Runde 2: Neue Sommer-Challenge ab 22.07.

Hallo ihr Lieben,

da die erste Runde meiner Sommer-Challenge so toll anlief und mich einige von euch fragten, ob sie noch einsteigen könnten, möchte ich euch einen zweiten Termin anbieten: die nächste Runde der Challenge beginnt am 22. Juli und dauert ebenfalls 60 Tage. 

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Worum geht es in der Challenge?

Wer lässt sich nicht gern im Sommer vom Schreiben ablenken? Aber: Aus einem Tag werden schnell eine Woche und mehr. Die Schreibpause kann fatal sein: ist man einmal raus aus dem Schreiben, findet man schwer wieder hinein. Viele von euch kennen das sicher, nicht wahr?

Damit das Schreiben auch in den Sommerwochen ständig präsent ist und es keine Ausreden mehr gibt, biete ich in den kommenden acht Wochen ab dem 22. Juli insgesamt 60 motivierende Schreibimpulse an, die euch täglich per E-Mail erreichen. Die Schreibimpulse sind ideal, um Ideen oder auch den eigenen Roman weiterzuentwickeln. Außerdem helfen sie, den Schreibstil zu verbessern und unbefangener und ausdauernder zu schreiben. Und: Ihr schreibt täglich! Frei und kreativ. Und da ihr dann im Flow seid, werdet ihr garantiert das eine oder andere Mal an eurem Schreibprojekt weiterschreiben!

Was bringt euch die Challenge?

Da ich die Impulse einzeln und täglich versende, werdet ihr motiviert und „genötigt“, zu schreiben. Wegklicken gilt nicht! 😉 Die Schreibimpulse versende ich bis sechs Uhr morgens per E-Mail, so dass auch die Frühaufsteher unter euch direkt mit dem Schreiben starten können.

Ihr werdet bereits nach wenigen Tagen bemerken, wie leicht es euch fällt, einfach drauflos zu schreiben. Ihr werdet überrascht sein, welche Ideen in euch schlummern. Und ihr werdet merken, dass sich euer Schreibstil verbessert.

Für wen sind die Impulse geeignet?

Die Schreibimpulse sind sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Es gibt keinerlei inhaltliche, stilistische oder formale Vorgaben, so dass ihr frei schreiben dürft und könnt. Lest euch den jeweiligen Impuls durch und fangt einfach an, ohne über das „Wie“ und „Worüber“ nachzudenken.

Was beinhalten die Mail außerdem?

Neben den Schreibimpulsen erwarten euch:

  • Motivationszitate: Ich liebe sie und nutze sie täglich, um mich zu motivieren. Denn wenn man solch kluge Aussagen liest, hat man oft einen Aha-Effekt.
  • Spannende Links: Ich schlage euch in jeder Mail einen Link vor, der mit dem Schreiben in irgendeiner Weise zu tun hat. Meine Erfahrung: Es ist großartig, worauf man beim gezielten Suchen stößt!
  • Schreib- oder Autorentipp: In den kommenden Wochen erwarten euch 60 Tipps, die euch das Schreiben erleichtern oder euch als Autoren bzw. Autorinnen voranbringen.

Hast du/Haben Sie Lust, dabei zu sein? Wir starten am 22. Juli 2017.

Kostenbeitrag: 15 Euro für einen Monat oder 25 Euro für beide Monate.

Anmeldeschluss: 21.7.2017

Infos und Anmeldung unter kontakt@denisefritsch.de

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Organisiert, reflektiert und motiviert mit einem Schreibjournal

Artikel aus der aktuellen QWERTZ 1/2017

Organisiert, reflektiert und motiviert mit einem Schreibjournal

Zu Beginn meiner Ausbildung zur Schreibberaterin hat uns der Professor aufgefordert, ein Lernjournal zu führen. Darin sollten wir unsere Erkenntnisse, Erfahrungen, Beobachtungen hinsichtlich der Ausbildung notieren sowie Ideen und Texte sammeln. Es war das erste Mal, dass ich davon hörte. Seitdem nutze ich das Journal bei jedem neuen Schreibprojekt. Ein Journal ist eine Art Tagebuch, in dem Gedanken zu einem bestimmten Projekt festgehalten werden.

Es ist ein großartiger Ort, um zu experimentieren und zu reflektieren. Viele berühmte Autoren haben Journale geführt, unter anderem Franz Kafka, Hermann Hesse, Virginia Woolf oder Hanns-Josef Ortheil.

Der Nutzen eines Schreibjournals

Das Schreiben eines Romans oder eines Ratgebers ist ein langwieriger Schreibprozess, bei dem der Schreibende immer wieder Rückschläge einstecken muss. Mit dem regelmäßigen Schreiben eines Journals lassen sich diese besser verkraften. Man ist organisierter, reflektiert seine Arbeitsschritte, seine Gedanken und Ideen. Erfolge werden ebenso notiert wie Schreibvorhaben. Durch diese Praxis schafft man sich selbst eine Motivationsgrundlage.

Viele Schriftsteller nutzen das Journalschreiben außerdem als Möglichkeit, um ihre Schreibstimme zu entwickeln. Sie geben sich innerhalb des Journals den Raum, schreibend zu experimentieren, Schreibimpulse auszuprobieren und somit Texte zu schreiben, die sie zwar nicht verwenden, die aber dennoch das Schreibprojekt beflügeln. Zudem nimmt das tägliche Journalschreiben die Hürde, mit dem Schreiben überhaupt zu beginnen: vor dem Schreiben nutzt man das Journal, um sich über den vergangenen Arbeitsprozess zu informieren, das Arbeitsvorhaben zu überdenken etc.

Wie führt man ein Schreibjournal?

Für ein Schreibjournals gibt es keine Vorgaben. Sie können skizzieren, schwafeln, zeichnen, Listen machen, Dialoge führen – es ist Ihre Entscheidung, wie Sie vorgehen. In meinem eigenen Schreibjournal gibt es einen vorgegebenen Rahmen, der mir hilft, das tägliche Schreiben zu dokumentieren, meine Gefühle zu reflektieren und zu vermerken, was gut funktioniert hat und wobei ich Schwierigkeiten hatte. Zusätzlich schreibe ich auf, was die nächsten Schritte innerhalb meines Projektes sein sollen.

Das Journal kann beispielsweise folgende Funktionen erfüllen:

– Dokumentation, was an einem (Schreib-)Tag passiert ist – Ideenmanagement
– Analyse und Bewertung von Fremdtexten
– Schreibbegleiter
– Reflexionsinstrument
– Experimentierfeld für Textfragmente – Methodendokumentation

Schauen wir uns die einzelnen Punkte etwas genauer an:

Dokumentieren: In Ihrem Journal können Sie Ihre eigene Arbeitsweise dokumentieren und diese rückblickend analysieren. Wie habe ich mich heute beim Schreiben gefühlt? War ich konzentriert? Woran hat es gelegen, dass ich nicht ins Schreiben kam? Was habe ich heute besonders gut gekonnt? Wie bin ich eingestiegen?

Ideenmanagement: Sie können Ideen festhalten, die Sie im Verlauf Ihrer Geschichte umsetzen wollen. So bekommen Sie die Gedanken aus dem Kopf und können sich wieder auf die Stelle konzentrieren, an der Sie gegenwärtig arbeiten.

Bewerten und Analysieren: Sie können das Journal nutzen, um beispielsweise die Einstiege von Romanen oder Kurzgeschichten anderer Kollegen zu bewerten. Dazu schreiben Sie einfach den Anfang heraus und schreiben Ihre Gedanken nieder. Was hat mir gefallen? Was nicht? War der Einstieg spannend? Warum habe ich ihn spannend empfunden?

Reflektieren: Ihre Journaleinträge sind Ihre späteren Reflexionsinstrumente. Mit Hilfe eines Journals erkennen Sie, welche Gedanken Sie sich wann zu welchen Themen gemacht haben. Sie können die Einträge nutzen, um zu reflektieren, wie Sie zukünftig effektiver arbeiten können bzw. welche Arbeitsschritte und Methoden Sie tatsächlich zu den erwünschten Erfolgen geführt haben.

Experimentieren: Oder Sie nutzen das Journal, um vor Ihrer eigentlichen Arbeit an Ihrem Roman oder an Ihrer Kurzgeschichte eine kreative Schreibübung auszuprobieren. Dadurch entstehen wiederum neue Ideen, die Sie als Schriftsteller in Ihrem Roman umsetzen können.

Wie schreiben andere? Interview mit Ursula Hahnenberg

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch in meinem aktuellen Interview eine sympathische Autorin vorstellen, auf die ich durch eine gemeinsame Bekannte aufmerksam geworden bin. Ich lese gerade ihr aktuelles Buch „Wolfstanz“, das am 17. April ganz frisch im Goldmann-Verlag erschienen ist.

In ihrem Buch ermittelt die Försterin Julia Sommer. Eine Försterin, die ermittelt? Ja. Und zwar richtig gut! Warum sich Ursula Hahnenberg für eine Försterin als Protagonistin entschieden hat und wie sie beim Schreiben vorgeht, erfahrt ihr in meinem Interview mit ihr. Dieses Interview gehört zur Reihe „Wie schreiben andere?“.

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Ursula Hahnenberg, Jahrgang 1974, lebt mit Mann, zwei Jungs und zwei Katzen in einem kleinen Dorf in der Nähe von München. Sie studierte Forstwissenschaften, arbeitete bei einer Baumaschinenfirma, einem Autohersteller und einer Unternehmensberatung, hatte einen Laden für Modelleisenbahnen und einen für Kinderbekleidung. Heute ist sie als freie Autorin tätig und schreibt neben Büchern auch Artikel und Kolumnen. Außerdem korrigiert und lektoriert sie Texte.

Liebe Uschi, wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich habe schon als Kind viel gelesen und als Jugendliche angefangen zu schreiben. Aber ich habe mich damals nicht wirklich getraut, das jemand anderem zu lesen zu geben. Erst viele Jahre später habe ich meinen Traum wahrgemacht, habe eine einjährige Belletristikausbildung absolviert und (wieder) angefangen zu schreiben.

Gibt es einen Autor, eine Autorin, der/die dich inspiriert?

Es gibt viele AutorInnen, die mich beeindruckt haben, aber in diesem Zusammenhang würde ich gerne Zoë Beck nennen. Ihre Kriminalromane sind spannend, toll recherchiert und brandaktuell.

Du arbeitest heute als freie Autorin und Lektorin. Was gefällt dir besonders gut an deiner Arbeit?

Am besten gefällt mir, dass ich mich den ganzen Tag mit Schreiben und Lesen, mit Geschichten beschäftigen darf. Das sind meine absolut liebsten Tätigkeiten: meinen eigenen und den Geschichten anderer AutorInnen ans Licht helfen.

Dein erster Krimi „Teufelsritt: Ein Fall für Julia Sommer“ erschien 2016. Was hat sich seitdem für dich verändert?

Ich schreibe mehr und zielgerichteter. Ich lese Rezensionen. Manchmal treffe ich Leute, die mein Buch gelesen haben. Aber die größte Veränderung ist wohl, dass ich meine Scheu, vor Publikum vorzulesen überwunden habe und es jetzt sogar richtig gerne mache.

Wie bist du auf die Idee zu dieser Geschichte gekommen?

Die Kernfrage war für mich: Was passiert, wenn eine Frau beschuldigt wird, ihren Chef ermordet zu haben. Und dann war mir recht schnell klar, dass die Hauptfigur Försterin sein soll. Also eine Frau, die sich in einem „Männerberuf“ durchsetzt. Die eine Waffe bedienen kann, obwohl sie keine Polizistin ist.

Wer ist deine Protagonistin Julia Sommer? Kannst du sie kurz beschreiben?

Julia ist Mitte dreißig, sie arbeitet als Försterin im Privatwald. Zusammen mit ihrer Großmutter und ihrem Sohn wohnt sie im Forsthaus. Julia hat früh ihre Eltern durch einen Autounfall verloren und ist dadurch sehr selbstständig und manchmal ein bisschen eigensinnig. Gerechtigkeit ist ihr wichtig, genauso wie der Wald und die Achtung vor der Natur. Aber an erster Stelle stehen ihr Sohn Florian und ihre Großmutter.

IMG_1913.JPGAm 17. April ist mit „Wolfstanz“ dein zweiter Julia-Sommer-Fall erschienen. Worum geht es darin?

Im „Wolfstanz“ verschwindet ein Mädchen beim Joggen. Zeitgleich taucht ein Wolf im Wald auf und die Menschen fragen sich, ob ein Zusammenhang besteht.

Wie gehst du beim Schreiben einer Geschichte vor? Planst du oder schreibst du einfach drauf los?

Ich plane sehr genau, mit Plot und Kapitelplan. Ich halte das gerade beim Krimi für sehr wichtig, um die verschiedenen Fäden nicht zu verlieren, sondern zu einem möglichst spannendem Ganzen zu verflechten. Aber auch bei Kurzgeschichten steht der Handlungsablauf vorher zumindest im Kopf schon fest.

Wie viele Stunden schreibst du täglich oder pro Woche? Hast du feste Schreibzeiten?

Wenn ich eine Schreibphase habe, nehme ich mir täglich eine bestimmte Anzahl von Seiten vor, das dauert an einem Tag mal länger, an anderen etwas kürzer. Insgesamt versuche ich, jeden Tag, auch wenn ich in andere Projekte eingespannt bin, mindestens eine Seite zu schreiben.

Und wie beginnst du eine Schreibphase?

Ich recherchiere. Meist gestalte ich ein Notizbuch für das Projekt, in dem notiere ich passende Namen, Orte, mache Skizzen oder klebe Zeitungsausschnitte ein. Damit finde ich mich in meine Figuren und in die Geschichte ein. Wenn ich zwischendurch ins Stocken gerate, nehme ich das Notizbuch wieder zur Hand.

Was hast du während des Schreibens deiner beiden Krimis über dich als Autorin gelernt?

Schreiben lernt man nur dadurch, dass man es tut. In meinem Fall heißt das auch, dass ich mich immer wieder gegen meine innere Kritikerin durchsetzen muss. Die Erkenntnis, dass ich auch als Lektorin tauge, hilft mir dabei, auch wenn ich damit nicht sagen will, dass man die eigenen Texte lektorieren könnte.

Du wirst durch eine Verlagsagentur vertreten. Wie lange hat die Suche nach einer passenden Agentur gedauert und wie bist du vorgegangen.

Ich habe mich bei der Agentur gemeldet und mit Leseprobe und Exposé beworben. Beides hat gefallen und nachdem die Agentin den ganzen Roman gelesen hat, haben wir einen Vertrag abgeschlossen. Das dauerte insgesamt ein paar Monate.

Was ist dein nächstes Projekt?

Zuallererst werde ich jetzt eine Kurzgeschichte schreiben, die ich bei einem Wettbewerb einreichen möchte. Danach werde ich mich entweder um den dritten Band um Julia Sommer kümmern oder einen Stand-Alone Thriller schreiben. Und dazwischen möchte ich mich noch um die Veröffentlichung einer Sammlung von Kolumnen, die ich in den vergangen Jahren für eine Zeitschrift geschrieben habe, kümmern. Und natürlich werde ich jetzt anfangen, für die anstehenden Lesungen zu üben.

Vielen lieben Dank für deine Fragen! Das Interview hat mir großen Spaß gemacht

Weitere Informationen zu Ursula Hahnenberg findet ihr auf ihrer Homepage!

 

 



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Du möchtest auch endlich dein Buch veröffentlichen, findest aber nicht in den Schreibflow? Mein aktueller Schreibratgeber „Schreib täglich!“ hilft dir auf die Sprünge! Oder möchtest du dich etwas unter Druck setzen lassen? 🙂 Kein Problem! Mein neues E-Mail-Seminar „SCHREIB DEINEN ROMAN! – Ein etwas anderer E-Mailkurs“ beginnt am 13. Mai.

8 Techniken, um Spannung zu erzeugen, zu halten und zu steigern

Die aktuelle QWERTZ liegt seit dem Wochenende auf meinem Tisch 🙂 Mit dabei: Mein Artikel „8 Techniken, mit denen Sie Spannung erzeugen, halten und steigern“, den du gleich im Anschluss lesen kannst 🙂

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Natürlich findet ihr im Mitgliedermagazin des BVjA noch viel mehr, unter anderem:

  • Brina Stein stellt in einem Interview einen ganz besonderen Marketing-Tipp vor: „Rezensionsexemplare auf Wanderschaft“.
  • Ralf Gebhardt gibt in seinem Artikel „Schreibschule: Ja oder Nein?“ einen Einblick in seine persönlichen Erfahrungen mit Schreibschulen
  • Jasmin Zipperling stellt den Lente Verlag vor.
  • uvm.

Außerdem haben die BVjA-Mitglieder das Literaturmagazin des BVjA erhalten, eine Anthologie mit wunderbaren Textbeiträgen von BVjA-Mitgliedern.

Möchtest du mehr über den BVjA erfahren? In diesem Artikel habe ich kurz erzählt, warum ich Mitglied bin. Oder schau direkt auf der BVjA-Homepage nach!

Nun aber zu meinem Artikel 🙂

Viel Spaß und liebe Grüße,

Denise

8 Techniken, mit denen Sie Spannung erzeugen, halten und steigern“

Rezensenten von literarischen Büchern beantworten vor allem eine Frage: War das Buch spannend? Weist ein Buch keine Spannung auf, versiegt die Spannung schon nach ein paar Seiten, ist es aus mit der Gunst des Lesers. Und dies gilt nicht nur für Krimis oder Thriller, sondern für jedes andere Genre ebenso.

Doch was ist eigentlich Spannung und wie erreicht man sie? 

Spannend ist ein Buch, wenn ein Leser weiterliest, egal wie spät es ist oder wo er sich gerade befindet. Wenn der Leser in der Welt des Buches eintauchen konnte, sich mit einer Figur identifiziert oder mit ihr leidet. Und damit sind wir schon bei der ersten Technik, wie Spannung erzeugt wird: die Identifikation des Lesers mit einer Figur. Im folgenden werde ich Ihnen acht Techniken vorstellen, wie Sie Ihren Leser dazu bringen, gefesselt weiterzulesen.

Diese Liste ist natürlich nicht vollständig und kann jederzeit ergänzt werden. Auf Konflikte gehe ich an dieser Stelle nicht ein, weil dieses Wissen zu den Basics des Romanschreibens gehört. Ich habe noch immer einen Schreiblehrer von mir im Ohr, der sagte: Konflikte sind das A und O von spannenden Geschichten. Konflikte. Konflikte. Konflikte. Stimmt, aber wir können noch mehr tun, um die Spannung zu erhöhen:

Identifikation mit einer Figur

Legen Sie bei Ihrer Arbeit an Ihrem Roman viel Wert auf die Ausarbeitung Ihrer Figuren. Erschaffen Sie Figuren, mit denen Sie Ihren Leser überzeugen. Wenn er sich mit einer Ihrer Figuren identifiziert, haben Sie Ihren Leser schon auf Ihrer Seite. Der Leser will mit der Hauptfigur mitfiebern, mitfühlen, mitdenken. Doch dazu darf die Figur nicht oberflächlich bleiben. Sie muss eine eigene Persönlichkeit haben und Statements abgeben, die sich nicht widersprechen. Lernen Sie deshalb Ihre Figuren ganz genau kennen.

Unmittelbarer Einstieg

Wenn Sie Ihren Leser gleich zu Beginn mitten in eine Szene stoßen, ohne auf die Figur, das Setting oder die Zeit einzugehen, erzeugen Sie bei Ihrem Leser Unklarheiten. Sie führen Ihren Leser  also nicht erst zur Handlung hin, sondern beginnen unmittelbar und fordern ihn somit auf, sich selbst zurechtzufinden. Unklarheiten erzeugen Fragen, die ihn dazu anregen, weiterzulesen.

Etwas Unerwartetes geschieht

Spannung entsteht immer dann, wenn der Leser (und die Figuren) überrascht werden: Die Familie freut sich auf einen erholsamen Campingausflug, fährt auf einen Platz in den Bergen, wo sie schon immer hinfahren. Doch als sie ankommen, ist der Campingplatz leer. Niemand ist da, obwohl  bisher in den Sommerferien immer alle Plätze belegt waren. Was war geschehen? Wieso sind sie allein auf dem Platz? Warum ist es so still? Wenn etwas Unerwartetes geschieht, erzeugen Sie Fragen bei Ihrem Leser. Fragen, die er beantwortet haben möchte. Er liest also weiter.

Andeutung

Eine Andeutung ist ein einfaches Stilmittel, das einen Spannungsbogen erzeugen kann, indem etwas nur ganz beiläufig in einem Satz erwähnt wird, was in einer späteren Szene aber großes Gewicht hat. Andeutungen zur Vergangenheit oder Zukunft können sogar durch mehrere Kapitel oder durch das gesamte Buch hindurch getragen werden: Ein gelungenes Beispiel, wo Andeutungen über einen längeren Zeitraum Spannung erzeugen und halten, ist das Buch „Helenas Geheimnis“ von Lucinda Riley: Darin trifft eine verheiratete Frau nach langer Zeit einen Mann wieder; an einem Ort, an dem sie sich vor vielen Jahren kennen gelernt haben. Sie unterhalten sich ganz normal, doch sie bleibt auf Distanz. Andere Figuren beobachten, dass der Mann in sie verliebt zu sein scheint. Der Mann trägt einen ähnlichen Namen wie ihr Sohn. Schnell stellt sich der Leser die ersten Fragen: Waren die beiden ein Paar? Ist der Sohn womöglich von ihm? Warum bleibt sie so distanziert? Was geht in ihm vor? Es gibt in diesem Buch zahlreiche Andeutungen, doch die Auflösung folgt erst nach vielen vielen Seiten. Andeutungen können sehr spannend sein, wenn sie richtig angewendet werden.

Rückblenden und andere strukturelle Maßnahmen

Unterbrechen Sie eine Handlung, indem Sie eine Rückblende einschieben. Für den Leser ist diese Unterbrechung des Handlungsstranges oft eine äußerst unliebsame Sache. Sie reißen ihn förmlich aus dem Geschehen heraus. Mit dieser Verzögerung bauen Sie Spannung auf, wenn Sie beispielsweise von einer actionreichen Szene zu einer ruhigeren wechseln. Zudem können Sie mit einer Rückblende neue Fragen aufwerfen. Aber auch hier gilt, noch mehr als anderen Spannungsmitteln: immer sparsam mit Rückblenden umgehen.

Innere Monologe

In einem inneren Monolog spricht sich eine Figur selbst an; einen Gesprächspartner gibt es nicht. Die Selbstansprache findet in der Regel gedanklich statt, kann aber durchaus auch laut geschehen. Häufig stellt sich eine Figur im inneren Monolog Fragen, macht sich Vorwürfe oder schmiedet Pläne. Dabei wird sie nicht von einer dritten Person oder dem Erzähler unterbrochen. Der Leser hat das Gefühl, direkt an der Gedankenwelt der Figur teilzuhaben. Der innere Monolog beginnt unmittelbar und wird nicht durch „sagte er zu sich“ oder „dachte sie“ eingeleitet. Gedankensprünge sind in einem inneren Monolog erlaubt, jedoch werden sie nicht so extrem genutzt wie bei der Methode des Bewusstseinsstroms. Der innere Monolog hat sich in Konflikt- und Entscheidungssituationen bewährt: Die Figur kann darin Probleme analysieren oder Entscheidungen abwägen.

Kurze Sätze, lange Sätze

Das Leseverhalten wird von der Länge eines Satzes beeinflusst. Kurze Sätze in Folge werden in Szenen eingesetzt, in denen Spannung aufgebaut werden soll. Beispiel: Sie beobachtete, wie er die Tür schloss. Eilig nahm sie den Autoschlüssel und lief die Treppen hinunter. Hinter ihr knackte es. Nur nicht stehen bleiben. Nicht umsehen. Einfach laufen. Sie rannte um ihr Leben. Hier geht es darum, den Lesern die Brisanz einer Situation zu verdeutlichen. Mit kurzen Sätzen drücken Sie also aufs Tempo. Längere Sätze wie in Beschreibungen entschleunigen dagegen den Leser in seinem Leseverhalten.

Cliffhanger

Ein Klassiker, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist der Cliffhanger: Führen Sie Ihren Leser bis zu einem bestimmten Punkt und beenden Sie dann die Szene an einer besonders spannenden Stelle. Fragen bleiben offen und der Leser wird danach gieren, weiterzulesen.

„Ich habe zwei Wochen Tagebuch geschrieben – aus der Sicht des Mörders.“ – Interview mit der Autorin Barbara Steuten

_dsc8367Hallo ihr Lieben,

heute darf ich euch in einem Interview Barbara Steuten vorstellen, deren Krimi-Debüt „Kati Küppers und der gefallene Kaplan“ in am 17. November im edition Oberkassel Verlag in Düsseldorf erscheint!

Wie ihr wisst, geht es in meinen Interviews mit Autorinnen und Autoren (Kategorie: Wie schreiben andere?) immer um die Frage, wie der Schreibprozess gestaltet wurde. Ebenso interessiert es mich, wie sie das Schreiben in den Alltag integrieren. Ich finde es furchtbar spannend, wie andere arbeiten, wie sie es schaffen, den normalen Familienalltag mit dem Schreiballtag zu vereinbaren. Denn daraus kann man selbst so viel mitnehmen! Und wie unterschiedlich die Ideen und Herangehensweisen sind! Das ist doch toll, oder?

Auch Barbara Steuten hat mir in dem folgenden Interview davon erzählt, wie sie bei ihrem Krimi vorgegangen ist, wie sie recherchiert hat und wie die Verlagssuche lief. Außerdem gibt sie Einblicke, wie sie ihre Protagonistin Kati Küppers entwickelt hat. Und natürlich fehlen auch keine Schreibtipps! Ich bin mir sicher, dass ihr nach dem Lesen des Interviews wie ich auch Lust habt, ihren Krimi „Kati Küppers und der gefallene Kaplan“ zu lesen. 🙂

Hier findet ihr Barbara Steuten übrigens im Internet: www.barbara-steuten.de. Schaut doch mal bei ihr rein – aber lest erst das Interview, in Ordnung? Danke! 🙂

Liebe Grüße,

Denise

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(c) Barbara Steuten

„Ich habe zwei Wochen Tagebuch geschrieben – aus der Sicht des Mörders.“ – Interview mit der Autorin Barbara Steuten

Barbara, seit wann schreibst du?

Ich habe schon als Kind gerne Geschichten und Berichte geschrieben. Als Jugendliche habe ich die Geduld meiner Freunde mit Gedichten strapaziert. Aber als freie Autorin schreibe ich seit 2010.

Du hast drei Kinder, wie alt sind sie? Ab wann war etwa der Zeitpunkt, als du als Mutter wieder mehr Zeit zum Schreiben hattest?

Die Älteste wird 20, studiert bereits und wohnt daher in Düsseldorf. Der Mittlere wird dieses Jahr 18 und der Jüngste ist 11 Jahre alt.
Den Zeitpunkt suche ich immer noch. Nein, im Ernst. Dass ich Schriftstellerin werden wollte, habe ich erst realisiert, als unser Jüngster bereits in den Kindergarten ging. Da hatte ich übrigens mehr und verlässlicher Zeit zum Schreiben, als später in der Schulzeit. Und Mutter bleibe ich mein Leben lang. Auch wenn ich jetzt keine Windeln mehr wechseln muss, ist es mir wichtig, bei Problemen in der Schule, an der Uni, mit den Freunden, im Sport … ansprechbar zu sein. Krank sind Kinder auch, wenn sie fast volljährig sind.

Am 17. November erscheint unter dem Titel „Kati Küppers und der gefallene Kaplan“ im edition oberkassel Verlag, Düsseldorf, dein Debüt-Roman. Worum geht es?

Im idyllischen Niederbroich, einem typischen (aber fiktiven) Dorf im Rheinland, düst die Küsterin Kati Küppers mit ihrem apfelsinenfarbenen Hollandrad zwischen Kirche und Kapelle hin und her und verwandelt das Pfarrzentrum auch schon mal in eine Disco für die Jugend. Hier ist die Welt noch in Ordnung, bis eines Tages der Kaplan die Kirchenkellertreppe hinunterstürzt und Kati Küppers plötzlich unter Mordverdacht steht. Mit der Unterstützung ihres Enkels und diverser Heiliger macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Mörder.

Wie ist die Idee zu deiner letzten Geschichte entstanden?

Elke Pistor (schreibt vor allem Eifel-Krimis) stellte uns im Seminar „Von Anfangen bis Zuspitzen – wie man plottet“ die Aufgabe, eine Figur zu beschreiben, die lange vor ihrem Wecker aufwacht … und so wurde Kati Küppers „geboren“.

Erzähl mir ein wenig von deiner Protagonistin Kathi Küppers. Wer ist sie und wie bist du vorgegangen, um sie zu entwickeln?

Kati Küppers hat den Spürsinn einer Miss Marple, den Humor eines Don Camillos und die Neugier einer Pippi Langstrumpf. Ursprünglich hieß sie Katharina, wurde schnell zu Käthe, was sie aber zu alt machte. Mittlerweile schreibt sie sich sogar ohne H. Ich habe sie, ihr Äußeres und ihr Handeln in verschiedenen Szenen beschrieben und diese Szenen drei Freundinnen vorgestellt. Die deckten schonungslos Widersprüche und Ungereimtheiten auf. Gemeinsam legten wir Verhaltensweisen fest, bis Kati Küppers die Ermittlerin war, die ich haben wollte. Als ich mir die Haare abschneiden ließ, musste sich Kati noch ein bisschen mehr verändern, damit keiner auf die Idee kommt, Figur und Autorin zu verwechseln oder irgendwelche autobiografischen Vermutungen anzustellen.

Kannst du beschreiben, wie du beim Planen deines letzten Romans vorgegangen bist? Planst du oder schreibst du deine Romane einfach drauflos?

Vom Kurzgeschichten- zum Roman-Schreiben war für mich ein großer Schritt. Denn die Kurzgeschichten schreibe ich aus dem Bauch heraus, aus einem Gefühl. Das funktioniert beim Roman nicht gut und beim Krimi kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen.

Ich habe mir einen groben Plan gemacht: Wer ist der Mörder? Was ist sein Motiv? Am Ende muss Kati den Mörder überführen. Wie macht sie das? Dann habe ich zwei Wochen Tagebuch geschrieben aus der Sicht des Mörders – und mehr erfahren, als mir lieb war. Doch wusste ich jetzt, wie der Mörder tickt. Als nächstes hab ich mir das Opfer vorgeknöpft, allerdings nicht ganz so ausführlich wie den Mörder. Jetzt brauchte ich noch ein ganzes Dorf voller Verdächtiger und eine Polizei, die aber nicht tumb daher kommen sollte. Dabei entstanden automatisch Szenen in meinem Kopf, die ich unbedingt zu Papier bringen wollte. Das war der Moment, in dem ich vom Planen zum Schreiben wechselte. Den groben Plan im Kopf bzw. im Ordner, durfte ich meine Fantasien davon galoppieren lassen. Bis sie sich lahm gelaufen hatten. Dann kehrte ich zum Planen zurück.

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Dazu hängt in meinem Arbeitszimmer ein Whiteboard, auf dem ich beispielsweise Szene für Szene in Stichpunkten notiert habe. Ich habe geschoben und neu gegliedert und hatte doch den ganzen Roman im Blick.

Schließlich wanderte der Szenenplan in einen Ordner, in dem ich immer wieder nachschlagen konnte, wie es weitergehen sollte, wenn die Fantasie erlahmte. Ich hatte also eine Reiseroute für meinen Krimi.

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(c) Barbara Steuten

Welche Vorteile hat das Planen für dich?

Das Planen hilft mir, mich nicht zu verrennen und nach 80 Seiten das Manuskript in die Ecke zu pfeffern, weil ich in einer Sackgasse stecke.

Und das Nicht-Planen?

Das Drauf-los-schreiben entfesselt die Kreativität in mir und wenn es läuft, schwebe ich in anderen Sphären. Aus Spaß an der Freud verlasse ich dann schon mal die geplante Reiseroute und klettere den Berg hoch, um die Aussicht zu genießen, oder raste im Schatten eines Baumes und schaue den Bienen bei der Arbeit zu. Dabei muss die Szene jedoch einen Sinn haben: sie zeigt die Figur bei einer Tätigkeit, lässt den Leser tiefer in die Atmosphäre eintauchen oder führt direkt zum nächsten Konflikt.

Kannst du den Lesern einen Einblick in deinen Rechercheprozess geben? Recherchierst du vor oder während des Schreibens?

Der Rechercheprozess ist bei mir nie abgeschlossen. Da stehe ich mir mit meinem Perfektionismus leider manchmal selber im Wege. Ich hatte bei meinem Krimi von Anfang an die Idee, dass der Messwein vergiftet sein sollte. Doch womit? Darüber habe ich mich mit der Apothekerin aus meiner Gemeinde beraten – bei der Organisation des Weihnachtsbasars. Allerdings führte das dazu, dass der ein oder andere Bedenken hatte, an meinem Stand Plätzchen zu kaufen.

Außerdem findet sich in meinem Bücherregal neben Schreibratgebern auch Bücher über Polizeiarbeit, Verhörtechniken und Psychologische Abhandlungen. Wenn mir beim Schreiben nicht klar ist, wie etwas funktioniert, schlage ich dort nach. Bringt mich das nicht weiter, suche ich mir einen Experten.

Manche Rechercheergebnisse muss man aber auch wieder streichen. Ich weiß zwar, dass Kriminaltechniker die Spuren am Tatort sichern, aber ich nenne sie weiterhin „Spurensicherung“ oder „Spusi“. Das ist dem Krimileser vertraut.

Wann schreibst du? Zu welchen Tageszeiten? Täglich? Wöchentlich? Wie viele Stunden?

Während des Roman-Projektes habe ich täglich geschrieben. Vorzugsweise morgens, wenn alle aus dem Haus waren. Das Schreibprogramm Papyrus Autor, mit dem ich gearbeitet habe, zeigte mir jeden Tag an, ob ich mein bewusst niedrig gehaltenes Soll erfüllt hatte und wie viel Zeit mir bis zur Fertigstellung blieb.

Hast du mentale Unterstützung während des Schreibens? Von wem?

Ich habe einigen guten Freundinnen und Kollegen von meinem Roman-Projekt erzählt und sie sogar gebeten, mich ab und zu nach den Fortschritten zu fragen. Das hat mir geholfen, selber das Projekt ernst zu nehmen und dran zu bleiben. Die Gefahr ist groß, dass Wäscheberge, dreckiges Geschirr und dringende Termine die Zeit zum Schreiben auffressen. Aber wenn ab und zu mal jemand anruft und nachhakt, muss ich mich rechtfertigen, warum ich lieber Wäsche falte als schreibe.

Kennst du von dir Schreibblockaden? Wie gehst du vor, wenn du eine Blockade hast? Hast du Strategien entwickelt?

Ich nenne es nicht gerne Blockade, vielleicht, weil sie mir dann zu mächtig erscheint. Aber es gibt durchaus Zeiten, in denen ich nicht schreiben kann. Anfangs lag es daran, dass ich mich selbst unter Druck gesetzt und von meinen Rohtexten bereits literarische Brillanz erwartet habe. Mittlerweile bin ich gelassener und weiß, wie man überarbeitet bis es glänzt.

Aber es gibt auch Momente im Leben, in denen ich mir zugestehe, nicht zu schreiben. Seit November habe ich bewusst so viel Zeit wie möglich mit der weltallerbesten Schwiegermutter verbracht, weil sich der Krebs mehr Raum verschaffte, als ihm zustand. Als sie im Frühjahr starb, brauchte ich Zeit zum Trauern und Kraft, die Familie zusammenzuhalten. Ich habe in dieser Zeit viel gelesen und bin ganz bewusst zur Leipziger Buchmesse oder zum Nürnberger Autorentreffen gefahren, um mich mit KollegInnen und Verlegern auszutauschen, in der Hoffnung, die Freude am Schreiben wiederzufinden. Es hat funktioniert. Auch wenn ich noch nicht, wie ursprünglich geplant, mitten im nächsten Roman-Projekt stecke.

Wie lief die Verlagssuche? Wie viele Verlage hast du angeschrieben?

Ich habe mir im Vorfeld lange Gedanken gemacht, ob ich mein Manuskript in einem großen Verlag unterbringen will. Doch als unbekannte Autorin habe ich mich schließlich für einen kleinen Verlag aus Düsseldorf entschieden. Zum einen passt mein Krimi gut in sein Programm und spielt in der Region. Zum anderen habe ich nach vielen Gesprächen mit KollegInnen auf mein Bauchgefühl gehört. Ich kenne den Verleger persönlich, stehe mit meinen Kurzgeschichten bereits in mehreren Anthologien, die die edition oberkassel herausgebracht hat und saß auch schon für Anthologie-Ausschreibungen des Verlages in der Jury. Ich habe ihn also gefragt, ob er an meinem Manuskript interessiert ist, es ihm geschickt und hatte keine vier Wochen später den Vertrag im Briefkasten.

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(C) Barbara Steuten

Wie ich weiß, besuchst du Schreibworkshops, um dich stetig zu verbessern. Welcher Schreibkurs hat dich besonders beeindruckt und warum?

Es sind sehr viele Kurse und Seminare, die alle ein Stück mein Schreiben beeinflusst haben. Ein ganz besonderer Kurs war das „Figurenensemble stellen“ mit Bestseller-Autorin Nina George. Diese tolle Schriftstellerin hautnah zu erleben war spannend. Die Arbeit mit ihr und den teilnehmenden Profi-Autoren (u. a. Jutta Profijt, Sabine Klewe und Martin Conrath) war für mich ein Glücksfall, der schließlich dazu führte, dass ich jetzt Krimis schreibe. Obwohl ich das nie wollte, weil es schon so viele tolle Krimi-AutorInnen gibt.

Bist du in Schriftstellerverbänden? Was bringt dir die Mitgliedschaft persönlich?

Ich bin im Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. – kurz BVjA und habe darüber u.a. meinen Verleger kennengelernt. Ich schätze am BVjA vor allem die hervorragende Lobbyarbeit, die der Vorstand mit viel Engagement leistet. Der Fairlag-Vertrag trägt seine Handschrift. Er bietet tolle Seminare zu bezahlbaren Konditionen und trumpft mit Ideen wie dem Speed-Dating zwischen Autor und Verlag auf der Leipziger Buchmesse. Mit anderen Mitgliedern kommt man schnell in Kontakt, lernt sich kennen und schätzen. Denn wer heute nicht netzwerkt, hängt durch.

Hast du immer daran geglaubt, dass du es schaffen wirst, deine Bücher zu veröffentlichen?

Als ich 2010 mit dem Schreiben von Kurzgeschichten angefangen habe, habe ich nicht einmal geglaubt, dass ich überhaupt ein ganzes Buch selbst schreiben könnte. Deshalb habe ich mir 2012 einen Coach gesucht, der mich bei der Konzept-Erstellung meines ersten Roman-Projekts unterstützte. Rainer Wekwerth hat dies mit viel Lob, Wohlwollen und Charme getan. Dabei hat er mir das nötige Rüstzeug an die Hand gegeben, mit dem nach zwölf Schreibaufgaben ein Romankonzept stand, bei dem ich wusste, was in jedem Kapitel vorkommen soll und mich so von einem Kapitel zum anderen hangeln konnte. Dieses Gerüst lässt sich auf jedes neue Projekt anwenden.

Doch mit der Veröffentlichung ist die Arbeit eines Schriftstellers noch lange nicht getan. Heute muss man sich selbst um Lesungen kümmern und Ideen entwickeln, wie man auf angenehme Weise auf sein Buch aufmerksam machen kann.

Welche Tipps kannst du Schreibenden, die einen Vollzeitjob und/oder Kinder haben, mit auf den Weg geben kannst?

  • Nimm dir Zeit für eine Kosten-Nutzen-Aufstellung. Was bist du bereit zu investieren (Zeit, Nerven und Geld), um Autor zu werden? Worauf wirst du unter keinen Umständen verzichten?
  • Wenn du erst Schreiben kannst, wenn das Haus perfekt aufgeräumt ist, wenn die Kinder mit selbstgemachter Vollwertkost versorgt und bei den Hausaufgaben unterstützt worden sind, wenn das Abendbüffet für die Doppelkopfrunde hausgemacht ist … dann schreibe lieber Postkarten an deine Freunde aus dem Urlaub.
  • Wenn du weißt, dass du das Schreiben brauchst, um deinen Alltag zu meistern oder deine Gedanken zu sortieren, wirst du größere Anstrengungen auf dich nehmen, um Zeit dafür zu finden. Schicke das schlechte Gewissen in die Wüste, dass deine Kinder Fast-Food essen und ein paar Tage auf ihr Lieblings-T-Shirt warten müssen, weil du schreibst. Mache dir bewusst, dass das dein (zweiter) Beruf ist. Nimm ihn ernst. Dann schaffst du es auch, dich an Tagen zum Schreiben zu motivieren, an denen du nichts Brauchbares aufs Papier zu bekommen scheinst.
  • Ich habe bereits viele getroffen, die vom eigenen Buch träumen, aber nicht die Disziplin aufbringen, ihr Projekt konsequent durchzuziehen. Als Autor musst du dich immer wieder selbst motivieren und antreiben. Dennoch bleibt es ein Spagat zwischen leben und arbeiten.

Barbara, ich danke dir für dieses ausführliche, wunderbare Interview!

coverkatik01Wollt ihr noch mehr von Barbara Steuten wissen? Besucht sie auf ihrer Homepage: www.barbara-steuten.de oder besorgt euch den Krimi „Kati Küppers und der gefallene Kaplan“, der am 17. November im Handel erscheint.

Autorin und BVjA-Geschäftsführerin Tatjana Flade im Interview

Tatjana Flade arbeitet als freie Sportjournalistin mit dem Schwerpunkt Eiskunstlauf und wohnt mit ihrer Katze in Bonn, wenn sie nicht bei Wettbewerben in aller Welt unterwegs ist. Tatjana engagiert sich außerdem seit vielen Jahren im Bundesverband junger Autoren und Autorinnen. Ihre ersten Geschichten über einen Indianer krakelte sie zum Entsetzen der Lehrerin mit rotem Kugelschreiber in die Schulhefte. Heute sind nicht mehr Indianer das Thema, sondern Krimi, Fantasy, Science-Fiction oder Sport. Unter dem Pseudonym Tatjana Mária hat sie im September 2015 den Fantasyroman „Im Zeitschatten von Mondthal“ veröffentlicht.

Tatjana, im April erscheint dein aktuelles Buch „Herz im Fadenkreuz“ im Verlag edition Oberkassel. Das Buch behandelt ein sehr aktuelles Thema: Rechtsradikalismus in Deutschland. Wie ist dir die Idee dazu gekommen?
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Die Idee für diese Geschichte kam mir vor vielen Jahren und ich habe vor ca. 15 Jahren begonnen, an diesem Projekt zu arbeiten. Die Geschichte war zunächst allerdings etwas anders und spielte auch mehr in der Zukunft, der Kern aber ist ähnlich.

Der Idee liegen die Verhältnisse in der Weimarer Republik zugrunde, als sich Rechte und Linke offen bekämpften. Ich habe Geschichte studiert und mich immer sehr für Geschichte interessiert. Viele Entwicklungen wiederholen sich  in ähnlicher Weise, leider, muss man sagen.

Als ich noch an dem Roman arbeitete, flog der NSU auf (das war 2011), und da hatte ich das Gefühl, dass die Wirklichkeit meiner Geschichte schon sehr nahe gekommen ist.

Du bist als Sportjournalistin viel unterwegs, unter anderem in Russland und China. Verarbeitest du Eindrücke aus diesen Ländern in deinen Geschichten?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe z. B. einen Fantasyroman geschrieben, der von Reisen nach China, Tibet und in die Mongolei beeinflusst wurde. Ich lasse mich gerne von Landschaften und Erlebnissen inspirieren, die ich dann verfremde.

Lys ist ein ungewöhnlicher Vorname. Wie bist du auf den Namen deines Protagonisten gekommen? Kannst du mir mehr über diese Figur erzählen?

Lys heißt eigentlich Lysander. 🙂 Auch hier kommt mein Interesse an Geschichte durch. Lysander hieß ein Feldherr der Spartaner, der im antiken Griechenland die Athener bekämpfte. Den Namen fand ich immer sehr schön und wollte ihn für eine besondere Figur verwenden. Er passt meiner Meinung nach perfekt, denn einerseits handelt es sich um einen Krieger, andererseits aber finde ich, dass dieser Name sanft und harmonisch klingt, das ist die andere Seite dieser Figur.

Wie bist du bei deiner Recherche vorgegangen?

Da ich mich mit Waffen nicht auskenne, habe ich einen Fachmann dazu befragt. Der ist Polizist und auch im BVjA.

Kannst du mir mehr über deinen Schreibprozess erzählen? Bist du ein Drauflosschreiber oder plottest du vorher?

Sagen wir, von beidem etwas. 🙂 Ich habe meistens die Eckpfeiler der Geschichte im Kopf: Anfang, Mitte, Ende. Beim Schreiben fülle ich aus, was dazwischen kommt, und natürlich ändert sich während des Schreibens auch mal etwas. Oft habe ich eine Idee oder eine Geschichte lange im Kopf, bevor ich mit dem Schreiben anfange. Bei einem neuen Projekt habe ich vorab ein Exposé für meine Geschichte geschrieben, quasi für mich selbst. Aber es haben sich bereits einige Abweichungen ergeben. Manche Figuren entwickeln ein Eigenleben ;-).

Kannst du noch etwas aus deinem Schreiballtag erzählen? Ich frage mich, woher du all die Energie nimmst, noch ein Buch zu schreiben, während du so viel unterwegs bist – und ja auch noch beruflich schreibst! Wann und wie regelmäßig schreibst du an deinen Romanen?

Ich habe in den vergangenen Jahren leider nicht sehr regelmäßig geschrieben, sondern immer nur mal so zwischendurch, meist abends, wenn ich mal zu Hause war. Ein Grund war der Fantasyroman, der mir sehr am Herzen lag und eigentlich schon lange fertig war, aber den ich irgendwann veröffentlichen wollte und immer wieder überarbeitet habe. Deswegen hatte keine Zeit, wirklich an anderen Projekten zu arbeiten.

Beim „Herz im Fadenkreuz“ hatte ich das Problem, dass ich immer schon überarbeitet habe, statt weiterzuschreiben. Das hat mir übrigens einer Deiner Artikel in der „Qwertz“ deutlich vor Augen geführt, so dass ich das nun vermeiden will.

Äußere Faktoren kamen dazu,  z. B. war das Projekt eine Zeitlang bei einer Literaturagentur, was super anfing, aber dann verließ die Frau, die sich um mein Buch kümmerte, die Agentur, und es ging nicht mehr weiter. Deshalb hatte ich keine rechte Motivation weiterzuschreiben. Erst als die Agentur und ich den Vertrag einvernehmlich auflösten, war ich wieder „frei“ und habe endlich das Buch zu Ende gebracht.

Kennst du aus eigener Erfahrung Schreibblockaden? Wenn ja, wie gehst du damit um?

Zum Glück kenne ich die eigentlich nicht. Da ich immer viele Ideen und Geschichten im Kopf habe (was auch ein Nachteil sein kann, weil man sich nicht auf alles gleichzeitig konzentrieren kann), kann ich an einer anderen Geschichte weiterschreiben, wenn es bei einer mal haken sollte.

Wie lange hat es von der ersten Idee bis zur Manuskriptannahme durch den Verlag gedauert?

In diesem Fall ca. 15 Jahre. Aber nachdem ich das Manuskript fertiggestellt hatte, hat es bis zur Vertragsunterzeichnung nur ein halbes Jahr gedauert und die edition Oberkassel war der erste Verlag, dem ich das Manuskript angeboten hatte (wenn man die Agentur nicht mitzählt, die hatte es wohl auch Verlagen angeboten, allerdings wollten sie ins Segment Jugendbuch gehen, und das war meiner Meinung nach nicht richtig und hat auch nicht funktioniert).  Aber es kann auch viel schneller gehen, bei der Eislauf-Biographie ist von der Idee (Ende 2013) bis zur Umsetzung inklusive Recherche (Frühjahr 2014 bis Herbst 2015) und Vertragsunterzeichnung bei einer Agentur (Juli 2015) viel weniger Zeit vergangen. Im Dezember 2015 kam dann die Zusage des Verlags, den ich allerdings selbst angesprochen hatte.

Was war dein größter Lerneffekt während des Schreibens? Gibt es etwas, was du heute im Nachhinein anders machen würdest?

Ja, wie oben erwähnt, darf ich nicht zu perfektionistisch sein und mit der Überarbeitung beginnen, bevor ich nicht das Buch zu Ende geschrieben habe.

Tanja, du engagierst dich auch sehr für den Bundesverband junger Autoren und Autorinnen. Du bist sogar Gründungsmitglied, soweit ich mich erinnere, oder? Was genau machst du?

Ich bin in der Tat seit Anfang an im BVjA dabei, in verschiedenen Funktionen. Aktuell bin ich Geschäftsführerin des Vereins und für die Mitgliederzeitschrift Qwertz verantwortlich. Als Geschäftsführerin verwalte ich die Finanzen des Vereins (Mitgliedsbeiträge einziehen, Rechnungen bezahlen, Steuererklärung machen etc) und bin in den meisten Fällen für die Mitgliederbetreuung zuständig (Begrüßungs- und Infosendungen verschicken, Anfragen beantworten, Rundsendungen verschicken). Als Chefredakteurin der Qwertz sammele ich das Material ein, redigiere es, schreibe auch selbst Beiträge, spreche mich mit der Layouterin ab.

Kannst du den Leserinnen und Lesern, die den BVjA nicht kennen, ein paar Punkte nennen, weshalb sich eine Mitgliedschaft für junge Autoren lohnt?

Ich halte es für sehr wichtig, dass sich Autoren vernetzen. Jeder kann von jedem lernen. Dieser Austausch ist es, der uns weiterbringt und das finde ich im BVjA. Im BVjA fand ich Freunde, Testleser, Leute, die ich etwas fragen kann. Wir haben ganz unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichem Wissen und Qualifikationen im Verein. Ein unverbindliches Internetforum, in dem man nicht mal den echten Namen von vielen Leuten kennt, ist meiner Meinung nach da nicht gleichwertig. Wer weiß, wer das ist und was er mit meinen Informationen macht.

Der BVjA bietet auch viele Möglichkeiten, Kontakte außerhalb des Vereins zu knüpfen. Es kommt aber auch immer darauf an, was man aus seiner Mitgliedschaft macht. Ich habe durch den BVjA viel gelernt und viele Möglichkeiten entdeckt.

Und noch ein Punkt: Jeder kann im BVjA Mitglied werden. Wir schotten uns nicht ab, es gibt keine Eingangsvoraussetzungen wie eine Veröffentlichung. Diese Offenheit ist uns sehr wichtig. Das Alter spielt keine Rolle, auch wenn wir das Wort „jung“ im Namen tragen. Der kürzlich verstorbene Umberto Eco hat seine Karriere als Schriftsteller relativ spät begonnen und sagte, von daher sei er noch ein „junger“ Autor.

Was ist dein nächstes Projekt?

Aktuell steht die Veröffentlichung der Eislauf-Biographie über die Karriere der fünffachen Paarlaufweltmeister Aljona Savchenko/Robin Szolkowy bevor. Hier geht es gerade ums Layout und die Beschriftung der Photos.

Mein nächstes Projekt habe ich schon begonnen – es ist ein Roman, der in der Welt des Eiskunstlaufs spielt. Marjana, eine erfolgreiche deutsche Paarläuferin, verliebt sich ausgerechnet in den größten Konkurrenten, einen Paarläufer aus Russland. 🙂 Und es wird eine Fortsetzung von „Herz im Fadenkreuz“ geben, damit beginne ich, sobald die Biographie durch ist. Und diesmal wird es nicht 15 Jahre dauern. 😉

Die Biographie war bestimmt ein ganz spannendes Projekt!

Ja, die Biographie hat mir viel Spaß gemacht. Es war eine Mischung aus  journalistischer Arbeit (die Interviews und Recherche) und „literarischem“ Schreiben, weil es ja auch „schön“ geschrieben sein sollte, nicht zu „journalistisch“.

Tatjana, vielen vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg weiterhin!

Vielen Dank, dass ich mich bei Dir vorstellen durfte.

Möchtet ihr mehr über Tatjana erfahren? Schaut hier mal nach!

Website: www.tatjanaflade.de
Blog: Die Katze Lucinda (Themen Reisen, Schreiben u.a.): www.tatjana218.wordpress.com
Facebook: Tatjana Flade
Twitter: @Tatjana21

Herz im Fadenkreuz könnt ihr bereits als E-Book erhalten, als Printbuch kommt es am 18. April heraus!

Lesung „Herz im Fadenkreuz“
Wann: Sonntag, 17. April 2016, 14.30 Uhr
Wo: Café Voyager, Rheingasse 7, Bonn, Tel. 0228 85097316
Eintritt frei!

Und hier könnt ihr mehr über den BVjA, den Bundesverband junger Autoren und Autorinnen, erfahren!

„Blut gegen Blut“-Autor Benjamin Spang im Interview

© by Mark Lissmann

© by Mark Lissmann

Benjamin Spang wurde 1984 in Dudweiler/Saar geboren. Nach seiner Ausbildung zum Mediengestalter arbeitete er kurze Zeit in der Videospielbranche in Köln sowie Saarbrücken. Neben seinem Hauptberuf setzte er stets eigene, kreative Projekte um, und entdeckte 2011 das Schreiben für sich. Nach mehreren Kurzgeschichtenbänden begann er 2013 mit der Arbeit an seinem Debütroman „Blut gegen Blut“, der im Januar 2016 erschien.

 

 

 

 

 

 

Im heutigen Autoreninterview darf ich euch Benjamin Spang vorstellen. Er hat im Januar seinen Debütroman herausgebracht und erzählt euch nun etwas über die Entstehung seiner Fantasywelt. Viel Spaß beim Lesen!

Benjamin, im Januar hast du dein E-Book „Blut gegen Blut“ veröffentlicht. Herzlichen Glückwunsch! Kannst du dein Gefühl beschreiben, als dein Buch endlich gekauft werden konnte?
Danke! Ich war glaube ich zu müde, um diesen erhabenen Moment wirklich genießen zu können, da ich die Post an meine Crowdfunding-Unterstützer fertiggestellt habe, was nicht gerade wenig war. Ich war und bin aber natürlich überglücklich, das Buch endlich an meine Leser geben zu können.

Wie lange hast du an „Blut gegen Blut“ gearbeitet?
Ungefähr drei Jahre. Im April 2013 habe ich im „Camp NaNoWriMo“ die Erstfassung geschrieben und diese dann kontinuierlich verbessert. Dann kam die Arbeit an der Crowdfundingkampagne und ein Jahr später, also jetzt, die Veröffentlichung.

Deine Geschichten spielen in einer dunklen, düsteren Welt, in der die Figuren ums Überleben kämpfen. Woher nimmst du deine Inspirationen?
Von überall her. Man möchte jetzt meinen, dass ich nur düstere Fantasy lese oder düstere Filme gucke, und daher meine Inspriation nehme, aber dem ist nicht so. Ich konsumiere schon viel in die Richtung, aber Inspiration kann von überall herkommen. Aus Musikvideos, aus anderen Büchern, aus einfachen Überlegungen. Letztens hatte ich durch den Hashtag #verdrehtemärchen auf Twitter die Storyidee, dass eine Prinzessin ihren Prinzen retten muss, der im Koma liegt. Mit Gegenwart-Setting bzw. alles recht düster und mit Schusswaffen, in Richtung „Kill Bill“. Sowas reicht eigentlich schon als Funke, der dann die eigentliche Arbeit an einer Story in Gang bringt.

Wie hast du deine Fantasywelt Nuun erschaffen? Hast du sie dir aufgezeichnet?
Auch, aber nicht nur. Die Arbeit an der Fantasywelt geschah schon im Jahre 2004. Da habe ich sie entworfen als Setting für ein Computerspiel, das ich zusammen mit anderen entwickeln wollte. Aus dem Spiel wurde leider nichts, aber meine Welt und die Charaktere blieben.
Damals hatte ich viele gute Zeichner im Team, die maßgeblich am Entstehen der Welt durch ihre Zeichnungen beigetragen haben. Ich selbst habe viel geschrieben, mir Dinge überlegt wie die Währung der drei Völker (Menschen, Vampire, Werwölfe) oder deren Kultur, deren Städte usw. Es macht unheimlich viel Spaß eine eigene Welt zu erfinden, aber es ist auch jede Menge Arbeit.

Wie gehst du beim Schreiben einer Geschichte vor? Planst du oder schreibst du einfach drauf los?
Ich bin ein extremer Planer. Bei mir muss alles festgelegt sein, bevor ich mit dem eigentlichen Schreiben beginne: Was passiert wann und warum? Wie endet die Geschichte? Ich muss das einfach wissen, um eine gute Geschichte schreiben zu können. Letztendlich ist eine gute Geschichte ein gut erdachtes Konstrukt, das bestimmten Regeln folgt.

Wie viele Stunden schreibst du täglich oder pro Woche? Hast du feste Schreibzeiten?
Am liebsten schreibe ich früh morgens um 5 Uhr, wenn alles ruhig ist. Zwei Stunden später muss ich dann auch schon los zu meinem Brotjob. Aber dann habe ich das gute Gewissen, bereits das Wichtigste des Tages erledigt zu haben.
Dieses frühe Aufstehen zum Schreiben ist aber Formabhängig. Oft schreibe ich auch nach der Arbeit, was mir aber wesentlich schwerer fällt, weil schon 8 Stunden Computerarbeit hinter mir liegen.
Täglich schreibe ich mindestens eine Stunde. In der Woche mindestens 8 Stunden. Wenn es gut läuft schaffe ich auch schon mal 30+ Schreibstunden.

Und wie beginnst du eine Schreibphase?
Ich setze mich hin und schreibe, ganz einfach. Oder ich plane die Handlung, schreibe Charakterisierungen, etc.
Ich habe kein Ritual, falls du das damit meinst. Ich setze mich hin und ziehe das durch, was getan werden muss.

Was treibt dich überhaupt an, zu schreiben?
Der innere Drang, andere Menschen gut zu unterhalten. Der innere Drang, tolle Dinge zu erschaffen, die mein Dasein auf der Erde überdauern werden. Der innere Drang, irgendwann vom Schreiben leben zu können.

Was hast du beim Schreiben von „Blut gegen Blut“ über dich selbst als Autor gelernt?Ich sollte aufpassen, wann ich Ausrufezeichen am Ende von Dialogen benutze. Meistens macht das keinen Sinn :).
Ansonsten wurde mir sehr stark bewusst, wie viel von einem selbst in die Geschichte einfließt, die man schreibt. Nach einer längeren Pause vor einer Überarbeitung ist mir aufgefallen, wie viel von meinem Leben in dieser Geschichte steckt. Das hat mich sehr verblüfft, um ehrlich zu sein. Damit hätte ich nie gerechnet.

Was ist dein nächstes Projekt?
Mehrere neue Romane stehen an. Die Arbeiten daran habe ich schon begonnen.

Benjamin, vielen Dank für das inspirierende Interview und weiterhin viel Erfolg beim Schreiben! 

Hier erfahrt ihr mehr über Benjamin Spang, schaut doch mal vorbei!

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