auf. Sie werden Unregelmäßigkeiten und Brüche wahrnehmen, die Sie beim stillen Lesen übersehen haben.

Logik vorhanden?
Um herauszufinden, ob die Struktur des Plots oder einer Szene logisch ist, ist es sinnvoll, eine Mind-Map von dem fertigen Text anzufertigen. Betrachten Sie die Mind-Map anschließend und achten Sie darauf, ob noch Details in der Handlung fehlen und ob Sie Überflüssiges streichen können.

Rollenwechsel
Versetzen Sie sich in die Rolle des Lektors anstatt des Autors. Hilfreich ist es dabei, den Text an einem anderen Ort zu lesen als an dem, wo er geschrieben wurde. Durch diesen Rollen- und Ortswechsel gewinnen Sie Abstand zu Ihrem Text, sind weniger emotional und analysieren Ihren Text professioneller.

Testleser einsetzen
Falscher Stolz oder auch Angst vor negativer Kritik hält so manchen Schreibenden davon ab, sich Testlesern zu stellen. Doch insbesondere Romanmanuskripte profitieren von frühzeitigem Feedback – Spüren Sie deshalb nach, wie Ihr Manuskript bei anderen ankommt. Nutzen Sie Testleser aus dem Familien- oder Freundeskreis, um sich Eindrücke und Tipps von außen zu holen. Um möglichst viel von einem Testleser zu profitieren, bitten Sie ihn sowohl um positives als auch um negatives Feedback. Oder geben Sie Ihrem Testleser Schwerpunkte vor, indem Sie ihn einen Testleser-Fragebogen ausfüllen lassen.

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Professionelles Textfeedback

Romanschreibkurs im Oktober 2013

Perfektionismus adé – Sehen Sie Ihren ersten Entwurf als Rohfassung an

Kennen Sie das Gefühl: Sie beginnen mit dem Schreiben, doch währenddessen bemerken Sie, dass Ihre Figuren oberflächlich wirken oder die Handlung nicht harmonisch ist? Denken Sie ständig darüber nach, wie schlecht sich ihr Text doch anhört – und überarbeiten ihn deshalb ständig? Ärgern Sie sich darüber, dass Sie nicht den richtigen Ausdruck finden? Blockieren Sie sich selbst und halten Sie Ihre gesetzten Ziele nicht mehr ein?

Dieses Verhalten ist typisch für Perfektionisten: Sie ändern ihren Text unentwegt – und zwar während des Schreibens: das soeben geschriebene Wort, ein Satz oder ganze Passagen. Manche von ihnen können solange nicht weiterschreiben, bis die unerwünschte Textstelle „perfekt“ ist.

Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Text behindert Perfektionisten, flüssig zu schreiben.

Nehmen Sie sich den Druck, einen perfekten Erstentwurf schreiben zu müssen, indem Sie

  1. den Text als das betrachten, was er ist: als Entwurf, als Rohtext;
  2. lernen, Ihren Korrekturimpuls während des Schreibens zu unterdrücken (Trennung von Schreib- und Überarbeitungsphase!);
  3. sich mit Ihrem inneren Kritiker auseinandersetzen.

Das Ziel muss sein: In der Schreibphase flüssig „drauflosschreiben“ zu können:

Schreiben Sie schnell und und vor allem vorläufig: Das, was Sie just in diesem Moment schreiben, ist nicht für immer in Ihrem Dokument eingebrannt. Sie können es jederzeit umschreiben oder löschen – aber erst, wenn die Zeit dafür gekommen ist (in der Überarbeitungsphase!)

In der Rohfassung, im ersten Entwurf, geht es nicht um die Qualität Ihres Textes, sondern darum, dass Sie flüssig schreiben, was Sie zu sagen haben. Bewerten Sie Ihren Text nicht, überarbeiten Sie ihn nicht. Wenn Ihnen bestimmte Worte während des Schreibens nicht einfallen, setzen Sie einfach eine Klammer oder schreiben Sie *fehlt*. Die Ergänzungen erfolgen erst später

In dieser Phase des Schreibprozesses läuft es also ganz ähnlich ab wie beim Freewriting:

Sie schreiben schnell drauflos.
Sie achten nicht auf die Qualität Ihres Textes.
Sie zensieren sich nicht.

Wenn Sie Ihren Text als Rohfassung betrachten, bleiben Sie im Schreibfluss und beenden ihn erfolgreich.

Benötigen Sie Unterstützung, um Ihren Roman zu Ende zu schreiben? – Bei einem individuellen Online-Schreibcoaching suchen wir gemeinsam nach Lösungen, um Sie dauerhaft im Schreibprozess zu halten! Sprechen Sie mich an, ich mache Ihnen gern ein Angebot.

 

Hilfreiches Feedback – mit einem Fragebogen für Testleser

Gestern habe ich das Thema „Testleser“ aufgegriffen. Heute möchte ich darauf eingehen, wie man als Autor ein möglichst wertvolles Feedback erhält: Bitten Sie jeden Testleser, einen Fragebogen auszufüllen!

In diesem Fragebogen sollten sämtliche Fragen enthalten sein, die Ihnen für die weitere Bearbeitung Ihres Textes wichtig sind. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass ein Testleser sich tatsächlich inhaltlich mit dem Werk auseinandersetzt, anstatt das Manuskript nach Rechtschreibfehlern abzusuchen oder Sie mit allgemeinen, wenig hilfreichen Aussagen wie „mir hat das Buch insgesamt gut gefallen“, „die Dialoge fand ich zu langweilig“ oder „die Figuren sind ganz gut/weniger gut gelungen“ abspeisen. Mit einem Fragebogen kann Ihr Testleser in die Tiefe gehen, seine Aussagen werden präziser und damit hilfreicher für Sie als Autor.

Geben Sie Ihrem Testleser neben dem Fragebogen auch ein Exposé Ihres Buches mit, damit er weiß, worum es geht. Stellen Sie Ihre Figuren darin vor und erzählen Sie kurz und knapp den Inhalt. Wenn Ihnen unbekannte Testleser bereit sind, Ihr Manuskript zu lesen, ist es zudem sinnvoll, eine Art Verschwiegenheitserklärung unterschreiben zu lassen. Sicher ist sicher.

Wie könnte ein Testleser-Fragebogen aussehen?

Damit Sie von dem Feedback Ihrer Testleser profitieren, sollten Sie Ihren Fragebogen individuell gestalten. Notieren Sie sich in einem Brainstorming Fragen, die Sie für die Überarbeitung Ihres Buches für wichtig erachten. Stellen Sie Fragen zu verschiedenen Themenbereichen, z. B.

Sprache
Figuren
Aufbau der Szenen (zu lang, zu kurz, zu ausführlich, …)
Spannung (
Konflikte
etc.

Kombinieren Sie in Ihrem Fragebogen verschiedene Fragetypen:

  • Offene Fragen sind sehr nützlich, um in einzelnen Bereichen in die Tiefe zu gehen.
  • Stellen Sie geschlossene Multiple-Choice-Fragen und geben Sie mehrere Antwortmöglichkeiten vor.
  • Skalierungsfragen sind hilfreich, um abzufragen, wie der Leser das Buch als Ganzes bewertet. Aus der Summe der Einzelbewertungen Ihrer Testleser können Sie den Durchschnittswert bilden und sich somit ein Bild davon machen, wie Ihr Manuskript bei Ihren Testlesern im Vergleich ankam.

Wenn sich nur wenige Testleser gemeldet haben, sollten Sie diesen einen ausführlichen Fragebögen zu umfangreichen Themenbereichen mitgeben. Wenn Sie jedoch das Glück haben, dass mehrere Personen ( > 10) Interesse daran haben, Ihr Manuskript zu lesen und zu bewerten, sollten Sie die Fragebögen aufsplitten: Jeweils drei bis fünf Testleser sollen sich mit ein bis zwei Themenbereichen beschäftigen. Die Angaben zur Person und allgemeinen Fragen zum Buch sollte jeder Testleser beantworten.

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Hilfreiche Kritik: Feedback von Testlesern

Hilfreiche Kritik: Feedback von Testlesern

Wenn Sie einen Roman, eine Kurzgeschichte oder ein Sachbuch geschrieben haben, sollten Sie Ihr Manuskript einem, besser mehreren Testlesern vorstellen. Ein Testleser gibt Ihnen ein Feedback zu Ihrem Manuskript und kann auf diese Weise dazu beitragen, Ihr zukünftiges Buch zu verbessern. Denn als Autor ist man nach langer Schreibarbeit in der Regel nicht mehr in der Lage, um selbst einschätzen zu können, ob der Plot spannend oder die Figuren rund sind.
Positive wie negative Kritik und Verbesserungsvorschläge von Dritten helfen dagegen, überflüssige Szenen, unstimmige Figuren und unverständliche Formulierungen zu erkennen.

Die Auswahl der Testleser

Testleser kann prinzipiell jeder werden, der Spaß am Lesen hat. Der ideale Testleser ist jedoch derjenige, der sich mit dem Genre Ihres Buches auskennt und darin bereits Leseerfahrungen gesammelt hat. Durch seine Erfahrungen weiß er, was ein gutes Buch in dem jeweiligen Genre ausmacht. Er kann vergleichen und Ihnen dadurch wertvolle Tipps geben. Bedenken Sie: Ein Krimileser achtet auf andere Details als ein Fantasyromanfan, d. h. was der Krimileser als langweilig und überzogen empfindet, kann für einen Fantasyromanleser durchaus spannend sein. Achten Sie deshalb bei der Auswahl Ihrer Testleser darauf, dass mehrere Testleser aus Ihrer Zielgruppe dabei sind.

Wählen Sie jedoch nur Personen aus, die bereit sind, sich konstruktiv und sachlich zu Ihrem Buch zu äußern. Bei unbekannten Testlesern wird diese Auswahl natürlich schwieriger sein. Wenn Sie jedoch wissen, dass jemand aus Ihrem Bekannten- oder Verwandtenkreis ein notorischer Besserwisser oder Nörgler ist, sollten Sie diesen umgehen. Alles andere wäre Zeitverschwendung.

Manuskript nicht zu früh abgeben

Ich persönlich empfehle, den Testlesern das Manuskript nicht vor der überarbeiteten Rohfassung zu geben. Oftmals entstehen Schreibblockaden, wenn ein unfertiges Manuskript der Kritik ausgesetzt wird. Überarbeiten Sie Ihre Rohfassung solange, bis Sie das Gefühl haben, dass Sie es einer Kritik Ihrer Testleser aussetzen können.

Überfordern Sie Ihre Testleser nicht!

Damit Sie Ihre Testleser nicht überfordern, sollten Sie je nach Umfang des Manuskripts mehrere Testleser auswählen und jedem Testleser unterschiedliche Kapitel aus Ihrem Buch mitgeben. Schrecken Sie Ihre Testleser nicht sofort mit einem kompletten Manuskript ab! Denken Sie daran: Ihr Testleser stellt seine Lesezeit freiwillig und kostenlos zur Verfügung – doch auch seine Zeit ist nicht unbegrenzt. 15 bis 20 Seiten reichen für einen ersten Eindruck Ihre Manuskripts aus, bei 40 bis 100 Seiten kann der Testleser in die Tiefe gehen. Natürlich ist es auch möglich, Testlesern ein komplettes Manuskript zu überreichen. Fragen Sie am besten jeden einzelnen Testleser vorher, wie viel er zu lesen bereit ist.

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Das macht doch Mut! Zitat von Ernest Hemingway

»Die erste Fassung ist immer Scheiße.«

Ernest Hemingway (1899-1961), US-amerikanischer Schriftsteller und Nobel- sowie Pulitzer-Preisträger

Neuer Romanschreibkurs im Oktober: Roman schreiben – Von der Idee zum Schreibprozess

Ich will einen Roman schreiben – doch wie fange ich an? Wie wird aus einer Idee ein packender Roman? In diesem Wochenendseminar wird der Weg von der Idee zum Schreibprozess Schritt für Schritt beleuchtet. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Schreibprozess, Ihre Recherchen, Ihren Plot etc. strategisch und wirkungsvoll planen und umsetzen. Praktische, kreative Übungen sowie Beispiele aus der Literatur begleiten uns durch das Schreibwochenende. Tipps und nützliche Hinweise zu verschiedenen Themen aus der Schreibforschung runden das Seminar ab.

Mehr Infos gibt es in einem meiner nächsten Newsletter und auf meinem Blog! Fragen können natürlich jederzeit gestellt werden.

Termine: ausgebucht
Anmeldeschluss:
Kosten:  199 Euro bzw. 179 Euro (bei Buchung bis 30.8.2013)
Ort: Kassel