24. Dezember. Wettbewerbsbeitrag: Stefanie

24. Dezember

Meine liebe Molly,

mehr als zehn Jahre begleitest du mich nun bereits. Du durftest in meine tiefsten Abgründe schauen. Aber das, was ich dir jetzt schreibe … Oder hast du damit gerechnet? Ich getrau es mir gar nicht auszusprechen, geschweige denn zu schreiben. Oh, Molly, erinnerst du dich, wie ich dir davon erzählte, dass ich mich nach mehr Geborgenheit sehne? Dass ich auch jemanden lieben möchte, so, wie es jeder in der Welt zu tun scheint? All die glücklichen Paare, all die glücklichen Familien! Molly, ich wollte es auch! Ich wollte auch einen Mann, der sich um mich kümmert, der mir jeden Wunsch von den Augen abliest, der mir eine Tochter schenkt. Ich liebe Kinder, das weißt du ja. Ich habe mir eine kleine Tochter gewünscht. Ein kleines Mädchen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich, wie ich ihr Kleider nähe, mit lustigen, schwingenden Röcken. Wie ich ihre Haare flechte, mit ihr auf Baumstämmen balanciere, Blumen pflücke und … sie liebe. Marie hätte ich sie genannt. Und ich hätte alles, wirklich alles anders gemacht. Warum, Molly, warum hat Gott mir nicht geholfen?
Was ist aus meinen Träumen geworden?! Nix! Überhaupt nix. Und das nur wegen ihr! Jahrelang habe ich diese störrische, närrische Alte umsorgt. Ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Ich habe ihre barschen Worte hingenommen, wovon „Du Missgeburt“, „du Idiotin“, „du bist genauso wie dein Vater!“ noch das Netteste war, das sie mir an den Kopf warf. Wie oft hat sie mich mit ihrem Stock … die Narben sind noch immer sichtbar.
Oh Molly, welcher Mensch hält das lange aus? 49 Jahre kam nie etwas Nettes aus ihrem Mund. Nie! Nie ein Dankeschön! Nie! Nie! Nie!
Ich sag es dir ehrlich, Molly: ich habe es nicht mehr ausgehalten. Ich wollte die Bettwäsche kein viertes Mal wechseln, sie kein viertes Mal umzuziehen. Viermal an einem Morgen! Das kann doch keiner aushalten. Molly! Meine Ohren rauschten plötzlich, meine Augen! Ich konnte gar nichts mehr sehen. Gefühlt habe ich ja schon lange nicht mehr. Sie hat sich gewehrt, aber nur kurz. Das Daunenkissen war einfach stärker … Molly, sie ist tot. Bin ich frei?

Dieser Wettbewerbsbeitrag stammt von Stefanie aus NRW.

 

ABSTIMMUNG! Welcher Beitrag gefällt euch am besten?

Ab heute, 23. Mai.2016, folgt die Abstimmung: der Artikel mit den meisten „Gefällt mir“ (Button unter dem Artikel) bis zum 01. Juni gewinnt den ersten Preis. Die nachfolgenden beiden Texte gewinnen den zweiten beziehungsweise dritten Preis. Ihr dürft den Link zu euren Texten gern teilen. Wer nicht auf dem Blog abstimmen kann, darf mir gern per Mail seinen Favoriten mitteilen! Oder ihr klickt auf Twitter auf euren Favoritenbeitrag! Ich fasse am 02. Juni alles zusammen und werde euch die Reihenfolge der Gewinner mitteilen. Denn das Tolle ist: jeder Teilnehmer erhält einen Preis 😀 Bei gleicher Stimmenanzahl entscheidet das Los.

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Ab 24.3.2016! 365 kreative Schreibimpulse

Cover

Mein neues E-Book „365 kreative Schreibimpulse“ erscheint am 24.3., ist aber ab sofort vorbestellbar!

Ihr findet darin – kaum zu glauben 😉 – 365 Schreibimpulse, die euch jeden Tag zu neuen Texten inspirieren. Ich habe verschiedene Impulsvarianten zusammengestellt, beispielsweise:

1-Wort-Prompts: Das sind Schreibanregungen, bei denen ihr nur ein einziges Wort, ein Reizwort, zur Verfügung gestellt bekommt.

Schreibanregungen wie „Der erste Satz“ geben euch den Anfang einer Geschichte vor. Ihr nehmt den Satz als Ausgangspunkt und beginnt sofort mit dem Schreiben.

Listen sind meine heimlichen Lieblingsschreibanregungen. Ihr werdet aufgefordert, zu einem bestimmten Thema eine Liste zu schreiben. Es ist unglaublich, welche Ideen in uns stecken!

Manchmal erhaltet ihr diverse Vorgaben, die euch wie der „Erste Satz“-Impuls zu Geschichten inspirieren: Genre-Figur-Problem-Vorgaben, Storystarter oder 3-Wort-Vorgaben.

Ein anderes Mal wird euch eine Frage gestellt, die ihr ohne darüber nachzudenken beantworten sollt.  Eure Antwort wird euch wertvolles Material für eure zukünftigen literarischen Texte liefern, wie eigentlich alle Schreibanregungen …

Impulse wie „Schreiben nach Gemälden“ oder nach Gedichten zeigen euch, dass ihr Ideen auf vielfältige Weise generieren könnt. Bilder, Fotos, Gedichte werden vorher nicht analysiert, sondern so wie ihr sie in diesem Moment wahrnehmt als Schreibanlass genommen.

Interviews mit fiktiven Personen oder Personen, die ihr bewundert, werdet ihr ebenfalls schreiben. Ebenso Tagebucheinträge aus verschiedenen Perspektiven. Ihr lernt auf diese Weise, euch in einen anderen Menschen hineinzuversetzen und neue Figuren für eure Geschichten zu entwerfen.

Zwischendurch wird es auch um euch gehen. Journalprompts wie „Über dich“, „Erinnerung“ oder „Was würdest du …?“ regen euch dazu an, über euch selbst bzw. über euch als Autorin, als Autor nachzudenken. Was ihr dazu schreibt, kann euch ebenfalls als Ausgangsmaterial für spätere literarische Texte dienen.

Ich freue mich, wenn ihr durch „365 kreative Schreibimpulse“ jede Menge Inspirationen für das kommende Jahr mitnehmen könnt! Probiert es mal aus! 🙂

365 kreative Schreibimpulse
ASIN: B01D3NIOE4

Liebe Grüße, Denise

Schreibanregung #01/16: Text

Schreibe einen Text über eine Marotte von dir. Sei kreativ!

Schließe für einen Moment die Augen und visualisiere deine Marotte. Dann starte sofort mit deinem Text. (Timer: 10 Minuten)

KW 41 – Schreibanregungen für jeden Tag

Nach einigen Wochen ohne Schreibanregungen geht es heute hoffentlich wieder los! Sorry, die letzten Wochen waren schon wieder  irgendwie so vollgestopft mit (Abgabe-)Terminen, dass ich es nicht geschafft habe, zu bloggen. Nun aber zu den Schreibanregungen!

Verbessere deinen Schreibstil, erweitere dein Schreibhandwerk, indem du wieder jeden Tag ein paar Minuten trainierst. Meine Übungen geben dir Raum für Kreativität! Probier es aus!

Manche Aufgaben erscheinen auf zunächst vielleicht etwas merkwürdig. Vielleicht befürchtest du, dass dir zu der einen oder anderen Schreibanregung nichts einfallen wird. Aber keine Sorge: das wird garantiert nicht passieren! Schreib einfach drauflos! Und mache dir keine Gedanken darüber, ob die Schreibanregung nun sinnvoll und verwertbar ist, oder nicht. Die Schreibanregungen verhelfen dir zu einer täglichen Schreibroutine. Alles andere kommt später!

Mach es dir bequem und nimm dir für jede Aufgabe etwa fünf bis fünfzehn Minuten Zeit.

Wortfinder – Nimm einen Roman deiner Wahl zur Hand und schlage es an irgendeiner Stelle auf. Fahre mit dem Finger, ohne auf den Text zu schauen, durch die aufgeschlagenen Seiten und zähle bis sechs. Bei „sechs“ stoppst du. Nimm das Wort, auf das dein Finger zeigt, als heutige Schreibanregung und schreibe einen Dialog, der dieses Wort enthält. (5 Minuten)

Dialog mit Gegenstand – Lasse deinen Blick durch den Raum schweifen und zähle bis zehn. Nimm den Gegenstand, an dem dein Blick nach der Auszählung haften geblieben ist, und beginne damit, dich schriftlich mit ihm zu unterhalten. Frage ihn beispielsweise, wie es ihm geht oder was er/sie/es vor seiner Zeit bei dir so getrieben hat.

Assoziationen – Clustere heute das Wort „Gelb“. Schreibe dazu „ Gelb “ in die Mitte deines Blattes, umkreise es und lass deinen Gedanken freien Lauf. Assoziiere von diesem zentralen Wort aus einzelne Wörter oder Phrasen, die dir in den Sinn kommen, wenn du an diese Farbe denkst. Jede Idee wird separat umkreist und mit dem zentralen Wort verbunden. Das Cluster ist ein ideales Instrument, um in den Schreibprozess einzusteigen und Ideen zu brainstormen. Anschließend schaust du dir dein Cluster an und schreibst einen kurzen Text zu einem Strang, der dich besonders anspricht.

Schauplatz – Suche mit Hilfe einer Suchmaschine Informationen zu „Herkules“, „Orangerie“, „Bergpark Kassel“ oder „Löwenburg“. Lies dir die Informationen zu einem der Schauplätze durch und schreibe anschließend in einem Freewriting (5 bis 10 Minuten, Timer stellen), in welchem Zusammenhang du diesen Schauplatz literarisch nutzen könntest. Könnte hier ein Mord passiert sein? Oder entwickelt sich hier eine Liebesgeschichte? Entwickle Anfänge einer Geschichte/Szene bereits in diesem Freewriting.

Charakterbeschreibung – Charakterisiere in 200 bis 300 Wörtern einen jungen Mann im Alter von 37 Jahren, der nicht bereit ist, aus dem Elternhaus auszuziehen.

Schlagzeile – Die besten Geschichten schreibt das wahre Leben. In diesem Sinne werden wir unser Thema heute in einer (Online-)Zeitung aufspüren. Gehe z. B. auf bild.de und wähle eine beliebige Schlagzeile aus dem Newsticker aus. Schreibe anschließend einen inneren Monolog einer der beteiligten Personen – vor, während oder nach dem Geschehen.

Song – Wähle einen Song aus, den du sehr gerne magst. Schließe während der Song läuft deine Augen und lass die Stimmung auf dich einwirken. Schreibe anschließend eine kurze Geschichte, in der du Bilder oder Themen, die in dem Song vorkommen, aufgreifst.

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Schreibanregungen durch Bilder/Fotos


Freewriting

Die Werkzeuge des Autors – Überzeugen Sie Ihren Leser durch Details

Um die Aufmerksamkeit Ihres Lesers zu erhalten, müssen Sie ihm das Gefühl geben, dass die Story, die Sie geschrieben haben, wirklich passiert sein könnte. Nur so bleibt er dran, legt das Buch nicht beiseite. Dies gelingt beispielsweise, indem Sie Details nicht abstrakt beschreiben, sondern sie in ihrer individuellen Art benennen: schreiben Sie nicht Obst, wenn Sie Bananen meinen, nicht Blumen, wenn Sie Rosen meinen. Schreiben Sie nicht „der große Hund“, sondern benennen Sie seine Rasse, sein Aussehen. Wenn Sie mit physischen Details arbeiten, wird Ihr Leser „sehen“, Sie regen seine Fantasie an: In seinem Inneren werden Bilder erzeugt.

Erstellen Sie Wortlisten!

Um einen Gegenstand, einen Schauplatz oder Gefühle besser erfassen zu können, bietet es sich an, Wortlisten zu erstellen. Mit diesen Wortlisten sammeln Sie „Material“ für Ihre Geschichten. In einer Wortliste werden alle Assoziationen zu einem bestimmten Wort aufgeschrieben. Lassen Sie dabei Ihrer Kreativität freien Lauf. Wenn Sie anschließend über einen Schauplatz schreiben, können Sie die Elemente aus der Liste aufnehmen. Probieren Sie es aus und lassen Sie sich überraschen, wie überzeugend Sie plötzlich schreiben werden.

Schreibanregung – Wortlisten schreiben

  1. Schreiben Sie eine Wortliste zu dem Wort Neid und listen Sie dabei alles auf, was Ihnen zu diesem Begriff einfällt. Vielleicht denken Sie an eine bestimmte Farbe, wenn Sie an Neid denken – dann listen Sie sie auf! Oder Sie bringen ein bestimmtes Erlebnis, eine Person, einen Gesichtsausdruck mit Neid in Verbindung – listen Sie alles auf! Anschließend wählen Sie vier bis fünf Assoziationen aus und schreiben einen kurzen Text.
  2. Listen Sie mindestens vier Orte auf, an denen Sie sich wirklich wohl fühlen. Wählen Sie nun einen Ort aus und schreiben Sie eine weitere Wortliste mit mindestens 10 Assoziationen zu diesem Ort. Anschließend wählen Sie vier bis fünf Assoziationen aus und schreiben einen kurzen Text.

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Schreibstimuli für mehr Kreativität: Schreiben mit der schwächeren Hand

Fundgrube: Fiktiver Lebenslauf einer literarischen Figur

Entdeckt: Altes Foto als Schreibanregung

Soeben habe ich bei Wikipedia ein tolles Foto aus dem alten Frankfurt (Main) gefunden, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Es wurde um 1896 von Carl Friedrich Fay aufgenommen und zeigt einen Hof in einer kleinen Gasse in der Altstadt. In der Mitte seht ihr ein kleines Mädchen in einem weißen Kleid, das mit traurigem Blick in die Kamera schaut (Bild vergrößern, dann seht ihr ihren Gesichtsausdruck).

Nutzt diese Bild als Schreibanregung! Wer könnte das Mädchen sein? Ist sie vielleicht ein Geist? Warum schaut sie so traurig? Was denkt sie? Wartet sie auf jemanden?

Schreibt danach eine kleine Szene, die dem Bild vorausgegangen ist. Oder schreibt einen inneren Monolog. Einen Dialog mit dem Fotografen. Seid kreativ und lasst euren Gedanken freien Lauf!

Viel Spaß und ein schönes, sonniges Wochenende wünsche ich euch!

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Schreiben Sie mit einem Ziel

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Maßnahme 3: Schreiben Sie mit einem Ziel

Sie wollen ein Buch schreiben? Wissen Sie auch, wann das Manuskript fertig sein soll? Das sollten Sie, denn mit einem klaren Ziel vor Augen werden Sie motivierter schreiben als ohne. Überlegen Sie sich, wie viele Wörter Sie pro Tag oder Woche schreiben wollen. Anschließend überschlagen Sie, wie viele Wörter Ihr Roman oder Ihre Kurzgeschichte haben wird. Rechnen Sie dann aus, bis wann Sie mit der Rohfassung Ihres Schreibprojektes fertig sind. Wollen Sie 200 oder 1.000 Wörter schreiben? Für welche Wortzahl Sie sich auch entscheiden: halten Sie Ihre Zielvorgabe ein und halten Sie die Wortzahl in einem Spreadsheet fest. Auf diese Weise bekommen Sie nicht nur einen Überblick, ob Sie Ihre eigenen Vorgaben einhalten, sondern Sie werden durch Ihre Erfolge zusätzlich motiviert.

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