Autoreninterview mit Ralf Gebhardt, Autor von „Ich schenke dir den Tod“

 

DSC_9238

(c) Sören Bley

Ralf, schön, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Dein Debütroman „Ich schenke dir den Tod“ ist erst vor wenigen Tagen erschienen. Worum geht es in deinem Krimi? Kannst du ihn in max. fünf Sätzen zusammenfassen?

Mein Kriminalhauptkommissar Störmer jagt einen Psychopaten und Serientäter. Dabei stellt er den Zusammenhang zwischen Leichenfunden und aktuellen Entführungen während eines Klassentreffens auf einem Jungendherbergsschloss her. An diesem Fall droht er zu zerbrechen, denn als ein Freund von ihm grausam ermordet und der Fall damit höchstpersönlich wird, gerät er selbst in tödliche Gefahr.

Du hast dich für Halle (Sachsen-Anhalt) als Schauplatz deines Krimis entschieden. Welche Besonderheiten bietet die Stadt bzw. das Umland für dich als Krimi-Autor?

Ein großer Teil der Handlung findet auch auf Schloss Mansfeld (heute Jugendherberge und Seminarhotel) und im umliegenden Mansfelder Land statt. Dort bin ich aufgewachsen und kenne sozusagen Land und Leute. Heute arbeite ich in Halle und wohne gleich nebenan. Das ist meine Heimat, und diese besondere Regionalität der Menschen und der Gegend ist mir wichtig.

Cover

Richard Störmer ermittelt in „Ich schenke dir den Tod“. Kannst du ihn näher beschreiben? Was ist er für ein Typ?

Störmer ist eckig, manchmal vielleicht schroff, ein Einzelgänger, verletzlich (was er nie zugeben würde), will eigentlich seine Ruhe haben, hasst Fremdbestimmung und hat sich zu wenig um seine Tochter gekümmert. Er ist ein bodenständiger Polizist mit Herzblut und plötzlich frisch verliebt … Ach ja, und er mag Cola mit Kirschgeschmack … ☺

Nun möchte ich noch etwas mehr über dich als Autor erfahren. Seit wann schreibst du etwa?

Als Schüler ging es los, mit Kurzgeschichten. Damals habe ich natürlich niemandem verraten, wie sehr ich die Aufsätze in Deutsch gemocht habe. Lesen und Schreiben waren von da an auch wichtige Freizeitbeschäftigungen für mich.

Wie hast du dir das Schreiben beigebracht? Hast du Kurse besucht?

Zu Beginn habe ich einfach drauflosgeschrieben, später dann unendliche Regalmeter Schreibratgeber und Fachzeitschriften gelesen. Für jeden Autor ist es meiner Meinung nach wichtig, auch im realen Leben vernetzt zu sein, Mitglied einer Schreibgruppe zu sein, vielleicht einer Interessengemeinschaft oder einem Verein anzugehören, Hauptsache, man kann sich austauschen. Online und Offline. Ein Netzwerk aus Schreibfreunden ist großartig. Zurück zur Frage: Ich habe auch ca. 2 Jahre im Rahmen eines Fernstudiums die Romanwerkstatt an der Schule des Schreibens besucht. Hierbei habe ich am meisten über das Schreibhandwerk gelernt.

Wie viel Zeit bleibt dir neben deinem Beruf für das Schreiben? Wie oft schreibst du? Wie sieht dein Zeitplan für das Schreiben aus?

Die Frage ist nicht einfach zu beantworten, im Schnitt sind es wohl 30 Minuten bis eine Stunde am Tag. Ich versuche, jeden Tag zu schreiben, und sei es nur, Ideen im Notizbuch festzuhalten. Klar, man muss auf etwas anderes verzichten, das fiel mir aber z. B. beim Fernsehprogramm nicht schwer. Schön ist es, dass ich ein Zimmer habe, wo ich auch mal die Tür schließen und ungestört schreiben kann.

Je öfter man regelmäßig schreibt, je eher weiß man, dass man immer schreiben kann, dass es „die Inspiration“ etc., auf die man warten muss, so nicht gibt. Ich bin übrigens Fan vom Plotten geworden. Bevor es losgeht, gibt’s den detaillierten Plan, schon grob in Kapitel aufgeteilt. Daran kann ich mich festhalten, ich weiß, wie es ausgeht, kann egal wann und wo immer zu meinem Plan zurückkommen.

Kannst du überall schreiben oder brauchst du eine spezielle Umgebung, um zu schreiben?

Prinzipiell überall, ich brauche nur etwas Ruhe und meinem PC. Am liebsten schreibe ich im Arbeitszimmer. Wichtig ist, sich wohlfühlen und einen Rückzugsort zu haben, wo man auch mal Notizen rumliegen oder an eine Wäscheleine hängen kann. Was ich noch nicht probiert habe, ist, in einem Café zu schreiben. Vielleicht wäre das einen Versuch wert.

Hast du mentale Unterstützung während des Schreibens? Von wem?

Ich kann mich auf mein Netzwerk verlassen, meine Schreibfreunde und Kollegen. Im richtigen Leben, wie es so schön heißt, treffen wir uns meist auf Messen oder Seminaren. Online ist das aber auch möglich, über Foren und Gruppen usw. Es ist wirklich toll, sich gegenseitig zu unterstützen. Die Freunde haben während des Schreibens oft mehr an mich geglaubt, als ich selbst. Dafür empfinde ich eine tiefe Dankbarkeit.

Planst du oder schreibst du deine Romane einfach drauflos?

Ich plane. Am Anfang ist die Idee. Alles, was mir einfällt, wird erst mal in Stichpunkten zusammengetragen. Gut dabei ist, dass auch in Momenten, in denen ich nicht schreibe, das Unterbewusstsein weiterarbeitet. Irgendwann versuche ich, eine Einteilung in Anfang, Mitte und Schluss zu finden. Ich muss das Ende immer kennen. Dann kann ich nachdenken über Dinge, die ich noch recherchieren muss, über Wendepunkte, falsche Spuren … Aber alles passt dann eben ins Ganze.

Welche Vorteile hat das Planen für dich?

Es gibt mir Sicherheit. Egal wann, ich kann zu jeder Zeit zurückkommen, mich festhalten, weitermachen. Vielleicht ist es ein wenig, als würde man nach Hause kommen. Früher habe ich übrigens einfach drauflos geschrieben, wollte gucken, wie sich was entwickelt. Aber irgendwann kam dann der Klassiker, hoffnungslos verhungert, verstrickt und verloren rund um Seite 100 … Mit dem Plot, dem Plan, sieht es anders aus, da weiß ich, dass ich mein Ziel erreiche. Das heißt nicht, dass man den nicht ändern kann, im Gegenteil, wenn es klare und gut überlegte Gründe gibt, dann auf jeden Fall. Ich könnte jetzt sagen: Der Plot ist für mich nicht heilig, aber nahe dran … ☺

Setzt du dir Schreibziele? Welcher Art?

Mein Plan ist es, in einem Jahr die Rohfassung des Manuskriptes fertig zu haben. Dieses Jahressoll, also die geplanten Kapitel, versuche ich mir in Monatsscheiben zu zerlegen. Dann rechne ist die geschafften Kapitel in Prozent um, damit ich weiß, wo ich stehe. Betriebswirtschaftler eben …

Setzt du dir Schreibtermine oder schreibst du zwischendurch?

Meist abends, wie gesagt, wenn nicht gerade ein Krimi kommt, geht’s auch ohne Fernseher. Während der Schreibzeit verzichte ich auf Mails oder Facebook etc. Meistens gelingt das auch. Offene Fragen notiere ich altmodisch erst mal auf einem Zettel, das schützt vor Ablenkungen, um nicht in den Weiten des Internets zu versinken. Schön ist es, wenn ich ab und zu ein paar Stunden am Stück am Wochenende schreiben kann, da schaffe ich dann deutlich mehr. Wichtig ist, die Familie und die Freunde nicht zu vergessen.

Hast du Rituale oder Herangehensweisen, die dir dabei helfen, regelmäßig zu schreiben?

Der Plot hängt an der Magnettafel, geschaffte Kapitel werden durchgestrichen und die erledigte Prozentzahl daneben geschrieben. Eine Lieblingstasse für den Tee schadet nicht (bei mir ist es eine vom „Tatort“, die ich mal auf der Buchmesse in Frankfurt gekauft habe). Ebenso wichtig ist es, immer ein Notizbuch in Reichweite zu haben. Alle Unterlagen, die ich brauche, will ich erreichen können, ohne vom Schreibtisch aufzustehen.

 

Wie gehst du bei der Entwicklung deiner Figuren vor? Hast du eine bestimmte Vorgehensweise?

Ich habe meist zuerst ein Bild bzw. das Gesicht eines realen Menschen vor mir. Dann suche ich nach Namen. Die Hauptfiguren bekommen ein eigens Figurenblatt (selbst zusammengestellt aus gelesenen Büchern oder besuchten Kursen, man findet auch welche im Internet). Nicht alles, was ich über die Figur weiß, kommt auch später im Buch vor. Um mal kurz zu übertreiben: Die schlanke Schwarzhaarige mit den grünen Augen soll auch auf Seite 200 nicht anders aussehen. Nebenfiguren schreibe ich in eine Liste, wenn sie dann im Manuskript beschrieben werden, schreibe ich die besondere Eigenschaft dort als Stichpunkt einfach dazu, um das später noch zu wissen. Diese wenigen Blätter liegen dann in einer einfachen Mappe neben dem Laptop.

Wie lief die Verlagssuche zu „Ich schenke dir den Tod“? 

Ich wusste zwei Dinge von Anfang an: Es wird schwer und ich gebe nicht auf. An Exposé, Anschreiben und Leseprobe habe ich gründlich gefeilt, dann zuerst Agenturen angeschrieben. Dann wieder die nächsten Agenturen… Das heutige „Nein“ ist wohl die Nichtantwort geworden. Wer auf die Suche geht, darf das alles auf keinen Fall persönlich nehmen. Man braucht mehr Geduld, als man denkt und hat. Anschließend habe ich mich an einige Verlage gewandt. Ich habe mir die ausgesucht, bei denen das Programm passt und mir die Bücher gefallen. Wichtig ist, vorher auf den Internetseiten der Agenturen bzw. Verlage nach den Anforderungen zu schauen und sich exakt daran zu halten. Ich war mir sicher, dass der erste Verlag, der das Gesamtmanuskript anfordert und dann einen Vertrag schickt, der Richtige ist. Und so war es dann auch. Die gesamte Suche habe ich übrigens  immer mit dem Versuch des emotionalen Abstandes in einer Tabelle festgehalten. Wenn ich heute glücklich auf diese Tabelle schaue, bin ich froh, dass ich es mir noch schlimmer vorgestellt habe.

Hast du immer daran geglaubt, dass du es schaffen wirst, deine Bücher zu veröffentlichen?

Ja. Und wenn ich zwischendrin nicht dran geglaubt habe, dann haben das meine Schreibfreunde für mich getan.

Bist du in irgendwelchen Schriftstellerverbänden, zum Beispiel beim BVjA?

Ja, im BVjA, dem Bundesverband junger Autorinnen und Autoren und neu im SYNDIKAT, der deutschsprachigen Kriminalschriftstellervereinigung.

Hat dir deine Mitgliedschaft in diesem Verband messbare Vorteile als Autor gebracht?

Eine gute Frage, denn ich könnte keinen Nachteil nennen. Die Vorteile liegen z. B. in den persönlichen Kontakten, Seminaren, Publikationen, Messebesuchen, Freundschaften … Hier habe ich neben dem Fachlichen viele Gleichgesinnte gefunden. Mit meinem Debüt bin ich dann vor kurzem Mitglied im SYNDIKAT geworden, dessen Mitglieder ja alle Krimis mögen und schreiben …

Was sind deine nächsten Projekte?

Störmer wird wieder ermitteln. Er und ich kennen übrigens schon den fertigen Plot … ☺

Gibt es einen Tipp, den du Schreibenden mit Vollzeitjob mitgeben möchtest?

Auf die Gefahr hin, dass ich eine alte Weisheit zitiere: Man wird nur Autor, wenn man regelmäßig schreibt und den 24 Stunden des Tages persönliche Schreibminuten entführt. Es geht nicht in der Theorie, man muss es tun. Dazu gehört selbstverständlich auch Fachbücher lesen, Seminare und Kurse besuchen, Gleichgesinnte finden und ernsthaft loslegen. Für die Erfüllung des Traumes kann man auf anderes verzichten, wenn man wirklich will.

Sind Lesungen geplant?

Ja, zunächst in meiner direkten Heimat. Es gibt auch schon die ersten Termine.

Wo können dich die Leser im Netz finden?

Auf meiner Seite, auf Youtube mit dem Trailer, auf Facebook und vielleicht auch bald auf Instagram. Für Letzteres müsste ich aber auf ein paar Schreibminuten verzichten ☺

https://www.ralf-gebhardt.de/

https://youtu.be/xsUIU0x05zo

https://www.facebook.com/RalfGebhardtAutor

Ganz herzlichen Dank für das Interview und Dir alles Gute für Deine Projekte sowie immer ganz viel Kraft und Kreativität!

Advertisements

Printbuch: Schreib täglich!

Hallo ihr Lieben,

es ist momentan etwas still auf dem Blog, aber das hat seine Gründe: Im Hintergrund arbeite ich an neuen Projekten und Seminaren für euch! 🙂

Heute möchte ich euch mein neues altes Buch zeigen, das seit Montag im Handel ist. Ich habe die beiden E-Books „Schreib täglich!“ und „365 kreative Schreibimpulse“ überarbeitet und zu einer Printausgabe zusammengeführt (für alle, die keine E-Books mögen und sich lieber durch echtes Papier arbeiten …).

Ihr könnt das Buch in jeder Buchhandlung – online oder lokal – erwerben und direkt mit eurem Schreibprogramm loslegen! Nutzt den Frühling, um neue Ideen zu kreieren!

Hier sind ein paar Fakten über das „Schreib täglich!„:

228 Seiten
12,99 Euro
ISBN-13: 978-3743195257

Liebe Grüße,

Denise

img_1692

 

Darum geht es in „Schreib täglich!“:

Mit diesem Buch erhalten Sie zwei praxiserprobte Bände aus der Reihe „Selbstcoaching für Autoren“, die Sie dazu motivieren, täglich zu schreiben:

Band 1: Schreib täglich!: Ein 30 x 15 Minuten Schreibprogramm für Autoren
Band 2: 365 kreative Schreibimpulse: Finde Tag für Tag Inspirationen für deine Geschichten
„Schreib täglich!“ ist ein Praxisbuch, das Sie bei der Entwicklung einer täglichen Schreibroutine unterstützt. Es ist ideal für Einsteiger, aber auch Fortgeschrittene profitieren von den über 30 kreativen Schreibübungen. Mit der Zielsetzung, maximal 15 Minuten täglich zu schreiben, überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund und etablieren das Schreiben in Ihrem Alltag. Mit Hilfe der sechs zusätzlichen Aufgaben beobachten und analysieren Sie Ihr eigenes Schreibverhalten, treten in Kontakt mit Ihrem inneren Kritiker und lernen, sich selbst zu motivieren.

In nur sechs Wochen
– entwickeln Sie eine tägliche Schreibroutine
– werden Sie als Autor oder Autorin selbstbewusster
– fördern Sie Ihren sprachlichen Ausdruck
– überwinden Sie Ihre Angst vor jedem Schreibbeginn
– werden Sie schneller, freier schreiben als zuvor
– lernen Sie, weniger perfektionistisch zu sein und die Worte einfach fließen zu lassen
– lernen Sie inspirierende Schreibaufgaben kennen, mit denen Sie
– jederzeit experimentieren können
– erhalten Sie ein großes Portfolio an Aufgaben, die Sie auch
– zukünftig in Schreibstimmung versetzen
– reflektieren Sie Ihr eigenes Schreibverhalten
– setzen Sie Ihre Kreativität frei

Im zweiten Teil werden Sie die 365 Schreibimpulse über das Schreibprogramm hinaus zum Schreiben anregen. Schreibimpulse sind das ideale Werkzeug, um neue Ideen zu generieren, entspannt in einen Schreibprozess einzusteigen oder Schreibblockaden zu verhindern. Wenn Sie auf der Suche nach frischen Ideen für einen neuen Roman oder eine Kurzgeschichte sind, werden Sie mit Hilfe dieser 365 Schreibanregungen schnell fündig. Sie aktivieren Ihre Kreativität auf der Stelle!

10 Schreibtipps, um klarer und verständlicher zu schreiben

Hallo ihr Lieben,

in der letzten Woche kam die dritte Ausgabe der QWERTZ mit der Post! Ich freue mich immer sehr auf das Mitgliedermagazin des BVjA, nicht nur, weil ich darin meinen Artikel finde ;-), sondern weil die QWERTZ gespickt ist mit tollen Tipps und Informationen rund um das Thema Schreiben und Bücherveröffentlichten. Die QWERTZ ist das Mitgliedermagazin des  Bundesverbands junger Autoren und Autorinnen und nur ein Vorteil der Mitgliedschaft in diesem engagierten Verband. Ich habe ja bereits vor einigen Monaten erzählt, warum es sich lohnt, Mitglied im BVjA zu werden. Hier könnt ihr den Artikel noch einmal nachlesen.

IMG_0004.JPG

Die aktuelle QWERTZ 03/2016

In der aktuellen Ausgabe (QWERTZ 03/2016) könnt ihr neben meinem Artikel, den ihr weiter unten noch einmal nachlesen könnt, beispielsweise ein spannendes Interview mit Sylvia Englert lesen. Sie ist die Autorin des populären Autoren-Handbuchs, das sicherlich jeder von euch kennt, oder? Brina Stein erzählt in ihrem Erfahrungsbericht, warum die Zusammenarbeit mit einem James Bond der Bücherwelt, einem Literaturagenten, für Autoren so wertvoll sein kann („Keine Angst vor 007 oder von der Zusammenarbeit mit einem Literaturagenten). Für alle Selfpublisher unter euch ist sicher das Interview mit Bianca Bolduan interessant, die sich als Buchhändlerin auf Bücher aus Klein- und Selbstverlagen spezialisiert hat. Ihre etwas andere Buchhandlung „Wortwerke“, in der regelmäßig Lesungen und Ausstellungen auch unbekannter Autoren und Künstler stattfinden, hat Standorte in Bad Segeberg, Husum, Bremerhaven und Westerburg.

Wenn ihr noch kein BVjA-Mitglied seid, überlegt es euch doch einmal, ob der Autorenverband nicht auch etwas für euch ist. 🙂 Nun folgt aber erst einmal mein Artikel!

Viel Spaß beim Lesen!

Denise

img_0005

10 Tipps, wie Sie klarer und verständlicher schreiben

Gibt es etwas, das einen Leser mehr verschreckt als Texte mit unzähligen überflüssigen Wörtern und konstruierte Formulierungen? Ein Blick in die Bestsellerlisten genügt, um zu sehen, dass die Leser Bücher bevorzugen, die klar und einfach formuliert sind. Oder nehmen wir Agathe Christie: ihre Kriminalromane sind auch nach Jahrzehnten erfolgreich. Warum? Britische Sprachwissenschaftler nehmen an, dass Christies einfacher Schreibstil die Leser in den Bann zieht, heute wie vor vierzig Jahren. Die Leser belletristischer Literatur möchten sich vergnügen und der Handlung zügig folgen können, ohne erst ein Fremdwörterbuch hinzuzuziehen oder einen verwirrenden Absatz mehrmals lesen zu müssen.

Ihre Texte werden lesefreundlicher, wenn Sie die folgenden Tipps während des Überarbeitens beherzigen. Sie können bereits während des Schreibens darauf achten, Ihre Geschichte verständlich zu schreiben. Seien Sie jedoch nicht zu verbissen, diese Punkte schon während des Schreibens zu beachten. Andernfalls könnten Sie Ihren Schreibfluss stören. In der Überarbeitungsphase bleibt noch genügend Zeit.

Tipps für eine klare, verständliche Sprache

  1. Nutzen Sie einfache, kurze Wörter, die in ihrer Bedeutung klar und verständlich sind: machen statt durchführen, sehen statt erblicken, stehlen statt entwenden. Fremdwörter oder zu lange Wörter halten den Leser in seinem Lesefluss auf. Fühlt er sich durch eine Vielzahl an übertrieben langen Wörtern zu sehr in seinem Lesefluss gehindert, wird der Ihren Text weglegen.
  2. Für eine lebendigere Sprache schreiben Sie im Aktiv und vermeiden möglichst das Passiv.
  3. In unserer täglichen Sprache nutzen wir sie häufig: Füllwörter wie doch, ziemlich, halt, ja, also … Überlegen Sie genau, ob diese Füllwörter beispielsweise in einem Dialog wirklich notwendig sind und eine Aussage unterstreichen. Ansonsten: rauswerfen! Auf schreiblabor.com finden Sie einen Füllwörter-Test, mit dem Sie Ihre Texte auf Füllwörter überprüfen können: http://www.schreiblabor.com/fuellwoerter-test/.
  4. Vermeiden Sie Bandwurm– und Schachtelsätze mit unzähligen Nebensätzen und Wörtern. Hier tummeln sich zu viele Gedanken und Ideen zu einem Satzungetüm, das von keinem Leser im normalen Lesefluss erfasst werden kann. Kürzen Sie die Sätze, ihrem Leser zuliebe!
  5. Monoton gleichlange Sätze wirken ermüdend, wenn sie sich häufen. Variieren Sie die Satzlänge, vermeiden Sie aber Bandwurm- und Schachtelsätze! Karl-Heinz Best (2002) hat die durchschnittliche Satzlänge in deutschen Texten des 20. Jahrhunderts untersucht und dabei folgendes herausgefunden: Sätze in literarischer Prosa sind in der Regel zwischen 7.08 und 19.62 Wörter und in Prosa für Kinder und Jugendliche zwischen 6.21 und 12.66 Wörter lang.
  6. Neigen Sie zu Wortwiederholungen? Überprüfen Sie Ihren Texten und ersetzen Sie die Wiederholungen. Ein Synonymwörterbuch kann dabei sehr hilfreich sein: http://synonyme.woxikon.de 
  7. Floskeln und abgegriffene Bilder langweilen den Leser. Suchen Sie nach neuen Bildern und Vergleichen, um lebendige Geschichten zu schreiben. Beobachten Sie das Alltagsgeschehen, um originelle Bilder zu erzeugen.
  8. Streichen Sie pleonastische Wortkombinationen, die dem Leser keine zusätzlichen Informationen bieten. Ein Pleonasmus (griech.) ist eine rhetorische Figur, die besagt, dass bedeutungsgleiche Ausdrücke innerhalb einer Wortkombination oder eines Satzes verwendet werden: weißer Schimmel, runde Kugel sind klassische Beispiele für Pleonasmen, die völlig unnötig sind. Schimmel sind immer weiß, Kugeln immer rund.
  9. Erweitern Sie Ihren Wortschatz: lesen Sie viel und notieren Sie sich Wörter, die Ihnen gefallen. Mit einem größeren Wortschatz können Sie Ihre Gedanken, Ideen und Gefühle besser ausdrücken.
  10. Lesen Sie sich Ihre Texte selbst laut vor. Während des Vorlesens erkennen Sie schwierige Textstellen und Wortkonstruktionen, wenn Sie stocken oder Sie Luft holen müssen. Auch wenn Sie abschweifen, ist es ein Zeichen, dass die Textstelle unbedingt überarbeitet werden muss. Trauen Sie sich, ganze Absätze zu streichen oder zu ersetzen. Ich weiß, dass es vielen schwer fällt, sich von einmal Geschriebenem zu trennen.

Literaturangabe:

Karl-Heinz Best: Satzlängen im Deutschen: Verteilungen, Mittelwerte, Sprachwandel. In: Göttinger Beiträge zur Sprachwissenschaft 7, 2002, S. 7–3. (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Satzlänge)

 

——————————————-

"Version 4
Ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast, meinen Artikel zu lesen! Hat er dir gefallen? Dann freue ich mich darüber, wenn du ihn kommentierst oder teilst, damit auch andere ihn lesen und von den Infos profitieren können! 🙂

Möchtest du regelmäßig Schreibtipps erhalten und dich als Autorin oder als Autor verbessern? Dann melde dich doch zu meinem Newsletter an oder schau dir meine E-Books an: „Schreib dich frei“ und „365 kreative Schreibimpulse“.

Liebe Grüße, Denise

 

 

 

Werde selbstbewusster! 7 Schritte, um dein Selbstbewusstsein als Autor zu steigern

Selbstzweifel begleiten wohl die meisten Schreibenden in ihrer Laufbahn als Autoren. Bin ich gut genug? Kann ich das wirklich so schreiben? Die Angst vor Kritik ist beherrschend und führt nicht selten zu übermäßigem Perfektionismus. Viele hadern mit sich und ihrem Traum vom Schreiben, manche geben auf.
Um aus dem Fangnetz der Selbstzweifel zu kommen, hilft es, selbstbewusster zu werden. Selbstbewusste Autoren sind optimistischer, sie sind mutiger darin, etwas zu veröffentlichen, was noch nicht perfekt ist. Sie glauben an sich und können deshalb auch ohne lange Veröffentlichungsliste von sich sagen: „Ich bin Autor.“ (oder Autorin, natürlich). Der Glaube an sich selbst ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zum Erfolg, wobei ein zu großes Selbstbewusstsein wiederum schadet: beispielsweise, wenn man Kritik vollkommen ignoriert und Vorschläge von Verlagslektoren kategorisch ablehnt. Soweit darf es nicht kommen. Die gesunde Mischung macht es.

Mit den folgenden sieben Schritten können selbstzweifelnde Autoren ihr Selbstbewusstsein steigern:

Schreibe regelmäßig, am besten täglich!

Ich denke, es ist klar: Wenn man nicht regelmäßig schreibt, wird es schwer, sich selbst in der Rolle des Autors beziehungsweise der Autorin zu sehen. Versuche deshalb möglichst täglich ein paar Zeilen zu schreiben. Wenn du noch keine tägliche Schreibpraxis hast, beginne noch heute damit, eine zu etablieren! Dazu musst du nicht einmal an einem bestimmten Schreibprojekt arbeiten: Schreibaufgaben, Schreibanregungen, ein morgendliches Freewriting oder ein Blogpost sind mögliche Alternativen, um die Schreibpraxis zu entwickeln. Je mehr du schreibst, desto selbstbewusster wirst du dir selbst und deinen Texten gegenüber.

„Ich bin nicht gut genug …“

Denkst du diesen Satz wirklich? Mit wem vergleichst du dich denn? Ich fürchte, mit erfahrenen Autoren. Aber du bist nicht Elisabeth George, Charlotte Link oder gar Stephen King. Du bist du! Denke außerdem daran, dass viele, wirklich sehr viele Bestsellerautoren ihre Karriere nicht als solche gestartet haben. Lies einmal die ältesten Publikationen von populären Autoren und vergleiche sie mit ihren jüngsten. Du wirst sehen, dass es einen riesigen Entwicklungsschritt gegeben hat. Man lernt als Autor mit jedem Text hinzu.
Aber noch einmal zurück zu dem Satz „Ich bin nicht gut genug …“ Erlaube dir diesen Selbstzweifel nicht. Denke positiv und arbeite daran, besser zu werden. Streiche diesen Satz am besten aus deinem Gedächtnis, um deine Zweifel an dir nicht noch zu nähren. Oder nutze Affirmationen, also positive Glaubenssätze, um dich selbst zu stärken.

Lerne von anderen!

Lies möglichst viele Bücher über das Schreiben oder besuche Schreibkurse, um das Handwerk zu lernen und zu beherrschen. Du musst das Rad nicht neu erfinden und bei Null starten. Mittlerweile gibt es zahlreiche tolle Ratgeber und Kurse, die dir das Schreibhandwerk theoretisch wie praktisch vermitteln. Je mehr du weißt, desto sicherer fühlst du dich als Autor oder Autorin.

Tausch dich aus!

Sei mutig und stell deine Texte der Kritik Dritter! Nutze Autoren- und Buchplattformen, um dich mit anderen Autoren auszutauschen und ehrliches Feedback von Lesern zu erhalten. Du lernst auf solchen Plattformen nicht nur, dich der Kritik zu stellen, sondern auch, besser zu werden: die Kommentare der Leser helfen dir, herauszufinden, woran du besonders arbeiten musst. Aber auch Schreibkurse bieten dir eine großartige Gelegenheit, als Autor zu wachsen.

Überarbeite deine Texte!

Natürlich solltest du die Rohfassung bereits überarbeitet haben, um deinen Lesern einen Text mit zusammenhängenden Gedanken und möglichst wenigen Rechtschreibfehlern zu liefern und ihnen damit Spaß beim Lesen zu bieten. Du wirst dich auch selbst besser fühlen, wenn du deine Rohfassung bereits überarbeitet hast, bevor sie von Dritten gelesen wird.

Erwarte Kritik

Wenn du deine Texte Dritten gibst, werden sie möglicherweise auseinandergenommen und negativ bewertet. Nicht jeder ist so nett wie deine Familie! Lerne, mit Kritik umzugehen. Es wird Zurückweisungen geben. Aber diese solltest du als Anlass nehmen, um noch besser zu werden! Etwas leichter fällt es, wenn du folgendermaßen vorgehst: Kommuniziere mit deinen Testlesern, dass sie dich durchaus kritisieren dürfen, dabei aber zusätzlich auch etwas Positives zu ihrem Text sagen sollen. Auf diese Weise wirst du die Kritik möglicherweise besser annehmen können.

Schreibe deine Erfolge auf!

Hast du schon einmal von einem Erfolgstagebuch gehört? Viele Sportler und Unternehmer nutzen dieses, um sich an ihre persönlichen Erfolge zu erinnern und ihr Vertrauen in sich selbst zu stärken. Das kannst du auch: Feiere deine kleinen wie großen Erfolge als Autor/in, indem du dich am Ende des Tages hinsetzt und diese in ein separates Notizbuch schreibst. Was hast du erreicht? Was ist dir besonders gut gelungen? Wurdest du gelobt? Warum? Notiere drei bis fünf Erfolge, die du an diesem Tag im Zusammenhang mit dem Schreiben gemacht hast. Du wirst bereits nach wenigen Tagen bemerken, wie viel optimistischer, positiver und selbstbewusster du geworden bist! Damit es wirkt, musst du das Erfolgstagebuch jedoch möglichst täglich über einen längeren Zeitraum führen!

Dieser Artikel wurde bereits in leicht abgewandelter Form in der QWERTZ 02/2016 veröffentlicht.

"

Die QWERTZ ist da! Warum ich euch den BVjA empfehle

DSC_0869

Am Wochenende erhielt ich wieder eine kleine Lektüre, auf die ich mich immer besonders freue. Nicht nur, weil ich selbst dafür schreibe. 🙂 Nein, vor allem wegen der vielen interessanten Informationen für Autorinnen und Autoren. Ich spreche von der QWERTZ, dem Mitgliedermagazin des BVjA. Der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. verfolgt seit 1987 das Ziel, „Autoren jeden Alters durch Informationen und Kontakte den Weg ins Literaturgeschäft zu erleichtern„. Heute möchte ich euch eine Mitgliedschaft im BVjA ans Herz legen, da ihr dort als junge Autorinnen und Autoren wirklich tolle Chancen bekommt, euch zu etablieren.

Ich kenne den BVjA seit 2012. Ich wurde von einem ehemaligen Studienkollegen angesprochen, ob ich nicht ein Seminar für die Mitglieder organisieren könnte. Dieses fand im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt. Ich habe auf diesem Seminar, wunderbare Autorinnen und Autoren getroffen, mit denen ich teilweise heute noch Kontakt habe. Viele von Ihnen haben es, nicht zuletzt durch den BVjA, tatsächlich geschafft, von einem Verlag veröffentlicht zu werden. Sie haben ihre Chancen genutzt, die ihnen der Bundesverband bietet.

Zunächst aber zur Mitgliedszeitschrift, die viermal im Jahr erscheint:
In der QWERTZ gibt es immer etwas, das mich als Autorin ein Stück weiterbringt. Sei es ein spannendes Interview, der Verweis auf ein neues Buch (Mitgliederbücher werden kurz vorgestellt), eine Ausschreibung oder auch ein Erfahrungsbericht. In der aktuellen Ausgabe (02/16) gibt es beispielsweise den spannenden Bericht von Tatjana Flade über ihre Erfahrungen mit der Lovelybooks-Plattform. Jasmin Zipperling stellt im Rahmen eines Interviews den Verlag 3.0 vor und Brina Stein das Literaturprojekt „Clue Writing“. Sehr interessant ist auch die Rubrik „Recht und Wissen“, wo BVjA-Vorstandssprecher und Rechtsanwalt Tobias Kiwitt diesmal auf das Urheberrecht und das VG Wort-Urteil eingeht. Mein Artikel „7 Schritte, um sein Selbstbewusstsein als Autor zu steigern“ findet ihr ebenfalls in der aktuellen QWERTZ.

Ihr seht, dass bereits das Mitgliedermagazin voller spannender Infos ist. Aber der Bundesverband hat noch mehr zu bieten: Die Bandbreite an Hilfen, Informationen und Kontakten, die der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. für seine Mitglieder bereit hält, ist enorm.

Mit Hilfe des BVjA kann man als Autor/in Kontakte zur Verlagswelt knüpfen. So beispielsweise auf  dem traditionellen Hauptseminar zur Frankfurter Buchmesse, das die Mitglieder mit wichtigen Personen des Literaturgeschäfts zusammenbringt (das nächste Buchmessenseminar findet vom 20. bis 23. Oktober statt). Vorträge, Workshops und der Austausch der Autoren untereinander bieten eine tolle Gelegenheit, sich als Autor/in weiterzuentwickeln und sich zu vernetzen!

Bücher von Mitgliedern können nicht nur in der QWERTZ vorgestellt werden: der Verband ist auf Buch- oder Autorenmessen oft mit einem Stand vertreten, wo die Mitglieder ebenfalls ihre Bücher präsentieren können. Gemeinsame Lesungen, die beispielsweise im Rahmen der regionalen Autorenstammtische organisiert werden können, bieten eine weitere Möglichkeit, sich als Autor/in zu etablieren. Auf der Homepage findet ihr darüberhinaus ein Forum, in dem sich Autoren ebenfalls austauschen können.

Vor einiger Zeit habe ich Tatjana Flade interviewt, die Geschäftsführerin des Vereins ist und für die Mitgliederzeitschrift Qwertz verantwortlich ist. Darin spricht sie einige Punkte an, die für eine Mitgliedschaft im BVjA sprechen. Wichtig ist aber auch ihr letzter Punkt, was die Voraussetzungen für die Mitgliedschaft angeht; sie sagt:

 

„Und noch ein Punkt: Jeder kann im BVjA Mitglied werden. Wir schotten uns nicht ab, es gibt keine Eingangsvoraussetzungen wie eine Veröffentlichung. Diese Offenheit ist uns sehr wichtig. Das Alter spielt keine Rolle, auch wenn wir das Wort „jung“ im Namen tragen. Der kürzlich verstorbene Umberto Eco hat seine Karriere als Schriftsteller relativ spät begonnen und sagte, von daher sei er noch ein „junger“ Autor.“

Seid ihr bereits Mitglied im BVjA? Oder kanntet ihr den Autorenverband noch nicht und seid neugierig geworden?

Schaut euch doch mal auf der Webseite um: http://bvja-online.de!

 

Liebe Grüße, Denise

 

 

Entscheide dich für ein Schreibprojekt!

Viele Menschen wollen schreiben und fangen auch damit an … doch sie beenden ihre Schreibprojekte nie. Woran das liegt? Nun, es gibt unterschiedliche Gründe, doch ein Grund tritt bei vielen Menschen auf: sie haben zu viele Ideen, über die sie schreiben wollen. Sie kommen von einem zum anderen, fangen mal mit dieser Geschichte an, mal mit dieser. Die Ideen verpuffen, denn die nächsten stehen schon Schlange.

Es gibt nur eine Möglichkeit, aus diesem Dilemma auszutreten: sich zu entscheiden!

Hast du auch zu viele Ideen und weißt du gar nicht, womit du anfangen sollst? So kannst du dich für ein Schreibprojekt entscheiden:

a.) Sammle erst einmal alle Ideen, die du in deinem Kopf gespeichert hast. Liste in fünf Minuten (nutze einen Timer) auf, worüber du schon immer schreiben wolltest.

b.) Schau dir jede Idee aus deiner Liste an und frage dich:

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie viel Leidenschaft verspüre ich für dieses Projekt (1 = gar nicht, 10 = sehr)?

Streiche nun alle Ideen, die einen niedrigeren Wert als 7 haben. Wie viele Projekte bleiben noch übrig? Wenn es mehr als drei sind, streiche nun all diejenigen mit niedrigen Werten, bis du auf maximal drei Projekte kommst.

c.) Du hast nun noch maximal drei Projekte, über die du schreiben könntest. Überlege dir:

Welches Schreibprojekt wird mir am meisten Spaß machen? Für welches Schreibprojekt verspürst du die größte Leidenschaft?

Schau dir alle drei Projekte an. Bei welchem schlägt dein Herz am höchsten?

d.) Du magst alle Schreibprojekte gleich gern? Du bist ja voller Leidenschaft! Dann frage dich:

Welches Projekt kann ich in der kürzesten Zeit realisieren?

Überlege genau! Und? Herzlichen Glückwunsch! Dann nutze diese Erkenntnis und beginne mit der Planung deines Schreibprojekts!

Gedankenkarussel während des Schreibens? Zähme deine Monkey Mind!

Monkey Mind ist ein buddhistischer Begriff, der einen unruhigen Geist, ein Gedankenkarussel beschreibt. Wenn jemand scheinbar unkontrollierbar von Gedanke zu Gedanke springt und der Geist nicht zur Ruhe kommt, ähnelt das einem Affen, der sich von Liane zu Liane schwingt und dabei plappert. Übersetzt heißt das: Ständig ist der Verstand mit etwas beschäftigt, denkt an die Zukunft oder an die Vergangenheit. Scheinbar unmöglich scheint es, im Hier und Jetzt zu sein, sich zu konzentrieren.

Vielleicht kennst du solche Momente, in denen deine Gedanken Überhand nehmen und dich vollkommen einnehmen. In solchen Momenten ist es schwierig, sich 100 % auf das Schreiben einzulassen

Die Konzentration auf das Schreiben fällt mit einer sehr aktiven Monkey Mind recht schwer, insbesondere wenn sich der innere Kritiker zu Wort meldet und uns Selbstzweifel einredet:

Ich sollte aufhören zu schreiben, es hört sich alles unsinnig an, was ich schreibe.
Ich muss noch mehr recherchieren. Ich habe überhaupt keine Ahnung von diesem Thema.
Ich kann das nicht.

Oder wir lassen uns ablenken:

Ich brauche neue Schuhe, ich sollte gleich mal nachschauen.
Oh, eine neue Mail.
Ob mir Susi schon geschrieben hat? Ich schau gleich mal bei Facebook rein.

Ich glaube, ich brauche dir keine weiteren Beispiele nennen, oder? Du kennst sie bestimmt, diese Gedanken.

Wie aber bekommen wir unsere Monkey Mind in Griff?

Hier habe ich dir vier Tipps für dich:

  • Die Pomodoro-Technik ist ideal, um sich wirklich nur auf das Ziel zu konzentrieren, das man sich vorgenommen hat.
  • Morgenseiten nach Julia Cameron, ein morgendliches, zeitlich begrenztes Freewriting, das dir hilft, deine Gedanken zu entleeren.
  • Ein fiktiver Dialog mit deiner Monkey Mind wirkt Wunder. Frage sie, warum sie dich nun ablenkt, warum sie dich ständig unterbricht.
  • Fokussiere dich auf deinen Atem. Atme einige Male tief in den Bauch ein und spüre den Weg des Atems nach.

Gelingt es dir, deine Monkey Mind zu zähmen, wirst du klarer und konzentrierter schreiben. Außerdem wirst du das Hier und Jetzt erleben. Super, oder?

Kennst du schon meine E-Books aus der Reihe „Selbstcoaching für Autoren“: „Schreib täglich!“ und „365 kreative Schreibimpulse“